Plötzlich ist nichts mehr, wie es war

Offenbacher Triathletin Ursula Stoll nach Unfall ein Pflegefall

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Ursula Stoll im Jahr 2014 im Ziel des Jungfrau-Marathons in den Alpen. 42,195 Kilometer mit 1829 Höhenmeter hat die Offenbacherin damals in 6:13:58 Stunden absolviert.

Offenbach - Zum 25. Mal findet am Sonntagmorgen der beliebte Offenbacher Mainuferlauf statt. Diesmal aber steht er unter einem besonderen Blickpunkt. Der veranstaltende Offenbacher Leichtathletik-Club widmet den Lauf seiner verunglückten Vereinskameradin Ursula Stoll. Von Stefan Moritz 

Es war der 21. August 2016, an dem das Leben der Offenbacherin Ursula Stoll und ihres Lebenspartners Wolfgang Reuter von einem auf den nächsten Moment radikal verändert wurde. An diesem Tag starteten die beiden Bieberer beim Allgäu-Triathlon in Immenstadt, zugleich die deutsche Meisterschaft. Die erfahrene Triathletin Ursula Stoll, mehrfache hessische und deutsche Meisterin ihrer Altersklasse, erlitt während des Schwimmens auf dem Großen Alpsee einen Herzstillstand.

„Die Wasserwacht hat sie relativ schnell aus dem Wasser gezogen, aber dann musste sie am Ufer knapp 30 Minuten reanimiert werden, ehe sie wieder da war“, berichtet Reuter. Er selbst hat das Unglück seiner damals 63 Jahre alten Lebenspartnerin, die anschließend ins künstliche Koma versetzt wurde, gar nicht direkt mitbekommen, weil er zu diesem Zeitpunkt selbst auf der Stecke war. Die Männer waren früher als die Frauen gestartet. „Wir hatten uns wie immer verabredet zur Siegerehrung. Als sie da nicht auftauchte, habe ich sie ausrufen lassen und erst so von dem Unglück erfahren“, sagt Reuter.

Spendenaktion beim Mainuferlauf

Ursula Stoll, bis dahin eine Sportlerin durch und durch, wurde komplett aus ihrem bisherigen Leben gerissen. Sie kann sich seitdem nicht mehr bewegen und nicht mehr sprechen und muss über eine Magensonde ernährt werden. Auch in der Wohnung des Paares in Bieber konnte sie nicht mehr bleiben, liegt jetzt in einem Pflegeheim. „Jeden Tag bin ich dort bei ihr. Wir geben die Hoffnung auch nicht auf. Ich habe einiges gelesen über Fälle, in denen sich der Zustand doch noch verbessert hat. Mittlerweile reagiert sie immerhin wieder auf Einflüsse von außen, nimmt die Welt um sie herum also wieder wahr“, gibt Reuter einen Einblick, wie sich sein und ihr Leben durch den Unfall verändert hat. Die Erinnerung an die schönen gemeinsamen Momente in Gesundheit gewinnen an Wert. „Ich bin so froh, dass wir uns vor zwei Jahren entschieden haben, zur Ironman-WM nach Hawaii zu fliegen, obwohl das ja ziemlich teuer war. Aber das war ein geniales Erlebnis“, sagt Reuter.

Bilder: Mainuferlauf in Offenbach

Um weitere therapeutische Maßnahmen für Ursula Stoll zu ermöglichen, startet der Offenbacher LC zu seinem Mainuferlauf einen Spendenaufruf. Der Verein selbst spendet drei Euro für jeden Teilnehmer am Mainuferlauf.

Weitere Spenden können überwiesen werden auf das Konto des Offenbacher LC bei der Städtischen Sparkasse Offenbach IBAN: DE21 5055 0020 0003 9109 11, Verwendungszweck: Spende Ursel Stoll

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