Fans feiern „Helden von Offenbach“

Nach dem Streik: Viel Wertschätzung für Rugbyspieler, die nun gegen Chile auflaufen

Offenbach - So unschön der Streik des Rugby-Nationalteams auch ist, er stellt zugleich eine Chance dar - unter anderem für ein Trio des RK Heusenstamm, das nun überraschend auf einen Einsatz am Samstag (15 Uhr) im Länderspiel in Offenbach gegen Chile hoffen darf. Von Christian Düncher 

Im Internet werden sie von Teilen der Rugby-Community bereits mit einem Hashtag als die „Helden von Offenbach“ gefeiert: Die Rede ist von den Spielern, die nach dem Streik des 15er-Nationalteams spontan als Ersatz eingesprungen sind, damit das Länderspiel am Samstag (15 Uhr) in Offenbach gegen Chile stattfinden kann. Die Fraktion der „Aufrechten“, wie sie auch genannt wird, bröckelte zuletzt jedoch ein bisschen.

Einen vorläufigen Kader mit 30 Akteuren hatte der Deutsche Rugby-Verband (DRV) in Windeseile nominiert. Dieser wird bis zum Spiel auf 23 reduziert. Als die Notbesetzung gestern Vormittag erstmals trainierte, standen 22 Mann auf dem Platz. Vier weitere sollten im Laufe des Tages folgen. Abgesagt hatte unter anderem ein Trio, das ursprünglich für die drei November-Testspiele nominiert war, jedoch nicht bei der Wild Rugby Academy (WRA) unter Vertrag steht, deren Akteure das Länderspiel bestreiken. Kurios: Alle gaben ihr Okay, sagten dann aber ab. Die Streikenden hätten an deren Loyalität appelliert, heißt es.

Zwar betonen die Verweigerer, dass sie „die sportlichen Ziele nicht gefährden wollen“. Doch offenbar tun sie genau das. „Es ist dem einen oder anderen Spieler unter Umständen nicht klar, was für Konsequenzen diese unbegründete Weigerung haben kann“, so DRV-Geschäftsführer Volker Himmer. Manuel Wilhelm, der DRV-Sportdirektor, wurde konkreter: Die Existenz des Verbandes wäre bedroht, falls das Länderspiel ausfällt, stellte er klar.

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Die Nominierten genießen laut Wilhelm dafür, „dass sie in dieser schwierigen Lage für das deutsche Rugby so kurzfristig bereit waren, einzuspringen, unsere höchste Wertschätzung“. Dazu gehören auch Gino Gennaro, Benedikt Sabinarz sowie der auf Abruf stehende Markus Otterbein (alle RK Heusenstamm). „Es ist schön zu sehen, dass sie quasi gar nicht so weit entfernt waren“, sagte deren Trainer Markus Walger. „Ben ist beim Nationalteams bekannt und Gino ein solider Spieler mit guten Gasseneinwürfen.“ Der RKH ist „stolz“ auf seine Trio – und Gennaro ist „stolz darauf, für die Nationalmannschaft zu spielen. Das war mein Ziel und ist eine Ehre für mich“, betonte der Student.

Rubriklistenbild: © Archivbild: Kessler

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