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SG Bruchköbels Aufstiegstrainer Benjamin Gast macht den Weg frei

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Von: Julia Meiss

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Hat den Weg freigemacht: Benjamin Gast ist nicht mehr Trainer der SG Bruchköbel. In der alleinigen Verantwortung steht nun Chiara Strohl (graues Shirt).
Hat den Weg freigemacht: Benjamin Gast ist nicht mehr Trainer der SG Bruchköbel. In der alleinigen Verantwortung steht nun Chiara Strohl (graues Shirt). © Scheiber

Der Mannschaft einen Impuls im Kampf um den Klassenerhalt geben, war die Intention von Benjamin Gast, der bei den Landesliga-Handballerinnen der SG Bruchköbel Sonntag vor einer Woche überraschend zurückgetreten ist (wir berichteten). Der Aufsteiger aus Bruchköbel liegt nach acht Spielen mit 2:14 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz und hat Spiel eins nach dem Rücktritt gegen den Tabellenletzten FSG Habitzheim/Umstadt 25:29 verloren.

Bruchköbel – „Benjamin Gast hatte darum gebeten, freigestellt zu werden, um der Mannschaft einen Impuls zu geben. Ich hatte noch versucht, ihn umzustimmen. Aber da war nichts mehr zu machen, er hatte seine Entscheidung getroffen“, spricht Frank Hoffmann, Damenwart bei der SG Bruchköbel, über den überraschenden Schritt des Aufstiegstrainers, der einen Großteil der Mannschaft seit Januar 2015 - mit einer kurzen Unterbrechung - trainiert hat. Vonseiten des Vorstands habe keinerlei Druck oder Handlungsbedarf bestanden, betont Hoffmann: „Wir sind Aufsteiger und müssen uns erst noch an die raue Luft in der Landesliga gewöhnen. Noch zahlen wir Lehrgeld, aber das war uns von Angang an klar.“ Außerdem verweist der Damenwart auf die angespannte personelle Lage. Denn mit Anika Nazarenus, Rabea Bähr, Fritzi Landau, Alma Teskeredzic und Franziska Gast fallen fünf Spielerinnen bereits seit einiger Zeit aus. „Wir hoffen, dass vielleicht ein oder zwei im nächsten Spiel wieder dabei sein können“, sagt Hoffmann.

Die Geschicke an der Seitenlinie leitet nun bis auf weiteres Chiara Strohl, die Benjamin Gast nach ihrem frühen Karriereende ins Trainerteam geholt hat. Nach dem zweiten Kreuzbandriss musste die Linkshänderin, die immer nur für ihren Heimatverein SG Bruchköbel gespielt hat, nämlich schweren Herzens ihre aktive Karriere beenden. Seit knapp eineinhalb Jahren hat sie Gast als Co-Trainerin unterstützt und ist auch außerhalb der Halle eng mit Familie Gast verbandelt - Chiara Strohl ist die Patentante von Benjamin und Franziska Gasts zweitem Kind. Nun hat die Bruchköbelerin alleine das Kommando über die Landesliga-Mannschaft. „Chiara soll weitermachen und wir schauen, wo die Reise hingeht. Aber wir halten auch die Augen offen, wollen aber keinen Schnellschuss machen“, gibt Hoffmann einen Einblick in die interne Planung und spricht der jungen Trainerin das Vertrauen aus.

Bruchköbeler Hoffnungen ruhen auf der Rückrunde

Im ersten Spiel nach Benjamin Gast, der die erste Frauenmannschaft in der vergangenen Saison souverän durch die Gruppenphase und schließlich Aufstiegsrunde zur Meisterschaft in der Bezirksoberliga geführt hat, ist der ersehnte Impuls noch nicht aufgekommen. Zumindest ergebnistechnisch. „Klar, wir haben gegen den Tabellenletzten verloren - die wollten aber auch unbedingt ihr erstes Spiel gewinnen. Aber kämpferisch ist die Mannschaft ganz anders aufgetreten als im Derby gegen Langenselbold in der Woche davor“, schöpft Hoffmann Mut für die kommenden Aufgaben und hat den Klassenerhalt keinesfalls vorzeitig abgeschrieben. Vielmehr setzt der Bruchköbeler Damenwart große Hoffnung auf die Rückrunde.

Das ist auch die Hoffnung von Benjamin Gast. Für ihn war der Rücktritt keine einfache Entscheidung, die er aus dem Affekt heraus getroffen hat: „Anhand der letzten Ergebnisse hatte ich mir die Fragen gestellt, wie es weitergehen und wo ich noch ansetzen kann. Dann kam der Moment, indem für mich klar war: So kann es nicht weitergehen. Jemand anders kann das bestimmt besser machen.“ Erschwerend - auch bei dem Gespräch mit der Mannschaft - kam für Benjamin Gast hinzu, dass er mittlerweile mit einigen Spielerinnen befreundet ist, was der Entscheidung eine emotionale Note gegeben hat. „Die Mädels waren enttäuscht, das Gespräch in der Kabine war schwer.“

Benjamin Gast: Mannschaft ist Landesliga-tauglich

Nichtsdestotrotz ist er davon überzeugt, dass die Mannschaft einen Impuls braucht, um ihr Potenzial abrufen und auf die Platte bringen zu können. Denn laut des Ex-Trainers sei die Mannschaft durchaus Landesliga-tauglich. Der Rücktritt treffe nur auf ihn zu, seine Frau Franziska läuft weiterhin für die SG Bruchköbel auf. Und so ganz weg wird demnach auch Benjamin Gast nicht sein, der sich mindestens die Heimspiele anschauen wird. (Von Julia Meiss)

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