Nach 50 Trainerjahren ist noch lange nicht Schluss

Uschi Scherer (SG Rosenhöhe) beginnt mit neuen Kursen - „Von der Sorte wünscht man sich mehr im Verein“

Ursula Scherer Turntrainerin SGR

Ein halbes Jahrhundert in einem Verein, das gelingt in diesen schnelllebigen Zeiten immer weniger Menschen. 50 Jahre Trainerin in einem Verein, das ist eine Seltenheit. Ursula Scherer (SG Rosenhöhe) hat das in diesen Tagen geschafft. Und die 70-jährige Offenbacherin denkt nicht ans Aufhören.

Offenbach - „Bei den Turnern der Rosenhöhe und bei mir ist das ähnlich wie bei Besitzern alter Autos: Bis der TÜV uns scheidet“, sagt Scherer. „Ich bin fit und mache so lange weiter wie es geht. In der Coronazeit lebt man notgedrungen mehr in den Tag hinein, hat nicht mehr diese regelmäßigen und intensiven persönliche Kontakte. Das ist nichts für mich. “.

Ursula Scherer blickt den ersten Übungseinheiten am Montag nach der langen Pause mit gemischten Gefühlen entgegen. „Die Auflagen sind extrem und die Verantwortung liegt beim Übungsleiter“, sagt sie. Aber die Vorfreude auf die neun Stunden pro Woche in ihren Kinder- und Erwachsenengruppen überwiegt.

„Uschi ist ein Vereinsmensch durch und durch. Sie macht nicht nur bei allen Vereinsdingen mit, sie begleitet sie von erster Stelle. Sie sagt nicht, man müsste mal machen, sondern sagt, ich habe das gemacht. Sie ist ein Mensch, der Verantwortung übernimmt - und von der Sorte würde man sich mehr Typen im Verein wünschen“, sagt Thomas Daniel, der Vorsitzende der SGR.

Ursula Scherer stammt aus Lauterbach und kam 1954 mit ihren Eltern nach Offenbach. Sie wollte sich während der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester „abends noch etwas Gutes tun“, ging als 20-Jährige zu den Turnern der SGR und rutschte schnell in die Verantwortung. Sie erwarb die A-Lizenz und Gymnastik-Lizenz des Deutschen Turnerbundes. Seit 20 Jahren leitet sie die Turnabteilung, acht Jahre war die verheiratete Mutter zweier erwachsener Kinder zudem stellvertretende Vorsitzende des Hauptvereins.

„Ich bin motiviert und arbeite gern mit Kindern und Erwachsenen“, erzählt Scherer. Sie schwärmt von „leuchtenden Kinderaugen“ nach der Gymnastik und Einheiten an den Geräten. „Wir singen zwischendrin aber auch mal - und Nachlaufspielen ist für die Kinder immer noch die liebste Übung“, berichtet sie. Bei den Erwachsenen bevorzugt sie Übungen für „Bauch, Beine, Po - und Badminton ist sehr beliebt. Aber das Programm wechsele ich permanent.“

Worauf Scherer stolz ist: „Es gibt Erwachsene in meinen Übungsstunden, die habe ich schon vor mehr als 45 Jahren in den Kindergruppen betreut. Die kommen noch immer lieber zu meinen Einheiten, als dass sie in die anonymen Fitnessstudios gehen“, lacht Scherer. Eine größere Wertschätzung kann es für sie wohl kaum geben.

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