Viel Spaß auf der Aushilfsposition

Alica Köhler hat sich mit Rolle als Centerin angefreundet

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Die aus Dreieich stammende Alica Köhler (links, im Spiel gegen Jahn München) zählt mit ihren 25 Jahren zu den erfahrenen Akteurinnen im Kader des Zweitligisten Rhein-Main Baskets.

Offenbach - Wer sich in der 2. Basketball-Bundesliga der Damen unterm Korb behaupten will, sollte eine gewisse Größe haben. Dort spielt in der Regel die lange Garde. Zu der zählt Alica Köhler zwar nicht, sie spielt aber bei den Rhein-Main Baskets trotzdem als Centerin. Von Christian Düncher 

Gezwungenermaßen. Köhler hat sich inzwischen mit der neuen Rolle angefreundet. „Mein Vorteil ist, dass ich schneller bin als die Gegnerinnen“, sagt Köhler, die mit 1,80 Metern in der Dreier-Rotation mit Tori Fisher (1,88) und der ebenfalls ursprünglich auf dem Flügel spielenden Anja Stupar (1,82) die Kleinste ist. Im Kader der Baskets zählt sie dennoch zu den Größten. „So viele Große haben wir ja nicht“, hatte Trainer Peter Kortmann vor Saisonbeginn gesagt und daher improvisiert. Köhler musste sich umgewöhnen, sie stellte sich aber gerne in den Dienst der Mannschaft. „Ich gehöre mittlerweile zu den erfahrenen Spielerinnen“, sagt die 25-Jährige. „Ich war immer eine Teamspielerin und gebe den Jungen gerne Tipps.“

Mit dem Basketball begann Köhler im Alter von sieben Jahren beim SV Dreieichenhain. „Ich war in der Grundschule ziemlich gut in Leichtathletik“, erzählt sie. „Später habe ich viel getanzt.“ Vor allem Hip Hop und Jazz Dance. Doch inzwischen gibt es für sie nur noch eine Sportart: Basketball. „Ich habe damit so viel Spaß“, betont sie.

Die in Offenbach geborene Dreieicherin wurde bereits früh im Basketball-Teilzeitinternat (BTI) Langen mit Individualtraining gefördert. Als 13-Jährige wechselte sie zum TV Langen, dessen Damen mit dem TV Hofheim eine Spielgemeinschaft bilden: die Rhein-Main Baskets.

Köhler machte schnell Fortschritte und schaffte es in die deutsche U16-Nationalmannschaft. Einen Platz im EM-Kader dieses Jahrgangs verpasste sie nur knapp. In der Folgezeit nahm sie auch an Lehrgängen der U18-Auswahl teil, der endgültige Sprung in das Team gelang ihr jedoch nicht. Als die Baskets noch Erstligist waren, trainierte Köhler regelmäßig oben mit und kam einmal im Oberhaus zum Einsatz. In der 2. Liga ist sie nun fester Bestandteil des Kaders und bringt es im Schnitt auf fast 19 Minuten Einsatzzeit – trotz Doppelbelastung.

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Obwohl sie im Rahmen ihres Studiums der Zahnmedizin in Frankfurt bereits Patienten behandelt und „jeden Tag von früh bis spät“ eingespannt ist, nimmt die drahtige Dunkelhaarige „fast immer“ am Training teil, das dreimal pro Woche abends stattfindet. Nur wenn Prüfungen anstehen, pausiert sie. „Wenn ich mal nicht da bin, habe ich ein schlechtes Gewissen“, sagt Köhler. Mit Trainer Peter Kortmann habe sie aber „eine gute Abmachung“. Der Coach drückt ein Auge zu, wenn seine Aushilfs-Centerin mal ein paar Minuten später von der Uni kommt.

Wenn alles optimal läuft, ist Köhler Ende des Jahres mit dem Studium fertig. Bei den Baskets will sie weiter spielen, „so lange es geht“. Erst mal gilt es aber, die durchwachsene Saison („Wir stehen nicht dort, wo wir stehen wollten“) mit einem Sieg zu beenden. Zum Abschluss gastiert am Sonntag (16 Uhr) der Vorletzte Bamberg in der Sehring-Halle. Im Hinspiel gab es einen 67:50-Sieg – ohne Köhler, die wegen einer Augenentzündung fehlte. „Ich freue mich daher umso mehr, diesmal dabei zu sein.“

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