Gymnastin Lea Tkaltschewitsch dominiert

„Olympia 2020 ist mein Traum“

Lea Tkaltschewitsch (17), fünffache Deutsche Meisterin 2018 in der Rhythmischen Sportgymnastik. - Foto: DTB/Wiatrek
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Lea Tkaltschewitsch (17), fünffache Deutsche Meisterin 2018 in der Rhythmischen Sportgymnastik.

Offenbach -  Die harte Arbeit zahlt sich für Lea Tkaltschewitsch aus, zumindest auf nationaler Ebene. Von Christian Düncher 

Neunmal pro Woche trainiert die 17-jährige Gymnastin aus Obertshausen am Stützpunkt der Nationalmannschaft in Fellbach-Schmiden bei Stuttgart, wo sie sich mit ihrer Schwester Sina (19) eine Wohnung teilt. Je nach Intensität dauert eine Einheit zwischen drei und fünf Stunden. Der Lohn für die Mühe: Im zweiten Jahr bei den Seniorinnen räumte Lea Tkaltschewitsch in Berlin bei den deutschen Meisterschaften alle fünf Titel ab und übertrumpfte damit ihr Ergebnis von 2017, als sie viermal triumphiert hatte.

„Man kann durchaus sagen, dass das ein perfektes Wochenende war“, freute sich die für die TSG Neu-Isenburg startende Schülerin, die 2020 ihr Fachabitur machen will. Am ersten Wettkampftag unterlief ihr lediglich mit den Keulen ein Fehler. Dennoch holte sie souverän mit 58,950 Punkten den Mehrkampftitel vor Noemi Peschel (54,750, TSV Schmiden). Am zweiten Tag siegte sie auch in allen vier Einzeldisziplinen. „Mit manchen war ich sehr zufrieden, bei manchen habe ich noch viel Arbeit vor mir“, gab die 17-Jährige zu.

Neben den Keulen gibt es auch beim Reifen noch Luft nach oben. Steigern wird sich Lea Tkaltschewitsch definitiv müssen, wenn sie bei der WM in fünf Monaten in Sofia ihr Ziel, das Mehrkampf-Finale der besten 20, erreichen will. „Das wird schwer. Aber ich hoffe, es klappt“, sagte sie. Bei ihrer ersten Teilnahme an einer Seniorinnen-WM hatte die Obertshausenerin im vergangenen Jahr den 39. Platz im Mehrkampf belegt, dieses Jahr wurde sie bei der EM 38., beim Weltcup im Sofia war sie unlängst ebenfalls nur im Mittelfeld gelandet. „International habe ich bisher nie sauber geturnt und nicht das gezeigt, was ich kann. Ich war aufgeregt und hatte Angst, Fehler zu machen. Aber ich sammle immer mehr Erfahrung. Das hilft.“

Ihr jüngster Auftritt in Berlin macht der blonden Gymnastin Mut. Die 58,950 Punkte, die sie bei den nationalen Titelkämpfen im Mehrkampf erzielt hatte, waren im Vergleich zum Weltcup in Sofia (49,800 Punkte) eine deutliche Steigerung. „Die Kampfrichter bei den deutschen Meisterschaften waren eventuell etwas großzügiger, aber ich habe meine Übungen auch sauberer geturnt“, sagte Lea Tkaltschewitsch, die ein großes Ziel verfolgt: „Die Olympischen Spiele 2020 wären ein Traum.“ Tipps kann sie sich bei ihrer Schwester Sina holen, die 2016 in Rio dabei war. „Sie ist mein Vorbild. Ich bin froh, dass wir uns eine Wohnung teilen.“

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