TGS Hausen

Mit Neuzugang „Dictator“ in die 1. Rugby-Bundesliga

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Wintertransfer der TGS Hausen: Für den Gedrängebock, Modell „Dictator“, haben die „Löwen“ lange gespart. Foto: vvg

Hausen – Um das große Ziel, den Aufstieg in die 1. Bundesliga, im dritten Anlauf endlich zu realisieren, hat Rugby-Zweitligist TGS Hausen in der Winterpause tief in die Tasche gegriffen. Von Christian Düncher

Investiert haben die „Löwen“ allerdings nicht in weitere Spieler, sondern in einen „Dictator“. Diese Modell-Bezeichnung trägt der neue Gedrängebock der Hausener. Sieht aus wie ein landwirtschaftliches Gerät, hilft aber ungemein dabei, die wichtigste und zugleich diffizilste Standardsituation im Rugby zu üben: das Gedränge.

Von beiden Seiten drücken dabei acht oft um die 100 Kilo schwere Spieler mit dem Ziel, den Gegner nach hinten zu befördern und den von der Seite eingeworfen Ball zu erobern. Klingt wild, erfordert aber neben Kraft auch unglaublich viel Technik und somit regelmäßiges Training. Der Gedrängebock ist dafür das perfekte Übungsgerät. In Hausen gab es einen solchen zwar bereits. „Der war aber ganz alt, ohne Federung“, erklärt Trainer Benoit Grob. „Den neuen haben wir uns mit viel Vorlaufzeit zusammengespart.“ Und mit viel Unterstützung. Neben privaten Gönnern sowie Sponsoren schoss auch der Hauptverein einen Teil bei. Zudem beantragte die TGS mit Erfolg Fördergelder. „Für das Teil bekommt man einen Kleinwagen“, sagt Grob und ergänzt grinsend: „Wir wollen damit schonender unser Gedränge verbessern.“ Auf einer südafrikanischen Internetseite wird der „Dictator“ für umgerechnet rund 17 000 Euro angeboten.

Personell fühlen sich die Hausener, die die Tabelle der 2. Liga West mit vier Punkten Vorsprung anführen, gut aufgestellt für die Restsaison, die für sie am 23. März (14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die RT Münster beginnt. Exakt einen Monat zuvor richten sie ein Vorbereitungsturnier mit unterklassigen Gegnern aus der Region aus. „Die Stimmung ist gut, das Training ist gut besucht. Wir freuen uns auf echte Action“, so Grob.

Nicht mehr für die TGS auflaufen wird Georgi Elisashvili. Der georgische Stürmer, der erst vor der Saison von Erstligist RK Heusenstamm gekommen war, wechselt erneut eine Klasse tiefer – zum Regionalligisten BSC 1899 Offenbach. Dem guten Verhältnis beider Vereine, deren Reserven eine Spielgemeinschaft bilden, tue dies jedoch keinen Abbruch, wie BSC-Sprecher Bruno Vrga betont. „Es wird kein böses Blut geben. Giorgi ist auf uns zugekommen, wir haben Hausen informiert. Vor drei Jahren hat Hausen von unseren Spielern profitiert, jetzt ist es mal andersherum. Es wird immer mal Wechsel geben, aber das sollte keine strategischen Ziele beeinflussen.“

Beim BSC Offenbach macht man aus den ambitionierten Zielen keinen Hehl. Mit der Verpflichtung des im Sturm auf mehreren Positionen einsetzbaren Georgiers bestätige der Verein seinen „Anspruch auf den Aufstieg in die 2. Liga und den Durchmarsch in die Bundesliga“, sagt Vrga. „Die Verpflichtungen für die kommende Saison sind schon unter Dach und Fach, können jedoch erst im Sommer bekannt gegeben werden.“ Es soll sich ausnahmslos um Spieler handeln, die mindestens Erstliga-Niveau haben. Aufgrund eines Urteils am Grünen Tisch sei man etwas länger in den unteren Klassen aufgehalten worden, so Vrga. „Daher haben wir beschlossen, den Verbleib in der 2. Liga zu verkürzen. Unser Aufbau der Jugend geht so schleunig voran, dass wir uns entschieden haben, auch die erste Mannschaft mit mehr Mitteln auszustatten.“

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