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Samurai Offenbach: „Besser kann es nicht laufen“

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Von: Holger Appel

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Kämpfen bis zum Umfallen. Offenbachs Leon Schreder (rechts) gegen Thilo Assmann.
Kämpfen bis zum Umfallen. Offenbachs Leon Schreder (rechts) gegen Thilo Assmann. © A2

Der JC Samurai Offenbach feiert beim 11:3 gegen den VfL Sindelfingen seinen höchsten Bundesliga-Erfolg. „Der Siegeswille war unglaublich, wir haben wieder mal gezeigt, dass wir in diese Liga gehören“, jubelte Club-Boss Francesco Liotta

Offenbach – Francesco Liotta, Trainer und Vorsitzender des JC Samurai Offenbach, ballte am Mattenrand kurz die Faust und grinste. Seine Athleten rannten unterdessen nach dem höchsten Sieg in der Judo-Bundesliga seit dem Aufstieg 2017 Hand in Hand auf die proppenvolle Tribüne in der Halle des Berufschulzentrums am Buchhügel zu, machten mehrfach die Welle mit ihren Fans und bedankten sich für die große Unterstützung beim überraschend deutlichen 11:

3 am zweiten Kampftag gegen den VfL Sindelfingen. Im vergangenen Jahr hatten die Offenbacher in Sindelfingen 10:4 gewonnen – das war der bisherige Bestwert.

Felix Schwenke stand direkt an der Tribüne und war hoch erfreut. „Wenn man in Offenbach Bundesliga sehen will, muss man zum Judo gehen. Das ist jedes Mal großartig. Ich habe großen Respekt vor den Athleten, man merkt ihnen immer mehr die Jahre in der 1. Liga an, die Erfahrung auf diesem Niveau nimmt zu. Es macht Freude, hier zuzuschauen.“ Liotta hörte die Worte des Oberbürgermeisters natürlich gern, auch er war begeistert von diesem aus Offenbacher Sicht erfolgreichen Kampftag. „Es fing super an für uns und endete super. Der Gegner war zwar leicht dezimiert, das soll unsere Leistung aber nicht schmälern. Die Jungs waren nach dem 5:9 zum Auftakt in Speyer echt heiß. Da hatten sie einige knappe Niederlagen kassiert. Der Siegeswille war unglaublich, wir haben wieder einmal gezeigt, dass wir in diese 1. Liga reingehören.“

Die Offenbacher lagen bereits zur Pause 5:2 vorn. Der polnische Schwergewichtler Kamil Grabowski, vergangene Woche noch als Soldat an der Grenze seines Heimatlandes zur von Russland angegriffenen Ukraine im Einsatz, kämpfte Jan Weber in knapp drei Minuten nieder. Daniel Gleim (bis 73 kg) besiegte Nikita Pak in weniger als einer Minute, Fabian Kühn (bis 66 kg) Alexander Stromberger in zweieinhalb Minuten. Tibo Volleman (bis 60 kg) siegte kampflos. Markus Seifert (bis 90 kg) unterlag überraschend in wenigen Sekunden gegen Linus Harsch, Felix Herbst (bis 100 kg) nach großem Kampf in fünf Minuten gegen Jan Schmidt. Leon Schreder, Samurai-Zugang vom Zweitligisten Bad Homburg, gewann nach mehr als sieben Minuten mit einer großen Energieleistung und lautstarker Unterstützung der 300 Zuschauer gegen Thilo Assmann. „Das war das erste Mal, dass ein Publikum so für mich da war. Das war überragend, der Kampf extrem kräftezehrend. Ich war an meiner Leistungsgrenze und bin sehr glücklich, dass es vor dieser tollen Kulisse gereicht hat“, sagte der 21-Jährige, der nach seinem Kampf minutenlang völlig fertig abseits an einer Matte lehnte. „Ich habe meinen Kampf gewonnen, wir haben als Team gewonnen – besser kann es nicht laufen“, ergänzte er nach seiner doppelten Premiere in der deutschen Eliteklasse.

Im zweiten Abschnitt verlor lediglich Herbst gegen Schmidt. Gleim (bis 81 kg, gegen Assmann), Grabowski (plus 100 kg gegen Ruhland), Leon Ehmig (bis 73 kg, gegen Pak), Alash Gashaev (bis 66 kg, gegen Fabian Staber), Hratschik Latschinian (bis 60 kg, kampflos) und Markus Seifert (bis 90 kg, gegen Dejan Vujaklija) gewannen ihre Kämpfe klar und schnell. „In meinem ersten Kampf war ich leider kopflos und überhastet, in meinem zweiten Kampf habe ich mich zum Glück gesammelt. Wir haben als Team gewonnen – das zählt“, sagte Markus Seifert, ehe er mit den Kollegen zur Jubelrunde ansetzte.

Von Holger Appel

Gemeinsam für den Frieden. Die Athleten des JC Samurai und des VfL Sindelfingen vor ihren Kämpfen in den gelben Trikots mit der Aufschrift „Judo for Peace“. Am Wochenende liefen alle Clubs in den Bundesligen Süd und Nord in diesen Shirts ein.
Gemeinsam für den Frieden. Die Athleten des JC Samurai und des VfL Sindelfingen vor ihren Kämpfen in den gelben Trikots mit der Aufschrift „Judo for Peace“. Am Wochenende liefen alle Clubs in den Bundesligen Süd und Nord in diesen Shirts ein. © hartenfelser

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