Offenbacher Sport trauert um Manfred Klaußner

Manfred Klaußner Ende der 60er Jahre. Foto: vum

Offenbach – Manfred Klaußner lebt nicht mehr. Der ehemalige Leichtathlet und Betreuer der Kickers verstarb am Dienstag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren in Offenbach. „Er war ein toller Sportler und beim OFC meine rechte Hand.

Auf ihn konnte man sich stets verlassen“, sagte Edgar Old, bei den Kickers viele Jahre Vizepräsident und für die Amateure zuständig, über den dreifachen Vater.

Klaußner (BSC 99 Offenbach) sammelte Titel auf hessischer und süddeutscher Ebene in großen Mengen. 1964 war er deutscher Jugendmeister im Hochsprung, später Juniorenmeister und 1970 Dritter der deutschen Meisterschaften über 400 m Hürden. Er bestritt 13 Länderkämpfe (u.a. 1970 in Stuttgart gegen die USA). 1972 verhinderte eine Fersenverletzung seine Olympiateilnahme in München. Bei den deutschen Meisterschaften 1997 saß Klaußner in Frankfurt auf der Tribüne und erlebte, wie der Titel über 400 m Hürden in 50,5 Sekunden vergeben wurde. 29 Jahre zuvor, beim Klassiker 1968 im Züricher Letzigrund, war Klaußner selbst überragende 50,1 Sekunden gelaufen.

Diese Leistung brachte ihm Platz drei der gesamtdeutschen Bestenliste, Platz sechs in Europa und Platz 12 in der Welt ein. 1969 bei der EM in Athen war er Medaillenkandidat. Da der Internationale Leichtathletikverband dem aus der DDR geflüchteten Jürgen May aber das Startrecht für das westdeutsche Team verweigerte, folgte der Boykott von Klaußner und Co. entgegen des Rates der Funktionäre. Auch das war ein großer Moment in Klaußners Karriere.  app

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