KREISOBERLIGA

Kilianstädtens Trainer ist mit den Bedingungen des Saisonstarts nicht zufrieden

Hart umkämpfter Punkt: Sascha Witzke und der SV Kilianstädten spielten 1:1 gegen Eintracht Oberissigheim (Karim Beloued, rechts).
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Hart umkämpfter Punkt: Sascha Witzke und der SV Kilianstädten spielten 1:1 gegen Eintracht Oberissigheim (Karim Beloued, rechts).

Am Ende fehlten dem SV Kilianstädten nur wenige Sekunden zu den ersten drei Punkten der neuen Kreisoberliga-Saison. „Das war enttäuschend und alles auch sehr ärgerlich“, sagte Trainer Frank Wehr mit Blick auf den späten Ausgleich, den sein Team beim 1:1 gegen Eintracht Oberissigheim in der 92. Minute kassierte.

Schöneck – Die liegengelassene Chance auf das 2:0 in der Nachspielzeit, der unnötig verschuldete Eckball vor dem Gegentor und schließlich der Oberissigheimer Treffer aus abseitsverdächtiger Position: Die Umstände dieses Remis zum Auftakt machten dem Übungsleiter auch am Tag danach noch zu schaffen.

Ein Dreier gegen die ambitionierte Eintracht wäre ein optimaler Start in die neue Saison gewesen, hinter der für Frank Wehr noch viele Fragezeichen stehen. Dass die neue Spielzeit schon am vergangenen Wochenende begann und man den Vereinen aus den Kommunen, die von der Allgemeinverfügung des Main-Kinzig-Kreises betroffen waren, nicht noch mal eine Woche mehr Zeit gab, um sich unter Wettkampfbedingungen vorzubereiten, ist der erste von vielen Punkten, der beim SVK-Trainer Unverständnis hervorruft: „Das hat man Oberissigheim auf jeden Fall angemerkt“, meint Frank Wehr.

Wie viele Vereine sei man zwar auch beim SV Kilianstädten froh, dass endlich wieder Fußball gespielt werden könne. Unter welchen Bedingungen die neue Saison durchgeführt wird, ist dem Coach allerdings ein Dorn im Auge. Er ist der Meinung, dass eine einfache Runde ohne Rückspiele oder eine in zwei Gruppen aufgeteilte Spielklasse wie in der Kreisoberliga Gelnhausen sinnvoller gewesen wären. „Ich weiß nicht, wie das im jetzigen Modus alles funktionieren soll. Da müssen wir uns wohl überraschen lassen“, meinte Frank Wehr.

Unzufrieden: Frank Wehr, Trainer SV Kilianstädten, ist mit einigen Verbandsentscheidungen nicht glücklich.

Die Unklarheit darüber, was passiert, wenn es zu lokalen Corona-Ausbrüchen kommt, stimmen den Coach ebenso bedenklich wie der straffe Terminkalender mit den vielen Spielen unter der Woche oder Partien, die im Februar ausgetragen werden sollen, obwohl in den vergangenen Jahren ein Großteil der Spiele im März aufgrund der Witterungsbedingungen abgesagt werden mussten.

„Ich vermisse da die Weitsicht und verstehe nicht, warum man, wenn Terminengpässe vermieden werden sollten, keine andere Lösung für die neue Saison gefunden hat. Aus meiner Sicht ist das alles überhaupt nicht gut durchdacht“, sagt Frank Wehr. Arrangieren muss sich der Übungsleiter trotzdem mit den Gegebenheiten. Der Fokus in den Übungseinheiten liege bei den vielen englischen Wochen künftig auf der Regeneration.

Schließlich müssen die Amateurkicker ein höheres Pensum absolvieren als üblich. Schon am kommenden Donnerstag trifft der SVK auf Rot-Weiß Großauheim, am Sonntag hat die Mannschaft Kewa Wachenbuchen zu Gast und am Donnerstag darauf muss sie beim SV Wolfgang ran.

Wie man am besten durch die nächsten Wochen kommt? „Man braucht einen großen Kader, um das alles durchzustehen“, sagt Frank Wehr. Fünf Auswechslungen wären seiner Meinung nach hilfreich. Eine Regeländerung, die nicht nur für die Profifußballer, sondern auch für die Amateure von großer Bedeutung gewesen wäre, gab es allerdings nicht. Ein weiterer Punkt, der Frank Wehr stört.

Er wird deshalb viel rotieren, um das hohe Verletzungsrisiko zu minimieren – dafür müsse jeder im 22 Spieler umfassenden Kader Verständnis haben, meint Frank Wehr. Das Ziel für das Heimspiel am Donnerstag um 19 Uhr gegen Großauheim ist klar: „Wir haben gerade zwei Punkte verloren, deshalb wollen wir die Partie natürlich gewinnen.“

Beschäftigt hat er sich mit dem Gegner noch nicht richtig. „Man hatte ja kaum die Möglichkeit, jemanden zu beobachten. Bei vielen Teams ist es noch gar nicht absehbar, in welche Richtung es geht. Es wird sich wahrscheinlich erst nach acht bis zehn Spielen zeigen, wer aus dieser Pause besser herausgekommen ist“, erklärt Frank Wehr.

Viel wird davon abhängen, wer die hohe Belastung besser wegstecken und den Rost von der langen Pflichtspielpause schneller abschütteln kann. Und wie sehr eventuell neue Corona-Fälle die Saison weiter beeinflussen könnten. „Wir hoffen alle, dass es keine weiteren Ausbrüche gibt“, sagt Frank Wehr, der die eine oder andere düstere Prognose vernommen hat: „Ich habe schon mit ein paar Leuten hier im Kreis gesprochen. Viele glauben, dass die Saison nicht fertig gespielt werden kann.“

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