Rad-Klassiker auf gutem Weg

Schleife bleibt nahezu unverändert

Frankfurt – Rolf Heine hat sie alle erlebt. Hautnah. Einen Rudi Altig, einen Eddy Merckx, einen Erik Zabel. Bei Siegerehrungen stand er stets ein paar Meter neben ihnen, im Hintergrund, wie er es mag.

Er war der stille Tüftler, der oberste Puzzler, der sich nie aufdrängte, der beim deutschen Rad-Klassiker am 1. Mai aber doch die Fäden zusammenführte. Seit 1967 gehörte der langjährige Organisations- und Streckenchef dem Traditionsrennen an. Jetzt wurde er offiziell verabschiedet. „Ich bin ja ins offizielle Rentenalter gekommen, irgendwann ist mal Schluss“, sagte Heine mit gewohnt ruhiger Stimme. Er geht auch deshalb guten Gewissens, weil sich das Traditionsrennen „Eschborn-Frankfurt“ auf einem sehr guten Weg befindet. Seit der renommierte Tour-Veranstalter ASO die Leitung 2017 übernahm, geht es aufwärts, und für die Strecke ist inzwischen Fabian Wegmann mitverantwortlich – ein zweifacher Sieger in Frankfurt (2009, 2010), einst für den RV Henninger Sossenheim fahrend.

Wegmann hat mit anderen Hürden zu kämpfen als einst Heine – vor allem in bürokratischer Hinsicht. Es müssen viel mehr behördliche Genehmigungen erfüllt werden, um etwa durch Städte fahren zu dürfen. Und weil die Strecke des Frankfurter Rad-Klassikers nach einigen Veränderungen im vergangenen Jahr so gut funktionierte, lässt Wegmann die Schleife bei der 59. Auflage am 1. Mai 2020 praktisch unverändert. Die wieder hinzugekommene Billtalhöhe ist also ebenso weiter dabei wie die neue Mainschleife kurz vor dem Ziel in der Frankfurter Innenstadt. Sowie freilich auch die traditionellen Taunus-Höhepunkte Feldberg, Ruppersthain und Mammolshainer Berg, der wieder viermal zu erklimmen ist. Das sogenannte Städte-„Team Taunus“ mit Oberursel, Sulzbach, Schwalbach und Kronberg wurde um Königstein erweitert.

Dies könnte der Kurs sein, der auf lange Sicht bestand hat. „Wir werden versuchen, die Strecke über die nächsten Jahre zu festigen“, betont Wegmann. Schließlich sei auch bei allen anderen großen Frühjahrs-Klassikern der Kurs Jahr für Jahr nahezu derselbe. „Das ist den Teams wichtig“, betont Wegmann.

Welche Fahrer in rund 90 Tagen im Hauptrennen antreten, können die Organisatoren um Chef Claude Rach noch nicht sagen. Natürlich hoffen sie auf erneute Zusagen von Profis wie Vorjahressieger Pascal Ackermann und John Degenkolb.  joi

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