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Pausen reparieren Schäden

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Sportlerin und Märchenerzähler. Tanja Schabacker nach dem Lauf durch Hanau mit den Brüdern Grimm.  
Foto: privat
Sportlerin und Märchenerzähler. Tanja Schabacker nach dem Lauf durch Hanau mit den Brüdern Grimm. Foto: privat

Den 27. Oktober hat Tanja Schabacker dick im Kalender angestrichen. Da geht der Frankfurt-Marathon über die Bühne. Und die 30-Jährige will dabei sein, ihren ersten Lauf über 42,195 Kilometer bestreiten. Wir begleiten die Dreieicherin bei der Vorbereitung. VON HOLGER APPEL

Diesmal im Mittelpunkt: Langsames Laufen, Trainingspausen und Lachpausen, die nicht schaden.

Dreieich – Diese Szene klingt bei allem läuferischen Ernst herrlich. Tanja Schabacker joggte mit ihrem Lebensgefährten Oliver am Main entlang Richtung Hanau; bei Kilometer 18, kurz vor der Innenstadt, feuerte sie plötzlich ein älterer Mann vom Straßenrand begeistert an. „Er hat mit seinen dünnen Ärmchen Laufbewegungen nachgeahmt und gelacht. In herrlichstem Hessisch rief er uns zu: „Soll isch aaach emol mitlaaaaafe? Mein Freund musste mir das erst mal ins Hochdeutsche übersetzen. Wir haben uns kaputtgelacht. Und die Motivation für die letzten Kilometer war wieder da“, berichtet Schabacker von diesem Lauf über 20 Kilometer in einer Zeit von 2,11 Stunden, auf den ein ordentlicher Sonntagsbruch im Familienkreis folgte. Den hatte sie sich nach 1500 verbrauchten Kalorien an diesem Tag auch verdient.

20 Kilometer in 2:11 Stunden – das ist natürlich eine ordentliche Zeit, aber keine, in der ein Läufer mit regelmäßigen Einheiten am Ende fix und fertig ist. „Früher“, berichtet Schabacker, „dachte ich immer, dass ich möglichst schnell laufen muss, um eine neue Bestzeit aufzustellen. Ich habe mich immer selbst unter Druck gesetzt. Dadurch hat das Laufen weniger Spaß gemacht.“ Mittlerweile, mit mehr Erfahrung und nach vielen Trainingseinheiten, weiß sie, dass das alles andere als eine optimale Herangehensweise war. Richtig bewusst geworden ist ihr das im vergangenen Jahr bei der Vorbereitung auf den Halbmarathon in Offenbach, den sie in 1:57 Stunden absolvierte.

„Da war ich zuvor bei meinem Trainingsplan sehr überrascht, wie langsam ich teilweise laufen sollte. Aber das muss so sein. Spätestens als ich meine Zielzeit von unter zwei Stunden erreicht hatte, war mir das klar.“ Zur Erinnerung: Die Dreieicherin bereitet sich mit den Plänen des Lauf-Blogs „beVegt.de“ vor, der sich „stressfreie vegane Ernährung und richtiges Training“ auf die Fahne geschrieben hat.

Schabacker, beruflich als Personalrecruiterin im Einsatz, ergänzt: „Und auch, wer sich mein Marathon-Training anschaut, der wundert sich vielleicht über die teils langsamen Zeiten, weil ich ja in Frankfurt unter 4:15 Stunden bleiben will.“ Aber man müsse sich immer bewusst machen, dass Training nicht Wettkampf ist - das habe sie früher oft missachtet. „Die Trainingsläufe dienen dazu, sich auf den Wettkampf vorzubereiten. Experten predigen ja immer wieder, dass gerade Anfänger viel zu schnell in den normalen Läufen im Training sind“, sagt sie.

Und auch Pausen sind wichtig. „Der Körper bereitet sich in den Ruhephasen nach einem Trainingstag auf die Belastung vor, die er soeben erlebt hat. Letztendlich ist so ein Ausdauerlauf ja immer ein kleiner Angriff auf den Körper. Und man muss ihm Zeit geben, die Schäden zu reparieren und sich fürs nächste Mal besser darauf vorzubereiten – sprich: Die Kondition zu erhöhen. Und bei Tempoläufen, wo direkt die Schnellligkeit trainiert wird, verhält es sich ganz genau so.“

Tempoeinheiten mit Ein- und Auslaufen hatte sie in den vergangenen Wochen wieder zwei absolviert. Bis zum großen Tag Ende Oktober wird sie wohl noch sechs bis sieben davon in Angriff nehmen, um optimal vorbereitet zu sein.

Nächster Teil: 7. September

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