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Stark im Sand: Beim Profiturnier in Frankfurt wurden Aljoscha Grabowski (links) und Paul Becker Fünfte.

Hanau -  Ehemalige Erstliga- Volleyballer Aljoscha Grabowski und Paul Becker mischen in der Beachvolleyball- Szene mit. Bei der „Smart Beach Tour“ in Frankfurt trumpften die beiden auf. Von Jörg Moll

Jedenfalls scheint aus der sportlichen Liaison zwischen Aljoscha Grabowski und Paul Becker schneller eine Erfolgsgeschichte zu werden, als die beiden ehemaligen Erstliga-Volleyballer vermutet hätten.

Seit Januar mischen der 29 Jahre alte Hanauer Grabowski und der aus Frankenberg stammende einstige Berliner Erstliga-Volleyballer Paul Becker (22) in der Beachvolleyball-Szene mit - und trumpften erst unlängst bei der„Smart Beach Tour“ auf dem Roßmarkt in Frankfurt auf. Dort verpassten die beiden Hessen nur knapp den Einzug ins Halbfinale, untermauerten allerdings als Turnier-Fünfte erneut ihren Anspruch, zu den besten 15 deutschen Beachvolleyball-Formationen zu zählen.

Dabei hatte Aljoscha Grabowski längst mit dem Leistungssport abgeschlossen. Der 29-Jährige, der einst beim VfB Friedrichshafen in der zweiten Mannschaft (2. Bundesliga) und von 2004 bis 2007 in der 1. Schweizer Liga und mit VB Chenois Volley Genf auch im Europapokal aufschlug, hatte sich 2007 wieder seinem Heimatklub angeschlossen.

„Mir fehlte schon der Leistungssport“

Mit der Turngemeinde Hanau pendelt er seither in der Halle zwischen Landes- und Regionalliga. „Das ist alles toll dort, aber mir fehlte schon der Leistungssport“, räumt Grabowski ein. Als dann die erneute Anfrage von Paul Becker kam, in die Beachvolleyball-Tour einzusteigen, war die Sehnsucht nicht mehr zu stillen. Grabowski sagte zu - und hatte ein stressiges halbes Jahr vor sich. Schließlich galt es, neben massiv gestiegenem Trainingsaufwand - unter anderem absolvierten die beiden ein zweiwöchiges Trainingslager in der Türkei - und Turnierstarts am Wochenende auch noch die Abschlussarbeit zum Diplom-Onlinejournalisten zu schreiben. Umso erstaunlicher, dass das Duo, das mittlerweile vom TSV Frankenberg und einigen Sponsoren unterstützt wird, schon einige Erfolge verbuchen kann. Auf einem Turnier auf der zweitklassigen „A+“-Tour gewannen sie und schlugen dabei die amtierenden U23-Europameister Stefan Köhler/Lars Flüggen (Lüneburg/Berlin).

Das große Ziel der beiden Athleten ist die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft im Ostseebad Timmendorf - seit Jahren der heilige Gral der deutschen Beachvolleyball-Szene. Dafür qualifizieren sich die besten 15 Paare der deutschen Rangliste. Derzeit sind Grabowski und Becker auf dem 14. Rang notiert.

Sportlich läuft es also. Und auch die berufliche Zukunft könnte eng mit Beachvolleyball verbunden sein. Mittlerweile haben die beiden eine gemeinsame Firma gegründet, die Beachvolleyball-Training und -kurse im Rhein-Main-Gebiet anbietet. Die Anfragen häufen sich, die Resonanz anderer deutscher Ballungsräume stimmt zusätzlich optimistisch.

 „In München und im Ruhrgebiet sind solche Angebote restlos überbucht“, weiß Grabowski. Aus einer Idee, die aus einer guten Laune heraus entstand, ist eine berufliche Karrierechance geworden. Keine schlechte Idee.

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