DRV-Auswahl startet nach verpasster WM-Teilnahme in EM

Offenbach macht dem Nationalteam Hoffnung

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Bereit für den Neustart: Der Offenbacher Wynston Cameron-Dow (vorne, beim Training des Nationalteams in Heidelberg) will mit der DRV-Auswahl nach der verpassten WM-Teilnahme in der EM die Top-Drei erreichen.

Offenbach – Es war als gut gemeinte Aktion gedacht, riss jedoch die eine oder andere Wunde auf. Von Christian Düncher

Als sich die deutschen Rugby-Nationalspieler, unter ihnen Wynston Cameron-Dow vom BSC Offenbach, unter der Woche in Heidelberg auf das EM-Auftaktspiel am Samstag (14 Uhr) in Belgien vorbereiteten, machte dort auch der Webb-Ellis-Cup auf der Werbetour für die Weltmeisterschaft 2019 in Japan Station. Der goldene Pokal erinnerte noch einmal an den November des vergangenen Jahres, als das Team nah dran war, sich erstmals für die WM zu qualifizieren, aber im entscheidenden Spiel des Qualifikationsturniers Topfavorit Kanada unterlag.

Fast drei Monate sind seitdem vergangen. Es war keine einfache Zeit. „Wenn man sich zehn Wochen vorbereitet und dann so kurz vor dem Ziel scheitert, ist das hart. Danach war die Motivation erst mal unten“, gibt Cameron-Dow zu. Vor allem mental sei es sehr schwierig gewesen, sich auf die EM, die bis Mitte März in einfacher Runde in einer Sechser-Gruppe ausgespielt wird, vorzubereiten. „Die Kälte hat dabei nicht geholfen“, scherzt der in Südafrika geborene Spielertrainer des Regionalligisten BSC Offenbach. „Aber wir müssen weitermachen.“ Zumal sich Cameron-Dow und Co. in der Verantwortung sehen.

„Deutschland steht an einem entscheidenden Punkt. Nach dem Scheitern in Marseille müssen wir nachlegen und schauen, was wir in der EM schaffen können“, meint der 29-Jährige. An den Rücktritt habe er nach der verpassten WM-Teilnahme nicht gedacht. Der Zeitpunkt, „das Trikot mit der Nummer 13 an die nächste Generation weiterzugeben“, sei noch nicht gekommen, betont er.

Nachdem die Auswahl des Deutschen Rugby-Verbandes (DRV) unter dem neuen Trainer Mike Ford aus England beim WM-Qualifikationsturnier nachgewiesen hat, dass sie auf hohem Niveau mithalten kann, sind die Ziele für die EM entsprechend ambitioniert. Eine Top-Drei-Platzierung soll es sein. „Wir glauben absolut daran, dass das möglich ist. In den vergangenen Jahren haben wir bewiesen, dass wir auch Topteams schlagen können“, erinnert Cameron-Dow unter anderem an das sensationelle 41:38 im Februar 2017 in Offenbach gegen Rumänien.

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Rugby-Nationalmannschaft verliert gegen Georgien

Erst mal geht es aber darum, einen guten Start hinzulegen. Die Partie in Belgien bezeichnet Cameron-Dow daher als Schlüsselspiel: „Es ist der Auftakt und das auswärts. Belgien ist wie wir, die kämpfen immer bis zum Schluss.“ Gleichwohl glaubt er an einen Sieg: „Wir haben ziemlich viel Power im Sturm und verfügen über gute Fähigkeiten.“ Belgien sollte damit zu schlagen sein (wie 2017 in Offenbach – 34:29), Topfavorit Georgien und Russland wohl nicht. „Aber Rumänien und Spanien können wir an einem guten Tag besiegen.“

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