2. Basketball-Bundesliga der Frauen

Kailey Edwards genießt die Zeit bei den Rhein-Main Baskets

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Die 25-jährige Kailey Edwards zählt zu den Antreiberinnen beim Basketball-Zweitligisten Rhein-Main Baskets.

Langen - Deutschland fehlte noch auf der Europa-Tournee. Langen ist es geworden. Und Kailey Edwards, amerikanischer Zugang des Basketball-Zweitligisten Rhein-Main Baskets, fühlt sich angekommen und gut aufgenommen. Von Jörn Polzin

„Alle sind nett zu mir und ich genieße es in dieser schönen Stadt“, erzählt die 25-Jährige. Über Freunde habe sie nur Gutes über den Basketball in Deutschland gehört. Einer ist seit September hinzugekommen. Ihr Landsmann Christopher Edward, der für den TV Langen in der 1. Regionalliga aufläuft. „Wir machen viel zusammen, schauen uns gemeinsam die Umgebung an“, erzählt Edwards.

Bei allem Erkundungsdrang liegt ihr Fokus freilich auf dem Basketball. Mit dem kam sie früh in Berührung, spielte an der High School, wurde 2013 sogar als Miss Colorado Basketball ausgezeichnet. Es folgte der Wechsel aufs renommierte Boston College, wo sie 2017 den Abschluss machte. Nach einjähriger Verletzungspause genießt sie nun ihre Rückkehr auf dem Feld – in einem neuen Team, in einem noch ziemlich unbekannten Land.

Mit ihren 25 Jahren zählt Edwards zu den älteren Spielerinnen im Kader, soll vorneweg gehen und ihre Erfahrung an die Talente weitergeben. Eine Rolle, in die sie noch hineinwachsen will und muss. „Kailey weiß, dass sie in bestimmten Spielsituationen noch mehr Verantwortung übernehmen muss“, meint Baskets-Trainer Thorsten Schulz. So wie beim Zweitliga-Auftakterfolg gegen Würzburg, als Edwards den entscheidenden Wurf zum 65:64 versenkte. Schulz weiß genau, was er an seinem Schützling hat – und was nicht. Als es darum ging, die „amerikanische Position“ im Kader zu besetzen, entschied er sich für die 1,75 Meter große Flügelspielerin, „weil sie athletisch und teamorientiert ist.“ Der Trainer betont zugleich: „Sie könnte noch etwas egoistischer sein.“

Die Hobby-Köchin ist keine Spielerin, die Begegnungen im Alleingang entscheidet. Wie Bambergs Da Jonee Hale, die den Baskets bei der jüngsten 62:66-Niederlage wehtat. „Das wollen wir aber auch nicht“, betont Schulz: „Unser Ziel ist es, eine gesunde Mischung im Kader zu haben und eine Einheit zu werden.“

Da passt Edwards, deren Vater bereits erfolgreich am College spielte, gut rein. Die Spielweise in Deutschland gefällt ihr. „Im College zählt mehr das Körperliche, hier geht es um Cleverness“, erzählt sie. Auch die Werte stimmen: Edwards bringt es auf 14,3 Punkte im Schnitt, ist damit zweitbeste Werferin hinter Anja Stupar (18,0).

Bilder: Baskets gewinnen Pokalderby

Ob bei der Partie an diesem Samstag (17.30 Uhr) in Heidelberg viele Zähler hinzukommen? Fraglich. Tabellarisch trifft zwar der Zweite auf den Dritten, doch Schulz stuft den USC als stärkstes Team der Liga ein. „Da läuft alles sehr professionell, Heidelberg ist ausgeglichen besetzt, spielt sehr entschlossen.“ Genau in diesem Punkt sieht Edwards Verbesserungspotenzial in ihrem Team: „Wir müssen selbstbewusster und aggressiver werden.“

Ob es in Langen beim einjährigen Gastspiel bleibt? Da hält sich die Amerikanerin bedeckt, lässt sich zumindest ein Hintertürchen offen. „Ich werde so oder so sicher zurückkehren, um die anderen zu besuchen.“ Auch wenn ihre große Leidenschaft dem Basketball gilt, kann sie sich vorstellen, beruflich in Zukunft etwas anderes zu machen. „Das ist noch nicht entschieden, aber ich habe einige Interessen“, erzählt sie schmunzelnd. Kochen ist nur eine davon.

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