TISCHTENNIS Stabile Verhältnisse trotz Corona-Krise beim TSV Langstadt

Sorgen erst um übernächste Saison

Petrissa Solja, Deutschlands und Langstadts Nummer eins, hält sich derzeit mit ihrem Vater an der hauseigenen Tischtennisplatte im Keller fit. Foto: Roscher

Langstadt – Die Unsicherheit über die Fortsetzung der aktuellen Saison im Tischtennis ist groß, die Sorgen hinsichtlich der kommenden sind es allerdings nicht. VON JÖRG MOLL

„Wir sehen für die kommende Saison kein Problem, allerdings womöglich für die übernächste“, sagt Manfred Kämmerer, Manager des TSV Langstadt, der für die neue Spielzeit neben dem Bundesliga-Team weiterhin auch mit einer Mannschaft in der 3. Liga plant.

Kämmerers Zuversicht trotz der allgegenwärtigen Corona-Krise speist sich aus schriftlichen Zusagen von Großsponsoren, aber auch aus der eigenen Überzeugung des seriösen Wirtschaftens. Das Erfolgsprinzip der Langstädterinnen, die aktuell Rang sechs belegen, soll auch durch die Krise führen. „Wir mussten bis zum 15. März eine verbindliche Zusage abgeben, wer dann zurückzieht, muss eine ordentliche Strafe zahlen“, sagt Kämmerer und bestätigt recht stabile Verhältnisse.

Auch der Kader steht bis auf ein kleines Fragezeichen um Cheng Hsien-Tzu. Die Taiwanerin zögert noch, ob sie angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise Reisen um die halbe Welt auf sich nehmen kann und will. Fest zugesagt haben Topspielerin Petrissa Solja, Dina Meshref (Ägypten) sowie die Zugänge Tanja Krämer (vom Bundesliga-Absteiger TV Busenbach) und das 18-jährige Toptalent Franziska Schreiner (aktuell beim Drittligisten TV Hofstetten). Einziger Abgang ist Monika Pietkiewicz, die als Landestrainerin in Niedersachsen arbeitet und künftig in Göttingen bei einem designierten Drittligisten aufschlagen wird. Auch das Drittliga-Team mit Alena Lemmer, Janina Kämmerer, Anne Bundesmann, Imka Dömges, Anna Jansen und Ayumu Tsutsui steht längst fest. Lemmer soll wie Kämmerer und Bundesmann auch in der ersten Liga aufschlagen.

Doch eine Insel der Glückseligkeit bildet der TSV Langstadt in den unsicheren Zeiten der Corona-Krise natürlich auch nicht. „Die großen Sponsoren haben zwar zugesagt, aber wir haben eben auch viele kleine, zu denen wir in der aktuellen Krise gar nicht kommen können, weil sie andere Sorgen haben“, erklärt Kämmerer, der sich aber eher um die Saison 2021/22 Sorgen macht. Die wirtschaftlichen Schäden der Corona-Krise dürften die Verhandlungsposition von Kämmerer, der selbst bei einer Spezialbank für Unternehmenskunden arbeitet, erst dann erheblich erschweren.

Gar nicht zu denken ist derzeit an Training. „Petrissa Solja trainiert mit ihrem Vater im eigenen Keller, ansonsten sind alle Hallen zu“, sagt Kämmerer. Hart trifft die Aussetzung der Saison vor allem die Tischtennis-Profis, die durch Turnierausfälle erhebliche Einkommenseinbußen erleiden. Wann es wieder losgeht, vermag Kämmerer nicht zu prognostizieren. Eindeutig ist seine Meinung über eine Saisonfortsetzung. „Ich rechne fest damit, dass die Spielzeit nach dem 17. April beendet ist.“ Aus seiner Sicht mache das absolut Sinn, weil in der Bundesliga alle Entscheidungen gefallen sind. Meister ist ttc eastside Berlin, die Absteiger stehen im TV Busenbach und dem TTK Anröchte ebenfalls fest. Offen ist nur noch, welcher Zweitligist aufrückt und das Achterfeld mit Berlin, Bad Driburg, Kolbermoor, Bingen-Münster-Sarmsheim, Schwabhausen, Langstadt und Böblingen komplettiert. Auch beim Drittliga-Team ist alles geregelt. Meister Hannover 96 steht souverän vorne. Die TSV-Zweite ist als Siebte im gesicherten Mittelfeld, absteigen müssen der TSV Schwarzenbek und der SC Niestetal. Für die kommende Spielzeit haben zehn Teams für diese Klasse gemeldet. Stabile Verhältnisse also – trotz der Corona-Krise.

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