Frankfurter Bundesligisten erhöht Etat um 20 Prozent

Basketball: Skyliners wollen in die Top Vier

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Gordon Herbert, der Meistertrainer von 2004, will die Frankfurt Skyliners wieder weiter nach vorne führen.

Frankfurt - Zwei Basketballkörbe stehen in der großen gläsernen Empfangshalle der Unternehmenszentrale der Fraport AG. Von Timur Tinç

Die Spieler der Frankfurt Skyliners lümmeln sich auf schwarzen Lederhockern, während Mitarbeiter des Klubs und des Betreibers des Frankfurter Flughafens ein paar Bälle werfen. Gestern hat der Basketball-Bundesligist und sein Hauptsponsor erstmals in den sieben Jahren der Zusammenarbeit zur Saisoneröffnungspressekonferenz an Deutschlands größten Flughafen geladen.

Während die Flugzeuge über das Dach düsten, formulierte Skyliners-Cheftrainer Gordon Herbert die ambitionierten Ziele des Klubs: „Wir wollen unter die ersten vier in der regulären Saison, in die zweite Runde des Eurocups und den Pokal gewinnen.“ Nach einer kurzen Pause schob er lächelnd nach: „Das sind die Ziele der Spieler.“

„Das sind ambitionierte, aber realistische Ziele“, befand Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter vor der 20. Spielzeit des Pokalsiegers von 1999 und Deutschen Meisters von 2004. Dafür hat er den Spieler- und Traineretat um 20 Prozent erhöht, ohne zu sagen, wie viel der Klub letztlich ausgibt. Genauso wenig, wie viel die Skyliners als Ausbildungsentschädigung für Isaac Bonga bekommen haben, der im Sommer zu den Los Angeles Lakers gewechselt ist. Es dürfte sich um eine mittlere sechsstellige Summe handeln.

Erstmals profitieren die Hessen, wie alle anderen Bundesligaklubs, vom TV-Vertrag mit der Telekom. „Allerdings hat die Liga uns das wieder weggenommen, weil wir das Eigenkapital von 100.000 auf 250.000 Euro erhöhen mussten“, sagte Wöbke scherzend. Und fügte ernst hinzu: Das sei ein deutlicher Hinweis auf die Professionalisierung der BBL.

Genauso wie der verpflichtende Mindestetat von drei Millionen Euro ab der kommenden Saison. Belastet wird der Etat noch durch eine „mindestens sechsstellige Summe“ (Wöbke), die die Skyliners für den Eurocup aufwenden müssen. Das tun sie aber gerne, weil sie so wieder eine Tür in der Euroleague haben. Die Privatorganisation veranstaltet neben dem Eurocup auch den höchsten europäischen Wettbewerb, die Euroleague. Das große Fernziel von Wöbke: „Wir wollen irgendwann national und international Titel gewinnen.“

Zunächst einmal sieht Herbert sein Team im zweiten Jahr des Dreijahresplans für die neue Saison gut gerüstet. Mit Recht. Der Kader war noch nie so früh zusammengestellt und ist vor allem in der Verteidigung deutlich stärker als zuvor. „Da waren wir letztes Jahr schlecht“, sagte Wöbke.

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Quantez Robertson, Jonas Wohlfarth-Bottermann, Shawn Huff, Marco Völler, Richard Freudenberg und Garai Zeeb sind geblieben. Die erfahrenen Zugänge Jason Clark, Brady Heslip, Akkem Vargas (alle 28) und Erik Murphy (27) haben in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterlassen. Auch der Schwede Elijah Clarence (20), der zunächst in der zweiten Mannschaft eingesetzt werden soll, macht einen vielversprechenden Eindruck.

„Wir haben deutlich mehr an die Spieler weitergegeben als in früheren Jahren“, sagt Herbert vor dem ersten Saisonspiel gegen Ludwigsburg am Samstag (20.30 Uhr).

Niklas Kiel wird erst einmal nicht eingreifen können. Nach drei Gehirnerschütterungen innerhalb von zehn Monaten wohnt der hochtalentierte Flügelspieler bei seinen Eltern und muss erst einmal wieder auf die Beine kommen. Aktuell ist an mehr als Spazierengehen nicht zu denken.

Basketball-Bundesliga

Wer ist Favorit?

Der FC Bayern. Der Meister und Pokalsieger hat sich noch einmal verstärkt, unter anderem mit Derrick Williams aus der NBA. Vizemeister Berlin ist wieder die größte Bedrohung, hinter dem entthronten Serienmeister Bamberg stehen nach einem Umbau einige Fragezeichen.

Was ist neu?

Die Tipp-off-Zeiten. Es geht freitags um 20.30, samstags um 18 und 20.30 sowie sonntags um 15 und 18 Uhr auf das Parkett. Aufgestiegen sind Rasta Vechta und die Crailsheim Merlins.

Auf wen müssen die Fans besonders achten?

Auf Williams. Der 27 Jahre alte Flügelspieler hat 428 Spiele in der NBA absolviert, unter anderem für die Cleveland Cavaliers und die Los Angeles Lakers.

Wer zeigt die Spiele? Alle Begegnungen sind bezahlpflichtig auf Telekom Sport zu sehen. Free-TV-Partner ist weiter Sport1, der Münchner Sender zeigt bis zu 47 Hauptrunden- und bis zu 13 Play-off-Spiele.

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