Krapf gleicht mit Kraft aus

Ex-Bodybuilder glänzt beim Rugby-Klub

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1,90 Meter groß und 110 Kilo schwer: Kraftpaket Alex Krapf, der hier Pforzheims Arthur Zeiler zu Boden bringt, ist mit dem RK Heusenstamm am Samstag in Neckarsulm gefordert.

Offenbach - Beim RK Heusenstamm ist man es eigentlich gewohnt, um den Verbleib in der 1. Rugby-Bundesliga zu kämpfen. Von Christian Düncher

Umso größer ist daher die Freude bei den „Füchsen“ darüber, dass sie nach den ersten vier Begegnungen der laufenden Saison weit von den letzten zwei Plätzen (Abstieg und Relegation) entfernt sind, zumal in der SG Pforzheim und dem RC Luxemburg zuletzt zwei direkte Konkurrenten deutlich besiegt wurden. Sogar ein Hattrick ist möglich. Am Samstag (15 Uhr) geht’s nämlich zum punktlosen Tabellenletzten Neckarsulmer SU.

Jens Steinweg vom Trainerteam des RKH fasst die erfreulich gute Ausgangslage in einem Wort zusammen: „Weltklasse.“ Er wusste zwar, dass Qualität im Kader steckt. Diese abzurufen, war aber in der Vergangenheit oft ein großes Problem. „Wenn wir immer die gleiche Mannschaft zur Verfügung haben wie zuletzt, haben wir eine Top-Truppe“, meint Steinweg. „Aber das ist ein Dauerthema bei uns.“ Die Beteiligung am Training steht und fällt mit den Ergebnissen auf dem Rasen. Aktuell will jeder einen Platz im Kader fürs nächste Spiel ergattern.

Steinweg weiß jedoch auch, dass sich das schnell wieder ändern kann. Und so will er die Hochphase nutzen, um nachzulegen. Gegen Neckarsulm scheint das möglich zu sein. „Wir wollen dort natürlich gewinnen. Das ist machbar.“ Vergangene Saison war es das nicht. Der RKH verlor das Hinspiel nach indiskutablen Leistung 27:47, kam im Rückspiel nur zu einem 24:24 und lag am Ende als Vorletzter einen Platz hinter dem damaligen Aufsteiger. Die Vorzeichen haben sich jedoch gewandelt, auch weil Neckarsulm einige hochkarätige Abgänge hatte. „Die konnten sie nicht gleichwertig ersetzen“, weiß Steinweg.

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Die „Füchse“ haben Stärken und Schwächen des Gegners zu Beginn der Woche analysiert, berichtet Zweite-Reihe-Spieler Alex Krapf, der beim jüngsten 45:17 gegen den RC Luxemburg mit drei Versuchen überragt hatte. „Vor jedem Spiel nehme ich mir vor, einen Versuch zu legen“, sagt der 24 Jahre alte Offenbacher, der 2006 vom BSC zum RKH gekommen war. Das gelang ihm zuletzt so oft wie noch nie in einer Partie – und zwar jeweils auf die gleiche Weise. „Ich habe gesehen, dass der Gegner außen schlecht organisiert war und dort kleine Leute hatte. Da war es für mich kein Problem, ins Malfeld einzutauchen.“ Vor allem nicht, wenn man ein solcher Brocken wie Krapf ist. Der 1,90 Meter und 110 Kilo schwere Student machte früher Krafttraining, nahm sogar an zwei Bodybuilding-Wettbewerben teil. Auf seiner Position kommt ihm das teilweise zugute.

„Was ihm an Technik fehlt, zum Beispiel bei der Ballbehandlung, gleicht Alex mit Kraft aus“, erklärt Markus Walger vom Trainerteam des RK Heusenstamm und fügt schmunzelnd hinzu: „Bevor er abspielt, rennt er in die Abwehr und drei Gegner müssen ihn stoppen.“

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