Rugby: Heusenstammer Gino Gennaro gibt in Offenbach Debüt

Schon vor dem ersten Länderspiel ein „Held“

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Zwei „Helden von Offenbach“: Die Heusenstammer Ben Sabinarz (links) und Gino Gennaro in den Pullovern, die kurzfristig für die Spieler angefertigt wurden, die nach dem Streik des deutschen Rugby-Nationalteams eingesprungen sind, damit das Länderspiel in Offenbach gegen Chile (Samstag, 15 Uhr, Sparda-Bank-Hessen-Stadion) stattfinden kann.

Offenbach - Er ist gebürtiger Frankfurter – und ein „Held von Offenbach“: Gino Gennaro vom RK Heusenstamm gehört zu den Spielern, die dafür sorgen, dass das Rugby-Länderspiel gegen Chile stattfinden kann. Bei der Ausrüstung des Teams war der OFC-Fanshop behilflich. Von Christian Düncher 

Den Humor lässt sich Markus Walger trotz der Negativschlagzeilen nicht nehmen. „So schnell hat man Nationalspieler“, scherzt der Trainer des RK Heusenstamm, dessen Verein bis Mittwoch nur indirekt an dem Rugby-Länderspiel zwischen Deutschland und Chile (Samstag, 15 Uhr, Sparda-Bank-Hessen-Stadion) beteiligt war, indem er die Gäste bei sich trainieren ließ. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Das Nationalteam, dessen Spieler größtenteils beim einstigen Kooperationspartner des Verbandes, der Wild Rugby Academy, angestellt sind, trat in den Streik. In Windeseile wurde ein neuer Kader nominiert, auch mit zwei Akteuren des RKH: Gino Gennaro und Benedikt Sabinarz gehören dem Team an, das von der deutschen Rugby-Community bereits als „Helden von Offenbach“ gefeiert wird.

Gennaro hat es sogar auf Anhieb in die Startformation geschafft, wird damit der erste Heusenstammer sein, der seit 2014 (Tim Biniak) im 15er-Nationalteam zum Einsatz kommt. Das Kraftpaket (1,76 Meter, 98 Kilo) spielt auf der Position des Haklers. Seine Aufgabe ist es unter anderem, beim Gedränge den Ball mit den Füßen nach hinten zu hakeln. Damit das gelingt, muss viel zusammenpassen. Seit Mittwoch übten die Spieler die Abläufe daher mehrmals am Tag beim gemeinsamen Training – erst in Heidelberg, am Freitag dann in Offenbach. „Wir sind alle bundesliga-erfahrene Spieler, haben uns schnell aufeinander abgestimmt“, sagt der gebürtiger Frankfurter, dem entgegen kam, dass er einige Akteure aus dem U21-Nationalteam kennt – wie seinen Nebenmann im Gedränge, Markus Bender vom TSV Handschuhsheim.

 „Die Stimmung ist gut“, betont Gennaro. Das Team will sich nicht bloß so gut wie möglich verkaufen. „Jeder Sportler tritt an, um zu gewinnen. Zudem will ich die Zeit genießen und ein passables Spiel machen.“ Eventuell vor den Augen der streikenden Kollegen. Der Verband hat sie zum Spiel eingeladen. Ein Angebot zur Versöhnung? Es ist nach den jüngsten Vorkommnissen und dem entstandenen Schaden zumindest nicht selbstverständlich.

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Laut Onlineportal „totalrugby.de“ hat der Weltverband als Reaktion auf den Streik die Finanzierung einer für 2018 geplanten Tour mit Partien gegen hochkarätige Gegner gestrichen. Zudem musste die Notbesetzung kurzfristig neu eingekleidet werden, nachdem die nun streikenden Akteure nach dem Spiel in Wiesbaden gegen die USA Trikots getauscht und andere Teile der Ausrüstung nicht zurückgegeben hatten. Unter anderem wurden im Fanshop der Offenbacher Kickers Kapuzenpullover für die Spieler bedruckt – mit Bundesadler und dem Slogan „Helden von Offenbach“. Sie sollen in begrenzter Stückzahl auch bei der Partie verkauft werden.

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