WM schauen zur Frustbewältigung

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Nach der Schlusssirene lassen die Skyliners die Köpfe hängen.

Frankfurt ‐ Der schmerzhafte Wandel vom „Basketball-Gott“ (Kommentator Frank Buschmann) zum tragischen Held dauerte nur wenige Momente. 15 Sekunden vor Ende von Spiel fünf um die Deutsche Meisterschaft hatte Pascal Roller mit seinem fünften Dreier die Frankfurt Skyliners auf 69:70 herangebracht. Von Jörn Polzin

Doch die späte Wende in der „Frankenhölle“ von Bamberg blieb aus. Rollers Freiwurf 3,5 Sekunden vor Schluss verfehlte knapp das Ziel. Wenig später war der Traum vom Meistertitel ausgeträumt.

Roller lud seine Teamkollegen gestern spontan zum Grillen und Fußball schauen ein. Frustbewältigung war angesagt. In den Spielern der Fußball-Nationalelf fanden die Skyliners immerhin ein paar Leidensgenossen. Grämen müssen sich Frankfurts Basketballer nach dieser Spielzeit aber gewiss nicht. „Natürlich bin ich enttäuscht“, sagte Sportdirektor Kamil Novak, „aber wir haben eine Supersaison gespielt.“ Unter dem Strich steht: Vizemeister und Vizepokalsieger.

Vor den Play-offs hatten dem Hauptrundensiebten nur wenige den Durchmarsch bis in die Finalserie zugetraut. Doch in der entscheidenden Saisonphase liefen die Frankfurter zu Hochform auf, bezwangen Serienmeister Alba Berlin und in einer packenden Serie die Eisbären aus Bremerhaven. „Die Mannschaft hat großes Herz bewiesen und sich immer wieder zurückgekämpft“, lobte Trainer Gordon Herbert. Der Kanadier, der den Klub 2004 zur Meisterschaft geführt hatte, trägt keinen geringen Anteil am Erfolg. Im Vergleich zu Vorgänger Murat Didin, den er im April ablöste, redet Herbert viel mit den Spielern, ist ein zugänglicher Übungsleiter. „Er ist ein Players Coach“, sagt Jimmy McKinney. Einer, der auf den Zusammenhalt setzt, motivierend wirkt. Bei Herbert ist der Star die Mannschaft.

Der Vertrag des 51-Jährigen geht noch ein Jahr. Allerdings plagen den Coach schon seit längerem Rückenprobleme. Ein weiteres Engagement ist fraglich. Personell stehen die Skyliners vor einem Umbruch. Die Verträge von sieben Spielern laufen aus, darunter auch die Kontrakte der Leistungsträger Aubrey Reese, Jimmy McKinney und Derrick Allen. Letztgenannter soll von Bundesligaklubs umworben sein. Einzig Pascal Roller und Dominik Bahiense de Mello besitzen einen Vertrag für die nächste Spielzeit. Angesichts der noch ungeklärten Vertragsverlängerung mit Hauptsponsor Deutsche Bank - der Kontrakt geht nur bis 2011 - werden die Skyliners den Gürtel enger schnallen müssen.

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