Souverän und treffsicher

Viktoria Ebert will HSG Rodgau nach Verletzungspause zum Titel führen

+
Freie Bahn in der Handball-Oberliga. Viktoria Ebert erzielt eines ihrer 88 Tore für die HSG Rodgau Nieder-Roden: Rechts: Katrin Benda (Eintracht Böddiger).

Rodgau -   Nach einem Jahr verletzungsbedingter Handballpause trifft Viktoria Ebert fast nach Belieben. Die Rückraumspielerin des Tabellenzweiten HSG Rodgau Nieder-Roden ist mit 88 Toren, davon 38 Siebenmetern, die beste Werferin der Oberliga. Von Holger Appel 

„Sie ist nicht nur sportlich, sondern auch menschlich für die Mannschaft sehr wichtig und immer wieder ein Garant im Rückraum. Beim Siebenmeter ist sie sehr souverän. Wir freuen uns einfach, sie in unseren Reihen zu haben, denn Linkshänderinnen sind nicht so stark vertreten in der Oberliga“, meint Liane Keller, Leiterin Spielbetrieb der HSG-Frauen, über die erfolgreichste Torjägerin der Liga.

Dabei hatte sich Ebert im Sommer 2017 bei einem Feldturnier in Nieder-Roden bei einem Sprungwurf das Kreuzband im rechten Knie gerissen und nach der Operation letztlich die komplette Saison pausieren müssen. Sie war aber bereits früh zurück in der Halle, trainierte am Rande individuell und zum Ende der Saison wieder mit der Mannschaft. Und in dieser Saison war sie gleich wieder mittendrin im Team von Trainer Florian Lebherz.

„Ich habe mir nach dieser Verletzung überhaupt keinen Druck gemacht und es lief von Anfang an super. Damit hatte ich nicht gerechnet. Nach einem Kreuzbandriss muss man schon schauen, was das Knie und vor allem der Kopf so machen“, berichtet Ebert. Das Knie bereitet ihr keine Schmerzen oder Probleme mehr, düstere Gedanken oder gar Angst auf dem Parkett hat sie auch nicht – bei ihr passt wieder alles zusammen.

Das gilt auch für ihre Mannschaft, die einen Punkt hinter Tabellenführer TSG Oberursel, dem ersten Gegner im neuen Jahr (2. Februar, 19.30 Uhr), auf Platz zwei liegt. „Wir haben starke Einzelspielerinnen, die aber zusammen auch eine starke Mannschaft ergeben. Der Zusammenhalt ist extrem, bei uns wird nicht gemeckert, sondern wir motivieren uns gegenseitig“, berichtet Ebert, die jetzt aber froh ist um die kurze Pause rund um die Feiertage. „Am Ende war etwas die Luft raus, die Konzentration im Abschluss hat gelitten“, sagt sie.

Ebert rechnet fest damit, dass ihre Mannschaft sich ganz vorn behauptet, wohl wissend, dass sich die Spitzenteams gegenseitig schlagen können, die Spiele ganz eng sind. Nieder-Roden verlor zum Beispiel in Kriftel mit 23:24 und gewann gegen Kirchhof mit 34:33. „Das wird richtig spannend, wir haben noch viel zu tun vor dem Spitzenspiel“, meint die 28-Jährige, die die Saison gern mit dem Aufstieg in die 3. Liga krönen würde. Das Hinspiel in Oberursel hatte die HSG mit 39:31 gewonnen und Ebert zehnmal getroffen.

Was sie in der nächsten Handballsaison macht, ist noch offen. Denn die Rückraumschützin wird im Jahr 2019 heiraten. „Da kann es natürlich sein, dass sich die Prioritäten ein wenig verschieben“, prognostiziert sie. Ihr künftiger Ehemann ist Nicola Ludwig, Torjäger des Landesligisten HSG Kahl/Kleinostheim, der mit seinem Team vor kurzem das Spitzenspiel gegen die HSG Rodgau II gewonnen hat. Ebert hatte ihrem Verlobten zwar angekündigt, in ihren Nieder-Rodener Klamotten in die Halle zu kommen, verzichtete dann aber doch darauf. „Ich war natürlich doch für meinen Freund – auch wenn das irgendwie blöd für meinen Verein ist“, erzählt sie. „Zumindest bis zum Ende der Saison“, versicherte sie aber gleich, „werde ich weiter alles geben für meine Nieder-Rodener Mädels.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare