Rugby

Rugby-Bundesliga dieses Jahr nur mit Impfung realistisch

Eiersuche: Etueni Siua (Mitte) und seine Kollegen vom BSC 1899 Offenbach sehnen ebenso wie die Spieler des amtierenden Deutschen Meisters SC Frankfurt 1880 (rot-schwarze Trikots) die Rückkehr auf den Platz herbei.
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Eiersuche: Etueni Siua (Mitte) und seine Kollegen vom BSC 1899 Offenbach sehnen ebenso wie die Spieler des amtierenden Deutschen Meisters SC Frankfurt 1880 (rot-schwarze Trikots) die Rückkehr auf den Platz herbei.

Es gibt Bedenken gegen einen Start der Rugby-Bundesliga in diesem Jahr - unter anderem vom RK Heusenstamm und dem amtierenden Meister SC Frankfurt 1880. Regionale Turniere sind eher realistisch - wie der vom BSC Offenbach ausgerichtete CT Cup.

Offenbach – Sein neues Trikot hat der Rugby-Zweitligist BSC Offenbach kürzlich per Kurzvideo in den Sozialen Netzwerken vorgestellt. Wann es erstmals im Spiel zu sehen sein wird, ist jedoch weiterhin völlig unklar. Zwar soll am 13. März der Rugby-Bundesliga-Ausschuss per Video-Meeting tagen, die Zweifel daran, dass in diesem Jahr um Punkte gespielt werden kann, sind aber groß. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass 2021 gar keine Begegnungen stattfinden.

Nachdem der Saisonbeginn im vergangenen Jahr corona-bedingt auf März 2021 verschoben worden war, dieser Termin aber nicht realisierbar ist, „liegt nun Plan B auf dem Tisch. Die Chance, dass er umgesetzt wird, ist aber gering“, berichtet der dem BSC Offenbach nahestehende „Rugbychannel“, der auf Instagram und Facebook in unregelmäßigen Abständen übers nationale Geschehen in dieser Sportart berichtet. So stand zuletzt ein Saisonstart im Mai zur Diskussion. Das ist jedoch mit Blick auf die jüngsten Entscheidungen der Politik auszuschließen, da die Clubs auf eine sechswöchige Vorbereitungszeit bestehen.

Auch einem späteren Beginn der Spielzeit steht Mikey Ferraris skeptisch gegenüber. „Es gibt zu viel Variablen“, meint der südafrikanische Coach des Erstligisten RK Heusenstamm. Die Bedenken bei Spielern sowie Trainern seien außerdem derzeit groß. Man müsse auch deren private und berufliche Situation berücksichtigen, so Ferraris. Der Blick ins Ausland zeige zudem, dass das Spielgeschehen dort komplett von „Corona-Protokollen“ überlagert werde. Pausen, Absagen und Verlegungen seien in Frankreich, England sowie in der südlichen Hemisphäre an der Tagesordnung, weiß der hauptberufliche Lehrer. „Lediglich wenn alle geimpft wären, hätten wir eventuell eine Chance.“

Ferraris schlägt daher eine andere Variante vor. „Es wäre meiner Meinung nach das beste Szenario, alle Teams im September und Oktober jeweils sechs Spiele machen zu lassen, nur, damit es weitergeht und die Spieler bleiben. Die Vorbereitung auf die Saison könnte dann im Februar 2022 beginnen und man würde von Mitte März bis Oktober/November eine komplette Saison spielen. Das würde es der Liga erlauben, sich zu konsolidieren. Aber auch das hängt von sehr vielen Faktoren ab.“

Für den Fall, dass es doch noch dieses Jahr losgeht, gibt es die Überlegung, drei Spieltage in regionalen Gruppen mit je vier Teams zu absolvieren und dann im Überkreuz-Modus eine Finalrunde auszutragen, sodass man insgesamt auf sechs Spieltage pro Team kommt, erklärt Christopher Molzahn, der Vorsitzende des Rugby-Bundesliga-Ausschusses. Da die Teilnahme freiwillig wäre (Molzahn: „Wir wissen, dass die Spieler größtenteils Amateure sind, und werden keinen zwingen“), würde es keine Absteiger geben. Aber auch hiergegen regt sich Widerstand, unter anderem beim amtierenden Meister. „Ich will nicht alle Spieler zusammenholen, sie hart auf ein Ziel hinarbeiten lassen und dann wird ihnen vor oder während der Saison der Teppich unter den Füßen weggezogen“, gibt Byron Schmidt, Trainer des SC Frankfurt 1880, zu bedenken. „Unterbrechungen zerstören jedes Momentum. Für Vereine ist es wirklich schwer, wenn man sich nicht sicher sein kann, ob gespielt wird. Ich will erst zurück, wenn garantiert ist, dass die Saison tatsächlich absolviert werden kann.“

Und so wird sich das Spielgeschehen wohl - wie im vergangenen Jahr - maximal auf regionale Turniere beschränken. In Berlin und Hannover soll es wieder ein solches geben. Und auch die Fortsetzung des vom BSC Offenbach organisierten und mit 10 000 Euro Preisgeld dotierten CT Cups ist geplant. Unter anderem steht noch das entscheidende zweite Duell zwischen Offenbach und Frankfurt aus. Das Hinspiel hatte der Favorit nach hartem Kampf 19:0 gegen den BSC gewonnen. Dritter Teilnehmer ist Zweitligist RC Rottweil, der für den RK Heusenstamm eingesprungen war, nachdem die „Füchse“ corona-bedingt auf ihre Teilnahme verzichtet hatten. (Von Christian Düncher)

Virtueller Rugby-Tag wäre „nichts rechtssicher“

Aufgrund juristischer Bedenken hat der Deutsche Rugby-Verband (DRV) seine ursprünglich für gestern in virtueller Form geplante Jahreshauptversammlung abgesagt. Das gab DRV-Präsident Harald Hees (RK Heusenstamm) bekannt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Ein als Versammlungsleiter vorgesehener Rechtsanwalt sei zu dem Schluss gekommen, dass ein virtueller Deutscher Rugby-Tag „nicht rechtssicher durchführbar“ gewesen wäre, so Hees. cd

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