„Besondere Bedingungen“

Langener Profigolferin Laura Fünfstück startet in Schottland aus der Corona-Pause

Profigolferin Laura Fünfstück aus Langen beim Abschlag.
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Bereit für Schottland. Die Langenerin Laura Fünfstück freut sich auf die ersten Golf-Turniere.

Mit einem Ziel vor Augen fällt vieles leichter. Laura Fünfstück kann das bestätigen. „Als Sportler freut man sich, wenn wieder ein Wettkampf ansteht. Da trainiert es sich ganz anders. Da hat man einen ganz anderen Fokus“, berichtet die Profigolferin aus Langen, für die im August die ersten Turniere nach der Corona-Zwangspause anstehen. „Die Freude ist natürlich sehr groß.“

Langen/Dreieich - Zumal es gleich mit hochkarätigen Events losgeht. Die Scottish Open (13. bis 16. August) bilden den Auftakt, von dort geht es weiter zu den British Open (20. bis 23. August), die auch in Schottland stattfinden und zu den vier Majors zählen. „Als Vorbereitung werde ich noch ein Tagesevent in England absolvieren, um mal ein anderes Turnier gespielt zu haben, bevor es zu den zwei großen geht“, sagt die 25-Jährige vom GC Neuhof in Dreieich, die sich allerdings noch etwas zügeln muss. „Wenn man weiß, dass ein Major ansteht, will man im Training natürlich Vollgas geben, aber das sollte ich vielleicht nicht unbedingt machen“, weiß die aktuelle Nummer 266 der Weltrangliste.

Der Grund: Sie hat „länger als gedacht“ mit Ellenbogenproblemen zu kämpfen: „Es gibt Tage, an denen ich es merke, und es gibt Tage, an denen sich alles normal anfühlt. Optimal ist das nicht.“

Ein Großteil des Trainings bestand zuletzt aus Dehnen, Mobilitäts- und Kräftigungsübungen. „Putten durfte ich sowieso“, erklärt Fünfstück. Inzwischen hat sie zusätzlich zum Einlochen auch damit begonnen, wieder das „lange Spiel“ zu üben. Darauf wird auch in den kommenden Tagen der Fokus liegen.

Mit ihrem Trainer Steve Morland werde sie „viel auf den Platz gehen“, um sich auf die in Schottland oft speziellen Bedingungen vorzubereiten. „Man muss dort auch oft mal unter dem Wind spielen“, erklärt ihr Vater Hans Jürgen Fünfstück, der dem Vorstand des GC Neuhof in Dreieich angehört. Laura ergänzt: „Ich muss die hohen und flachen Schläge unter Kontrolle haben.“

Beim Lehrgang mit dem Nationalkader in Köln war ihr das nur bedingt gelungen. „Wir haben dort drei Tage lang unter Turnierbedingungen gespielt. Es war noch etwas durchwachsen. Ich hatte aber auch nichts anderes erwartet“, gibt sie zu. Das Fazit fiel dennoch positiv aus: „Es hat sehr gutgetan, mal wieder zu probieren, ein Resultat zusammenzubekommen.“

Nach Großbritannien reist Laura Fünfstück „ohne Erwartungen“, wie sie betont. „Dadurch, dass ich lange kein Turnier mehr gespielt und zuletzt nicht voll trainiert habe, geht es für mich nicht um Resultate, sondern um Prozessziele. Ich will das, was ich angefangen habe zu ändern, durchziehen“, sagt die Langenerin und meint damit die Vor- und Nachbereitung ihres Schlags. „Das wird mir wichtig sein. Und wenn ich das mache, wird das Resultat auf dem Platz nicht so schlecht sein“, meint sie.

2020 sei bislang „ein komisches Jahr“ gewesen. „Daher fällt es schwer, sich Ziele zu setzen. Ich freue mich aber natürlich darauf, mich direkt wieder mit Top-Leuten messen zu dürfen, auch wenn es unter komplett anderen Bedingungen sein wird.“

Wer an den Turnieren teilnehmen will, muss einen Corona-Test machen. „Wir werden alle in einem Hotel untergebracht sein und dürfen es nicht wirklich verlassen, außer zum Golf spielen oder zum Spazierengehen. Gegessen wird auch nur im Hotel“, sagt Fünfstück. Zudem wird bei allen Teilnehmern jeden Morgen die Temperatur gemessen: „Es sind strikte Maßnahmen, die aber nötig waren, damit das überhaupt alles genehmigt wurde“, stellt Fünfstück klar.

(Von Christian Düncher)

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