„So etwas habe ich noch nie erlebt“

Skyliners-Trainer erzürnt „respektloses Verhalten“ des Gegners

Frankfurt - Einen Tag nach der denkwürdigen Pressekonferenz nach dem Eurocup-Spiel gegen Mornar Bar war Skyliners-Cheftrainer Gordon Herbert ziemlich gefasst. Von Timur Tinc

Gleichwohl war ihm der Ärger am Donnerstag über seinen Trainerkollegen aus Montenegro, Mihailo Pavicevic, noch deutlich anzumerken. „So etwas habe ich in meiner bisherigen Trainerlaufbahn noch nicht erlebt“, sagte der 59-jährige Kanadier. Nach dem 98:75 der Skyliners hatte sich Pavicevic über die mangelnde Gastfreundlichkeit des Basketball-Bundesligisten beschwert, vor allem darüber, dass sein Team nicht in der Ballsporthalle trainieren konnte und im Trainingszentrum der Skyliners trainieren musste. Dort hat der Montenegriner wohl einen unterirdischen Auftritt hingelegt und Skyliners-Teammanager Jannis Christ aufs Übelste beleidigt. „Indem er ihn respektlos behandelt, behandelt er mich respektlos“, stellte Herbert klar.

Als Pavicevic (60) in der Pressekonferenz anfing über die Frankfurter herzuziehen, stellte sich Herbert vor seinen Arbeitgeber. „Zuerst habe ich das auf anständige Weise versucht“, sagte Herbert. Als die Trainer nach der Pressekonferenz verbal aneinandergerieten, verließ ihn die gute Kinderstube. „Wir haben uns aufeinander zubewegt, aber ich hätte nichts gemacht“, sagte Herbert.

Das Verhalten von Pavicevic sei der Euroleague, die den Eurocup organisiert, gemeldet worden. Die Skyliners hätten den Montenegrinern frühzeitig Bescheid gesagt, dass sie nicht, wie es üblich ist vor einem Spiel, in der Ballsporthalle trainieren können, weil diese von den Volleyballern der United Volleys belegt ist. „Wir trainieren dort selbst seit fast drei Wochen nicht“, sagte Herbert.

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Ebenfalls unverschämt fand er, dass die Skyliners am Mittwochvormittag den Gästen aus Bar die beste Trainingszeit um 11 Uhr in der eigenen Halle gewährt hatten und sogar einen Bus am Hotel in Oberursel bereitstand, um sie abzuholen. „Der Busfahrer hat eine Stunde gewartet, aber es ist niemand gekommen“, sagte Herbert. „Und es hat sich nie jemand entschuldigt.“

Doch die Sache sei vorbei. „Wir müssen jetzt nach vorne schauen“, so Herbert. Schließlich stehen für die Frankfurter schwierige Spiele an. Das erste am Samstag (20.30 Uhr) in Oldenburg. „Wir haben dort immer gut gespielt. Es waren immer enge Partien“, betont der Cheftrainer.

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