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Ruhig, respektvoll, angriffslustig

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Von: Holger Appel

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Ausfallschritt. Eine Szene aus dem vergangenen Jahr vom Stefan-Hauckler-Gedächtnis-Turnier in Offenbach.
Ausfallschritt. Eine Szene aus dem vergangenen Jahr vom Stefan-Hauckler-Gedächtnis-Turnier in Offenbach. © eyssen

Die 14-jährige Matilda Kunisch vom Fechtclub Offenbach powert sich auf der Planche gern aus

Offenbach – KiKA, der Fernsehkanal von ARD und ZDF für Kinder und Jugendliche, hatte vor mehr als fünf Jahren das Interesse von Matilda Kunisch geweckt. In „KiKA live“ hatten die Moderatoren Jess und Ben von einem Training der Nachwuchsfechter im Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim berichtet. Motto: Einmal Fechten wie die Musketiere oder Zoro.

Fechten, das wird doch nicht nur in der Florett-Hochburg im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs angeboten, sondern auch in Matilda Kunischs Heimatstadt Offenbach. Also hat sie mit ihren Eltern mal beim Verein vor Ort nachgefragt und bald darauf ging es mit dem dort etablierten Degen für sie los.

„Ich bin zuvor gern klettern gegangen, hatte da nicht mehr so große Lust, und mit Ballsportarten werde ich nicht richtig warm. Fechten hingegen ist eine tolle Mischung aus taktischem Denken und intensivem Sport. Dabei kann ich mit meinen Freundinnen zusammen vorankommen, sportlich zusammen wachsen. Wir können uns auch so richtig auspowern, das gefällt mir sehr“, sagt die 14 Jahre alte Schülerin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Offenbach, die am Wochenende bei den Deutschen U20-Meisterschaften zum Heimspiel in der Halle der Edith-Stein-Schule in Offenbach antritt; am Samstag im Einzel, am Sonntag im Team des Fecht-Clubs Offenbach (FCO).

Matilda Kunisch, FCO-Talent.
Matilda Kunisch, FCO-Talent. © p

Ihre Erwartungen dafür formuliert sie zurückhaltend. „Die meisten Gegnerinnen sind bei diesen Deutschen Meisterschaften deutlich älter als ich. Es geht zunächst einmal darum, Erfahrungen zu sammeln und zu schauen, wie ich mich in diesem Feld schlagen kann. Der eine oder andere Sieg wäre schön. Ich bin selbst gespannt, wie das so wird. Viel wichtiger für mich sind in den Wochen darauf aber die Deutschen Meisterschaften in der U15 in Reutlingen und in der U17 in Rüsselsheim. Da will ich dann sehr gut punkten und weit nach vorn kommen.“

Dafür trainiert Kunisch intensiv, viermal die Woche in der Fechthalle an der Senefelderstraße im Team der Trainer Wladislaw Erenburg und Gabriel Petrovici, an den anderen Tagen geht sie joggen und feilt mit Seilspringen an Koordination und Reaktion. „Ich bin sehr aktiv auf der Planche, setze auf Angriff. Beim Verteidigen und bei der Schnelligkeit gibt es noch einiges zu verbessern“, berichtet Kunisch.

Zuletzt hatte sich die auf Rang fünf der deutschen U15-Rangliste liegende Offenbacherin schon ordentlich präsentiert: Platz neun beim Turnier in Leipzig, Rang zwei in Kassel, Platz drei bei den hessischen U15-Meisterschaften in Rüsselsheim und Platz acht beim Turnier in Frankfurt. Ihren letzten Turniersieg hatte sie noch vor der Corona-Pandemie in der U13 in Backnang gefeiert. Insgesamt hat Kunisch laut eigenem Fechtpass schon zwölf Turniere gewonnen, 25 zweite oder dritte Ränge verbucht. Den zweiten Platz beim U15-Herkules-Turnier in Kassel schätzt sie aber noch höher ein als die früheren Erfolge im Kinderbereich.

„Sie ist ein liebes, ruhiges Mädchen, sehr respektvoll, aber auch sehr ehrgeizig. Das paart sich ganz hervorragend“, hält FCO-Vorsitzende Gudrun Bayer große Stücke auf das Talent.

Von Holger Appel

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