Finne macht kurz vor Schluss alles klar

Shawn Huff ist der Matchwinner beim Skyliners-Sieg

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Obenauf: Skyliners-Matchwinner Shawn Huff (links) kämpft um den Ball mit Brayon Blake (Braunschweig). Foto: Hübner

Frankfurt -  Forschen Schrittes lief Shawn Huff in Richtung des VIP-Raums in der Ballsporthalle. Der 34-Jährige war spät dran, wollte jetzt endlich etwas essen, er hatte aber noch Zeit, um ein bisschen mit Elijah Clarance rumzublödeln. Von Timur Tinç

Der schwedische Nachwuchsspieler Clarance (20) gab beim 82:77 (49:30) gegen die Löwen Braunschweig sein Bundesligadebüt und begeisterte mit spektakulären Dunkings die 4860 Zuschauer.

Die Ballsporthalle in ein Tollhaus zu verwandeln, war aber Shawn Huff (elf Punkte) vorbehalten. 26 Sekunden vor Schluss bekam der Finne den Ball mit dem Rücken zum Korb in die Hand, drehte sich und versenkte ihn mit einem Sprungwurf, 81:77, die Vorentscheidung. Es war der erst dritte Sieg im achten Spiel, ein enorm wichtiger, um wieder Anschluss ans Mittelfeld zu bekommen.

„Es ist gut, ihn so zu sehen, Shawn hat zuletzt eine Menge Mühe gehabt“, sagte Cheftrainer Gordon Herbert. Und dann erzählte der Kanadier, wie er über seinen erfahrensten Profi denkt: „Er sieht ausgelaugt aus, er sah schon vor einem Monat ausgelaugt aus.“ Nicht nur körperlich, sondern vor allem mental. Eigentlich bräuchte Huff dringend eine Pause, doch schon heute ist der Mann aus Helsinki wieder auf dem Weg in Richtung Heimat, um für seine Nationalmannschaft in der zweiten Runde der WM-Qualifikation zu spielen.

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Am Freitag geht es in Espoo im vielleicht vorentscheidenden Gruppenspiel gegen Russland um den dritten Platz in der Gruppe, der ein Ticket für das Turnier in China bedeuten würde. Am Montag müssen die Finnen nach Bosnien-Herzegowina. Da will der Kapitän Huff nicht fehlen. „Wir verweigern es niemandem, wenn er für sein Land spielen will“, sagte Herbert, der jedoch die Sorge hat, ob Huff die Belastung bis Weihnachten durchsteht. „Er ist ein großartiger Profi, aber er spielt auf der letzten Rille“, so Herbert. Auch gegen Braunschweig hatte Huff Probleme, diesmal traf er jedoch seine Würfe, darunter auch den entscheidenden. „Wir haben unsere Würfe gemacht, aber unsere Verteidigung war grauenvoll“, sagte Huff.

Skyliners: Murphy (18), Bell-Haynes (17), Heslip (14), Huff (11), Freudenberg (8), Clarance (6), Robertson (5), Vargas (3), Kratzer, Völler

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