Lauftreff trotz Corona-Pandemie bereit für 22. Ausgabe

Rodgauer Ultramarathon: Kein Massenstart, keine Duschen

Am 30. Januar 2021 wollen die Ultras die 50 Kilometer rund um die „Gänsbrüh“ in Dudenhofen in Angriff nehmen - so es die Corona-Verordnungen zulassen.
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Am 30. Januar 2021 wollen die Ultras die 50 Kilometer rund um die „Gänsbrüh“ in Dudenhofen in Angriff nehmen - so es die Corona-Verordnungen zulassen.

Trotz Corona-Pandemie will der Rodgau Lauftreff nicht auf den großen sportlichen Höhepunkt der Region zu Beginn des neuen Jahres verzichten: Der 22. Ultramarathon über 50 Kilometer rund um die „Gänsbrüh“ in Dudenhofen am Samstag, 30. Januar, soll stattfinden. Natürlich unter einer Reihe von Auflagen, die umgesetzt werden müssen.

Rodgau - „Aktuell dürften wir nicht starten“, sagt Hartmut Wirth, Vorsitzender des Rodgau Lauftreffs (RLT) und selbst begeisterter Ultraläufer. Alles hängt davon ab, ob die aktuellen Corona-Einschränkungen über den 10. Januar hinaus verlängert werden oder nicht. Wenn nicht, steht der 22. Auflage des beliebten Laufes nichts im Wege, das Gesundheitsamt hat grünes Licht erteilt.

Was im Jahr 2000 mit 86 Startern begonnen hatte, entwickelte sich schnell zum teilnehmerstärksten Ultra in Deutschland und machte Rodgau weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. 2009 lag der RLT mit 1076 Anmeldungen erstmals im vierstelligen Bereich. 2016 war dann das Jahr der Rekorde für den rührseligen Rodgauer Veranstalter. 1224 Anmeldungen, 958 Starter und 629 Läufer, die das Ziel erreichten, bedeuteten neue Bestleistungen. Die ersten beiden haben immer noch Bestand, 2018 erreichten sogar noch sechs Läufer mehr das Ziel an der Waldfreizeitanlage (von 925 gestarteten).

Traummarken, die in Zeichen von Corona dieses Mal nicht zu erreichen sind, 2021 sind nur 520 Teilnehmer zugelassen. Es wird keinen Massenstart geben, gestartet wird in 13 Gruppen á 40 Läufern, im Zeitraum von 8 bis 11.15 Uhr. „Und die 40 Läufer pro Gruppe werden nochmals in vier Zehnergruppen unterteilt“, erklärt Wirth. Die frühe Startzeit – bisher liefen immer alle Teilnehmer gemeinsam um 10 Uhr los – hat den Vorteil, dass auch langsamere Läufer die Chance haben, die kompletten 50 Kilometer zu absolvieren. Denn eines bleibt wie gehabt: Die letzte Runde muss um 16 Uhr begonnen sein. Das Duschen nach dem Lauf muss ausfallen, weil die Turnhalle des TSV Dudenhofen nicht genutzt werden darf. Somit fällt auch die Siegerehrung an gleicher Stelle aus.

Die Verpflegung der Läufer unterwegs wird stark eingeschränkt, es dürfen nur abgepackte Lebensmittel wie etwa Müsliriegel oder Bananen zur Verfügung gestellt werden. Und auch der Part des Streckensprechers ändert sich: „Er kann lediglich den einen oder anderen Teilnehmer vorstellen, aber keine aktuellen Zwischenstände durchgeben“, meint Wirth. Dafür ist das Teilnehmerfeld aufgrund der unterschiedlichen Startzeiten zu weit auseinandergerissen. Der Sieger steht daher auch nicht wie gewohnt nach rund drei, sondern möglicherweise erst nach acht Stunden fest. „Wenn natürlich einer mit einer Laufzeit von drei Stunden ins Ziel kommt, ist klar, dass er einen Spitzenplatz belegt“, sagt Wirth, „und die Favoriten sind ja bekannt.“

Dass der gesellschaftliche Rahmen wegfällt, trifft die Teilnehmer am meisten, „das ist aus den Reaktionen deutlich zu erkennen“, meint der RLT-Vorsitzende. Die gastliche Atmosphäre vor und nach dem Lauf, das gesellige Beisamensein, die Begrüßung durch den ehemaligen Vorsitzenden Wolfgang Junker oder die rührseligen Helfer (vor allem im Verpflegungszelt) prägten in der Vergangenheit den Ultralauf in Rodgau. „Ich war vor einigen Wochen mit meiner Frau im Spessart wandern, als neben uns ein Auto hielt, das Fenster heruntergekurbelt wurde und der Fahrer rief uns zu: Hey, du bist doch der vom RLT. Findet der Ultralauf wieder statt“, berichtet Wirth von der Begeisterung rund um den Lauf.

Eine neue Bestmarke stellte der RLT dann aber doch noch auf: Nur 30 Minuten nach Freigabe der Online-Anmeldung am 29. Oktober um 0 Uhr waren bereits 71 Plätze vergeben. Und noch am gleichen Tag war der Lauf komplett ausgebucht. Nachmeldungen sind in diesem Jahr keine möglich, allerdings will der Veranstalter eine Tauschbörse einrichten, auf der freigewordene Startplätze wieder vergeben werden können. Die Startnummern werden den Teilnehmern rund eine Woche vor dem Rennen per Post zugeschickt.

Von Patrick Leonhardt

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