Baskets-Coach Thomas Dröll hatte die richtigen Ansätze, aber keinen Erfolg

Gute Idee nicht erkannt

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Trainer Thomas Dröll instruiert die Spielerinnen der Rhein-Main Baskets. Weil die Ergebnisse zu schlecht waren, wurde er entlassen.

Langen - Das Konzept Thomas Dröll ist bei den Rhein-Main Baskets gescheitert. Der Trainer wollte bei dem Bundesligisten „neue Wege“ gehen, als er im Sommer den Job antrat. Doch die Ergebnisse blieben aus. Von Heiko Schneider 

Der 55-Jährige passte mit seinem Konzept eigentlich gut zu den Vorstellungen der Spielgemeinschaft aus Langen und Hofheim: Mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten, aber talentierten Spielerinnen wollte Dröll das Bestmögliche erreichen. Er gab die Verantwortung nicht den US-Amerikanerinnen im Team, sondern vertraute auf die Eigengewächse.

Eine Idee, die dem deutschen Frauenbasketball eigentlich hätte guttun können: Die Nationalmannschaft hat die Qualifikation zur Europameisterschaft 2015 erneut nicht geschafft, auch weibliche Jugend-Nationalteams haben selten internationale Klasse, weil talentierte Deutsche häufig den Kürzeren ziehen gegen starke ausländische, meist amerikanische Spielerinnen. Die Vereine in der Bundesliga legen ihr Spiel auf ihre starken Ausländerinnen aus. So haben bei den Angels aus Nördlingen allein Melissa Jeltema, Nayo Raincock-Ekunwe und Alysha Womack zu dritt knapp drei Viertel aller Nördlinger Punkte erzielt. „So etwas kann man gut finden, muss man aber nicht“, sagte Thomas Dröll zu solchen Statistiken immer wieder.

Problem in der kommenden Saison

Ab der kommenden Saison könnte sich dieses Bild noch weiter verschärfen. Denn kürzlich wurde die sogenannte „Deutschen-Regelung“ der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) gekippt. So musste eine Mannschaft bisher immer zwei deutsche Spielerinnen auf dem Parkett haben, in der 2. Bundesliga waren es sogar drei. Weil Zweitligist Grüner Stern Keltern klagte, da Paragraph zehn der DBBL-Ordnung gegen EU-Recht verstoße, und sich Vereine wie die Erstligisten TSV Wasserburg, TuS Bad Aibling und TV Saarlouis der Forderung der Überprüfung anschlossen, wird diese Regelung in Zukunft nicht mehr gelten.

Was das für den deutschen Frauenbasketball bedeutet, ist leicht absehbar: Er wird auf Dauer immer weniger konkurrenzfähig sein. Dabei hatte das Konzept von Thomas Dröll in Ansätzen gezeigt, dass es anders gehen, Früchte tragen und damit den deutschen Basketball voranbringen kann. So profitierte Francis Pieczynski bei den Baskets enorm von mehr Spielzeit und Verantwortung. Auch Svenja Greunke spielte bis zu ihrer Verletzung vor zwei Wochen ihre vielleicht stärkste Saison, war die beste deutsche Punktesammlerin der Liga.

Doch weil die Konkurrenz in der Liga auf dieses Konzept keine Rücksicht nimmt, stecken die Baskets im Abstiegskampf. Dröll wurde entlassen, weil ein Trainer auch oder vor allem an Ergebnissen gemessen wird. Dass er mit seiner Idee in manchen Punkten Erfolg hatte, wurde nicht von allen erkannt. Drölls Idee war gut, doch der deutsche Frauen-Basketball noch nicht bereit.

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