Robert Huber trotzt der Kritik

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Robert Huber

Offenbach - Unumstritten ist er nicht. Aber Robert Huber hat den American Football Verband Deutschland (AFVD) so sehr geprägt wie kein anderer Präsident. „Das ist aber auch nicht schwer. Von Christian Düncher

Denn von meinen Vorgängern war ja kaum einer länger als zwei Jahre im Amt“, scherzt der Rechtsanwalt aus Obertshausen.

Im Oktober wird der AFVD 30 Jahre alt. Huber ist bereits seit 15 Jahren dessen Präsident. Erst am Wochenende wurde er wiedergewählt - einstimmig. Dabei ist Huber einer, der durchaus aneckt und über den es nicht nur positive Schlagzeilen gibt. Sein Führungsstil als Präsident des Europäischen Football-Verbandes, der er seit 2001 ebenfalls ist, wurde vergangenes Jahr öffentlich angeprangert. Von einer geplanten Revolte gegen ihn war die Rede. In Zusammenhang mit der WM 2011 gab es zudem Kritik von deutschen Nationalspielern, die von mangelnder Unterstützung und ungenügender Vorbereitung sprachen. Dass nun bei seiner Wahl keine der 282 Stimmen eine Gegenstimme war, sei für ihn aber keine Genugtuung, so Huber.

„So ein Abstimmungsergebnis ist für mich eher ein Ausdruck von Vertrauen und natürlich auch eine gewisse Anerkennung für die geleistete Arbeit“, sagt der 42-Jährige. „Aber es ist zugleich auch eine Herausforderung, sich immer wieder neu zu beweisen.“ So ist Huber der Meinung, dass sich die Erwartungshaltung im Vergleich zu seinem Amtsantritt „deutlich erhöht“ habe - bis hin zur Kritik der deutschen Nationalspieler bei der WM im vergangenen Jahr.

Nach 2013 Rückkehr des Endspiels nach Frankfurt denkbar

„Als ich 1997 Präsident geworden bin, hat man von mir nur erwartet, dass der Verband nicht pleite geht“, sagt Huber. Das vorherige Präsidium hätte die Nationalmannschaft „in den Ruin gesetzt“ und ihm 70.000 Euro Schulden hinterlassen. Aus Kostengründen habe es seinerzeit vier Jahre kein Nationalteam gegeben. Dass die Spieler zuletzt - überzogene - Forderungen stellten, wundert Huber daher: „Wir haben das aber unter Männern besprochen und damit erledigt.“

Die Entscheidung, das nationale Endspiel, den German Bowl, von Frankfurt (2008 bis 2010) nach Magdeburg zu verlegen, sei ebenfalls richtig gewesen. „Das Stadion in Magdeburg hat 30.000 Plätze. Wenn der lokale Fußballklub spielt, kommen 5000 Leute. Wir hatten 12.000 Zuschauer. Damit waren alle Seiten zufrieden“, sagt Huber und bestätigt, dass der German Bowl noch bis 2013 in Magdeburg ausgetragen wird. Danach sei eine Rückkehr nach Frankfurt jedoch denkbar. „Das ist auch immer eine Frage der Begebenheiten. Frankfurt hatte das Pech, dass kein Verein aus dem Süden im Endspiel war. Kiel, Braunschweig oder Berlin ziehen da nicht so sehr. Kaum waren wir aber weg aus Frankfurt, war mit Schwäbisch Hall ein Süd-Verein im Finale.“ Pech für Frankfurt, aber Glück für Huber, der somit positive Zahlen präsentieren konnte.

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