Interview mit Sarah Vogel

Jugendathletin des Jahres setzt sich große Ziele

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Stark mit dem Stab: Die Bestleistung von Sarah Vogel liegt bei 4,06 Metern, ein Zentimeter unter WM-Norm. 

Im Januar 2019 hätte sich Sarah Vogel (17) nicht träumen lassen, welchen Titel sie im Januar 2020 mal einheimsen würde: deutsche Jugendleichtathletin des Jahres. Im Interview spricht die Stabhochspringerin der LG Seligenstadt über die Wahl und WM-Träume.

Seligenstadt – Seit Mittwoch ist es offiziell. Sie sind Jugendleichtathletin des Jahres. Wie haben Sie davon erfahren und wie fühlt es sich an?

Ehrlich gesagt wusste ich es schon etwas länger. Ich habe einen Anruf vom DLV bekommen, da war ich beim Mathelernen und musste eine Pause einlegen (lacht). Ich freue mich natürlich riesig über die Auszeichnung. Es krönt ein Jahr, das nach zwei Operationen gar nicht gut anfing.

Was hat der Verband Ihnen noch mitgeteilt?

Ich sollte alles bis zur offiziellen Mitteilung geheimhalten, durfte nur den engsten Vertrauten etwas sagen. Das war gar nicht so leicht, denn ständig wollte jemand von mir wissen, wie meine Chancen stehen. Aber ich durfte mir ja nichts anmerken lassen (schmunzelt). Es war also für viele eine Überraschung - für mich nicht.

Sie haben 16 Prozent der Stimmen bekommen, die zweitplatzierte Josina Pepenfuß 14,6. Was hat die Wahl entschieden?

Wir haben natürlich viele Leute rekrutiert, die für mich gestimmt haben. Auch meine Verwandtschaft in Bayern. Letztlich war es ein sehr knappes Ergebnis. Womöglich haben sich die Läufer unter den Kandidaten gegenseitig ausgestochen.

Also der Exoten-Bonus?

Ja, als Stabhochspringerin ist man schon besonders. Viele sind beeindruckt von dieser Disziplin.

Wie war die Reaktion im Umfeld?

Alle haben sich sehr gefreut. „An meiner Stimme lag es“ fiel oft (lacht). Unser Vereinsvorsitzender Paul Gast hat mir gar ein Buch geschenkt.

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Die Hallensaison werde ich auslassen und mich ganz auf das Abitur konzentrieren. Das ist schließlich nicht ohne. Mein großes Ziel ist es, die Norm für die U20-WM im Juli in Kenia zu knacken. Die liegt bei 4,07 Metern, also einem Zentimeter über meiner Bestleistung. Ich will zeigen, dass ich noch deutlich mehr kann.

Das Gespräch führte Jörn Polzin

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