Lars Schreiber vom RK Heusenstamm

Vom Breakdance zum Rugby

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Lars Schreiber scheut trotz einer schweren Knieverletzung, die er vor einigen Jahren erlitten hatte, keinen Zweikampf. „Ich bin nicht der Typ, der es mag, in Angst zu leben“, sagt der 26-Jährige.

Offenbach -  Lars Schreiber ist ein Quereinsteiger in seiner Sportart. Allerdings ein ziemlich guter. Vor zwei Jahren begann er mit dem Rugbyspielen, um Zeit mit den Kumpels zu verbringen. Inzwischen ist er in der 1. Liga aktiv. Von Christian Düncher 

Damit das so bleibt, muss er mit dem RK Heusenstamm am Samstag in München gewinnen.

Es ist eine der wichtigsten Begegnungen in der elfjährigen Erstliga-Historie des Rugby-Klubs Heusenstamm. Für die „Füchse“ geht’s am Samstag (15 Uhr) in der Relegationspartie bei Zweitligist StuSta München um den Verbleib im Oberhaus. Da sind gute Nerven gefragt – und Erfahrung. Vertrauen wird das Trainerduo des RKH jedoch unter anderem einem Akteur, der diese raue Sportart erst seit zwei Jahren betreibt: Lars Schreiber.

„Lars hat sich schnell zu einem soliden Bundesligaspieler entwickelt“, lobt Markus Walger vom Trainerteam des RKH. Aber ist das nicht dennoch ein Risiko in einer so bedeutenden Partie? „Nein“, betont Walger. „Man braucht bei ihm keine Angst haben, dass er etwas nicht kann oder etwas nicht versteht.“ Und auch rein körperlich bringt der 26-Jährige einiges mit, was man als Rugbyspieler benötigt: Er ist robust, aber dennoch schnell und beweglich. Dem gebürtigen Offenbacher kommen dabei die Sportarten zugute, die er vorher ausgeübt hatte.

„Ich habe fünf Jahre Breakdance gemacht“, sagt Schreiber. Als er 20 war, verletzte er sich jedoch schwer am Knie. Kreuzband, Meniskus sowie Schienbeingelenkkopf waren beschädigt worden. Es folgte eine lange Reha-Phase, in der Schreiber viel im Fitnessstudio trainierte. Dass er letztlich beim Rugby landete, war jedoch Zufall. „Ich war schon immer nah dran am RK Heusenstamm, da ich mit einigen Spielern seit der Schulzeit befreundet bin, hatte aber kein Interesse daran, Rugby mal zu probieren.“ Das änderte sich allerdings vor zwei Jahren. Schreiber kam mit zum Training und fand sofort Gefallen am Raufen nach Regeln. „Rugby ist hart, aber trotzdem fair. Und es ist einfach anders als Einzelsportarten. Mich fasziniert, wie die Mannschaft drauf ist. Der Zusammenhalt ist einfach toll“, schwärmt Schreiber, der kürzlich sein Studium in Wirtschafts- und Steuerrecht in Wiesbaden abgeschlossen hat. In ein, zwei Jahren soll das Steuerberater-Examen folgen.

Sein erstes Rugbyspiel absolvierte er vor zwei Jahren, damals noch für die zweite Mannschaft des RKH in der Regionalliga. Seit dieser Saison ist er fest bei der ersten Mannschaft dabei. An seine Erstliga-Premiere erinnert er sich noch genau: „Mein erster Einsatz war 2017 gegen den SC Neuenheim. Ich habe bei meinem Debüt gleich einen Versuch gelegt. Das war schon cool“, sagt Schreiber, der in der Hintermannschaft auf der Innen- sowie auf der Außenposition spielen kann.

Dass er es als Quereinsteiger innerhalb kurzer Zeit bereits in die erste Mannschaft des RKH geschafft hat, ist für ihn selbst schwer zu glauben: „Es geht aufwärts“, scherzt Schreiber. Aber freilich gab es in dieser Saison, die der RKH auf dem Vorletzten Platz der Süd/West-Staffel beendete, auch Rückschläge. Vor allem bei den deutlichen Niederlagen gegen den alles überragenden Serienmeister Heidelberger RK (0:60, 0:93) bekamen die „Füchse“ die Grenzen aufgezeigt. Schreiber sieht es jedoch positiv: „Gerade die Spiele gegen den HRK fand ich gut. Da spielt man quasi gegen das Nationalteam und kann nichts verkehrt machen. Der Reiz ist hoch, denn die sind ein, zwei Stufen über einem.“

Am Samstag wird nun der RKH Favorit sein – im Relegationsspiel bei StuSta München, dem Meister der 2. Bundesliga Süd. „Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist gut. Wir haben zuletzt viel Taktik trainiert. Einige unserer Stammkräfte, die zuletzt verletzt waren, kehren zurück. Ich sehe der Partie relativ positiv entgegen.“

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