BASKETS Verwirrung und Bedenken bestimmen 77:67-Pokalerfolg

„Situation nimmt viel Energie“

Langen – Es sollte der Auftakt in eine erfolgreiche Basketball-Saison werden. Doch am Tag nach dem Zweitrunden-Pokalspiel gegen den ASC Mainz, das die Rhein-Main Baskets mit 77:67 (34:37) gewannen, fühlte sich Thorsten Schulz hauptsächlich leer. Die Corona-Ereignisse der vergangenen Tage sind auch am Baskets-Trainer nicht spurlos vorbeigegangen. „Das ist eine sehr schwierige Situation, die viel Energie nimmt. Aber ich versuche mich davon nicht verrückt machen zu lassen“, sagte Schulz.

Die Partie und auch die personelle Besetzung standen bis zum Anwurf am Samstagnachmittag lange auf der Kippe. „Die gesundheitlichen Bedenken einiger Spielerinnen sind durch die Entwicklung gewachsen. Das hat zum Teil familiäre, aber auch berufliche Gründe“, erläutert der Coach. Die Entscheidung, wer auflaufen kann und will, wollte er in letzter Instanz den Spielerinnen überlassen. „Das muss jede für sich selbst wissen, Garantien gibt es leider nicht.“ Dass am Ende zumindest sieben Spielerinnen antraten, lag auch daran, dass die Mainzerinnen in ihrer Stadt als „Profiteam“ eingestuft werden, sich also regelmäßig testen lassen müssen.

Schulz vermisst in diesem Zusammenhang eine klare Linie des nationalen Verbands. Klar ist: Die Kosten für regelmäßige Tests können gerade die vielen Zweitligisten mit geringem Budget kaum aufbringen. Verpflichtend ist einzig die Fiebermessung aller Beteiligten vor einer Begegnung. Zudem müssen sich die Spielerinnen vor jeder Einwechslung die Hände desinfizieren.

Letztlich liegt es aber in den Händen und der Verantwortung jeder Einzelnen, bei Erkältungsymptomen auf das Mitwirken zu verzichten. So wie bei Hannah Whitish und Lena Herrmann auf Seiten der Baskets. „Wir leben das vor und hoffen natürlich, dass es andere auch machen und die Spielerinnen zuhause bleiben“, sagt Schulz.

Die sportliche Bewertung fiel dem Trainer angesichts der Begleitumstände diesmal nicht ganz so leicht. Doch der erste Eindruck passt zumindest. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, leider aber auch viele Möglichkeiten liegen gelassen. Gerade aus der Distanz. Dafür, dass Mainz aber komplett angetreten ist, war das sehr ordentlich.“

Die Gäste glänzten mit Tempobasketball, während die Baskets ihre Angriffe konzentriert vorbrachten. Dabei suchten sie immer wieder Svenja Greunke (30 Punkte), die unter dem Korb dominierte. Gemeinsam mit Pia Dietrich (16) führte sie das junge Team. Ein erfolgreicher Dreier von Talent Emma Torney brachte die Gastgeberinnen bis zur Pause auf 34:37 heran.

Die zweite Hälfte war geprägt von großem Kampfgeist, überhasteten Pässen und Wurfschwächen beider Teams. Nach dem 50:53 (30.) initiierten Spielmacherin Jule Seegräber, Jasmin Weyell und Greunke die entscheidende Aufholjagd. Seegräber traf zum 64:61 und in der Schlussphase zogen die Baskets noch davon.

„Jede von uns hat ihre Aufgaben erfüllt und mit viel Disziplin konnten wir auch stärkere Phasen der Gäste überstehen“, sagte Greunke, die elf ihrer zwölf Freiwürfe verwandelte.

Ob und wann das Achtelfinale ausgespielt wird, ist offen. Die Zweifel an einer regulären Saison mehren sich. Schulz will in dieser Woche mit den Spielerinnen genau besprechen, wer sich unter welchen Voraussetzungen bereit fühlt, beim Ligastart am Sonntag (16 Uhr) in Weiterstadt dabei zu sein.

Baskets: Pia Dietrich (16), Greunke (30), Seegräber (10), Weyell (10), Süssmann (5), Cornelius (3), Torney (3)

Von Jörn Polzin

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