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Simeon Lichtenfels ist der angehende Arzt in der Zentrale von Germania Dörnigheim

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Die Ruhe am Ball ist eines der Talente von Simeon Lichtenfels, der nach seinem Studium in Bulgarien zurück nach Maintal kam.
Die Ruhe am Ball ist eines der Talente von Simeon Lichtenfels, der nach seinem Studium in Bulgarien zurück nach Maintal kam. © Scheiber/Göbel

In der bislang durchwachsen verlaufenen Rückrunde des Fußball-Gruppenligisten FC Germania Dörnigheim zählt er zu den Lichtblicken. „Seine Verpflichtung war für uns ein Glücksgriff“, sagt Trainer Jochen Kostiris. Gemeint ist der 26 Jahre alte Mittelfeldallrounder Simeon Lichtenfels.

Maintal - Trotz einer mehrjährigen Fußballpause fasste der angehende Mediziner an der Dicken Buche auf Anhieb Fuß. Dabei spielte der Fußball mehrere Jahre im Leben von Simeon Lichtenfels eine untergeordnete Rolle.

Im bulgarischen Vrana, direkt am Schwarzen Meer, absolvierte der Dörnigheimer sein Medizinstudium. Nur rein hobbymäßig kickte er hin und wieder im Unisport mit seinen Mitkommilitonen. „Für mehr fehlte einfach die Zeit“, blickt Lichtenfels zurück. Das komplett in englischer Sprache abgehaltene Studium war straff organisiert.

Im städtischen Krankenhaus in Darmstadt befindet sich der angehende Anästhesist derzeit in der Facharztausbildung. Zurück in Deutschland juckte es Simeon Lichtenfels wieder in den Füßen. Der Wunsch, wieder im Vereinsfußball um Punkte zu kämpfen, war groß. Er trainierte bei der Germania mit und schnell erkannte das Trainerteam, dass Lichtenfels auch nach über fünf Jahren Fußballpause Potenzial für diese Klasse hat. Spielintelligenz verlernt man schließlich nicht.

Seine ersten fußballerischen Schritte absolvierte der Gruppenligaspieler als Bambini-Kicker beim Dörnigheimer SV. Es folgte erst ein Wechsel zu den „Fröschen“ ins benachbarte Bischofsheim, ehe Lichtenfels als C-Junior in die Talentschmiede der SG Rosenhöhe aufgenommen wurde.

Anästhesist Simeon Lichtenfels
Anästhesist Simeon Lichtenfels © Privat

Im A-Jugendalter wechselte der Mittelfeldakteur zu Germania Schwanheim, wo er auch erstmals im Seniorenbereich Erfahrung sammeln durfte. Für den Verein aus dem Frankfurter Südwesten kam er in zwei Partien der Verbandsliga Mitte zum Einsatz. „Das war zu meiner Abiturzeit“, blickt Simeon Lichtenfels zurück.

Den Wunsch, Arzt zu werden, hatte er schon damals. Die Aussicht, dies mit einem Studium in Bulgarien auf schnellstmöglichem Weg zu absolvieren und dabei noch ein bis dahin fremdes Land kennenzulernen, klang für ihn verlockend. „Ich würde das jederzeit wieder so machen“, erzählt Simeon Lichtenfels.

Natürlich hat er es anfangs vermisst, mit Kumpels Tore zu bejubeln und um Meisterschaften zu kämpfen. „Ich habe ja immer gerne Fußball gespielt“, betont er. In der Uni kickte er überwiegend auf Kleinfeld, in der Halle wurde hin und wieder auch Futsal gespielt.

Starkes Passspiel, die Ruhe am Ball und ein gutes Zweikampfverhalten zeichnen ihn aus. „Meinen Torabschluss kann ich noch verbessern“, sagt er. Zuletzt hat er drei Mal getroffen und bekam von den Gruppenliga-Pressewarten häufig Bestnoten, auch wenn sein Team am späten Donnerstagabend bei der SG Bruchköbel eine 0:3-Niederlage kassierte. Rodney Kurz (33.), Milad Ahmadi (83.) und Leonel Vargas Vicente (88.) hatten im vom Gewitter geprägten Kreisderby getroffen.

Die Umstellung vom Hobbyfußball zum ambitionierten Amateurfußball hat funktioniert. „Simeons Ballsicherheit tut uns sehr gut, er ist ein sehr intelligenter Fußballer, der auch menschlich super zu uns passt. Ein überragender Typ“, lobt Kostiris den neuen Spieler.

Dass Lichtenfels nicht in jedem Training mitwirken kann, weil es seine Dienstzeiten nicht zulassen, ist für den Übungsleiter kein Problem. Kostiris kennt das auch von anderen Spielern. Beruf geht eben immer vor. In seiner Facharztausbildung sind Nachtdienste eher selten, bislang kann Simeon Lichtenfels sein Hobby gut mit seinem Beruf verbinden.

Bei Germania Dörnigheim fühlt er sich gut aufgehoben, hier kicken einige Freunde, die er noch von früher kennt. Dass er mit fortschreitender Arztlaufbahn wohl wieder Abstriche machen muss, ahnt er, doch wie schon im Studium würde dann der Fußball die nachgeordnete Rolle spielen.

Von Frank Schneider

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