1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport

Samurai Offenbach startet in die Judo-Bundesliga

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Holger Appel

Kommentare

Wiedersehen am Samstag in Sachsen? Der Offenbacher Daniel Gleim (links) im September 2019 im Kampf gegen Leipzigs Laszlo Szoke. Beide Athleten stehen nach der langen Corona-Zwangspause erneut im Bundesliga-Kader ihrer Vereine.
Wiedersehen am Samstag in Sachsen? Der Offenbacher Daniel Gleim (links) im September 2019 im Kampf gegen Leipzigs Laszlo Szoke. Beide Athleten stehen nach der langen Corona-Zwangspause erneut im Bundesliga-Kader ihrer Vereine. © hartenfelser

Vor zwei Wochen wirkte Francesco Liotta zuversichtlich mit Blick auf die am Samstag beginnende Saison in der Judo-Bundesliga. Inzwischen ist beim Vorsitzenden und Trainer des JC Samurai Offenbach Ernüchterung eingekehrt.

Offenbach – Schon am vergangenen Wochenende nach den deutschen Einzelmeisterschaften in Stuttgart haderte er aufgrund einer Verletzung von Leon Ehmig im Viertelfinale der Klasse bis 73 kg. Die Lage hat sich vor dem Auftakt in Leipzig gegen den Gastgeber und den Judoclub Speyer nicht verbessert. Im Gegenteil.

Francesco Liotta, Trainer JC Samurai.
Francesco Liotta, Trainer JC Samurai. © a2

Francesco Liotta, beginnt die neue Bundesliga-Saison mit oder ohne Leon Ehmig?

Leider wird diese Bundesliga-Saison komplett ohne ihn laufen. Er hat sich ein Innenband am Ellbogen gerissen. Ihm drohen vier Monate Pause. Das ist bitter.

Wie ist Ihr Team ansonsten aufgestellt vor dem Auftakt nach der langen Zwangspause aufgrund der Pandemie?

Nicht gut.

Das klang vor gar nicht allzu langer aber noch anders.

Ja, vor zwei Wochen habe ich noch versichert, wir kommen in der 10er Liga garantiert unter die Top 6. Jetzt denke ich, hätte ich doch nur die Klappe gehalten.

Was ist passiert?

Wir kassieren eine Absage nach der anderen. Felix Herbst, unser Mann für die Klasse bis 100 Kilogramm, hat sich den Fußzeh gebrochen, Sascha Puzik, der in der Klasse bis 66 Kilogramm gesetzt war, sich das Kreuzband gerissen. Wohl nicht aktuell, er hat schon seit längerem immer mal wieder über Schmerzen im Knie geklagt, und als wir jetzt das Training angezogen haben, ging nichts mehr. Das kam also erst jetzt heraus. Miklos Cirjenics hat für Ungarn bei den Olympischen Spielen gekämpft, er soll sich erholen, bekommt von seinem nationalen Verband keine Freigabe für uns in der Bundesliga. Unser 60-Kilogramm-Mann Tibo Volleman hat eine Einladung für die niederländische Nationalmannschaft erhalten, kämpft für sie. Philipp Dahn ist zum zweiten Mal Vater geworden und hat uns abgesagt. Fabian Kühn ist beruflich verhindert. David Tsokouris, unser Punktgarant in der Klasse bis 81 Kilogramm, und Phillip Schönfeld waren zuletzt krank. Wir sind personell am Limit. Noch Fragen?

Der Samurai-Kader

Max Barthel, Patrick Bitz, Miklos Cirjenics, Philipp Dahn, Uros Djurdjevic (eigene Jugend), Leon Ehmig, Mohammad Falahatpisheh (1. DJC Frankfurt), Andreas Fischer, Nicolas Gerber, Daniel Gleim, Kamil Grabowski, Felix Herbst, Markus Horn, Fabian Kühn, Tarik Mahou (TSG Nordwest Frankfurt), Georgios Malliaropoulos, Tim Mentel, Athanasios Mylonelis (Thessaloniki), Viktor Noll, Eleftherios Marios Panagiotou (Thessaloniki), Patrick Pelz, Sascha Puzik, Valentin Radu, Dominik Schlegel, Jan Schmitt, Phillip Schönfeld, Sven Seifert, Markus Seifert, Toni Skoberne (Jugend), Lukas Sonne, Daniel Sudermann, Volker Trumpfheller, David Tsokouris, Tibo Volleman

Abgänge: keine

Trainer: Francesco Liotta Sportlicher Leiter: Markus Horn

Ja, wie sieht denn dann Ihr Team in Leipzig aus?

Aktuell haben wir unsere ganz jungen Kerle in der Klasse bis 60 Kilogramm: Tarik Mahou, Toni Skoberne und Uros Djurdjevic. In der Klasse bis 66 Kilogramm kann ich nach den Ausfällen von Puzik, Kühn und Dahn noch nichts sagen. Da habe ich gerade niemanden. Da ist wirklich alles offen. In der Klasse bis 73 Kilogramm sind nach Ehmigs Ausfall Daniel Gleim und Daniel Sundermann gesetzt, in der Klasse bis 81 Kilogram muss unser Teammanager Markus Horn sicher auch auf die Waage. In der Klasse bis 90 Kilogramm sind wir mit Nicolas Gerber und den Seifert-Brüdern richtig gut besetzt. Bis 100 Kilogramm muss Mohammad Falahatpisheh ran, im Schwergewicht Kamil Grabowski und Tim Mentel.

Das bedeutet für die Reise nach Leipzig?

Es geht darum, diesen ersten Kampftag zu überstehen. Ich bin auf alles gefasst, freue mich über jeden einzelnen gewonnenen Kampf. Ein Punktgewinn für das Team wäre wie ein Sieg.

Samurai-Termine

Samstag, 11. September: gegen JC Leipzig und JSV Speyer (in Leipzig)

Samstag, 18. September: gegen JT Heidelberg/Mannheim, VfL Sindelfingen, TV Erlangen (in Erlangen)

Samstag, 25. September: gegen KSV Esslingen und TSG Backnang (in Backnang)

Samstag, 2. Oktober: gegen TSV Abensberg und JC Rüsselsheim (in der Sportfabrik, Offenbach-Bürgel)

Klar, Judo ist ein Kampfsport, Verletzungen passieren. Aber wieso müssen Sie während der Bundesliga-Saison Athleten für internationale Einsätze abgeben?

Weil Judo letztlich ein Einzelsport ist. Die Bundesliga mit der Mannschaft ist für jeden Sportler super, aber für die Topathleten sind die internationalen Turniere wichtiger. Und die laufen jetzt nach der langen Zwangspause parallel zur Bundesliga gebündelt an. Alles direkt hintereinander. Das ist schwierig zu koordinieren.

Wie sieht das denn bei den anderen Bundesligisten aus?

Abensberg, Esslingen, Speyer und Leipzig, vielleicht auch Rüsselsheim sind richtig stark, in der Spitze und in der Breite. Esslingen will unbedingt Deutscher Meister werden. Wir orientieren uns eher an Backnang, Erlangen, Mannheim und Sindelfingen, die aber auch alle gute Teams beisammen haben. Zwei Mannschaften steigen ab, wir hoffen jetzt, dass wir zwei Kontrahenten hinter uns lassen können.

Wie kann das gelingen?

Indem wir zur richtigen Zeit die richtigen Leute auf der Matte haben.

Sie denken da an den zweiten Kampftag?

Genau. Ich hoffe, bis dahin ist der eine oder andere wieder fit, gesund, beziehungsweise vom internationalen Einsatz zurück. Am zweiten Kampftag in Erlangen werden die entscheidenden Punkte im Kampf um den Klassenerhalt vergeben. Da müssen wir zuschlagen.

Das Gespräch führte Holger Appel

Auch interessant

Kommentare