Anschub für das Sportabzeichen

Sportkreis gewinnt Sponsoren für die Schulen: „Förderung zählt zu unseren Genen“

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Sportabzeichentermin in der Sparkasse Offenbach. Von links: Jürgen Weil, Hubert Graf, Peter Dinkel und Walter Metzger.

Das seit mehr als 100 Jahren existierende und immer mal wieder in Vergessenheit geratene Deutsche Sportabzeichen liegt ihnen am Herzen.

Offenbach –  Deshalb versuchen Peter Dinkel, Vorsitzender des Sportkreises Offenbach, sowie Sportabzeichenbeauftragter Jürgen Weil diese Fitness-Marke in ihrem Bereich wieder stärker in Szene zu setzen. In den Sparkassen Offenbach und Langen-Seligenstadt haben sie nun zwei Partner gefunden, die sie dabei finanziell unterstützen. Und zwar für fünf Jahre. „Nachhaltigkeit ist somit gegeben“, sagte Jürgen Weil beim Gespräch im Hauptgebäude der Offenbacher Sparkasse in der Innenstadt. „So eine Umsetzung benötigt ihre Zeit“, ergänzte Walter Metzger, Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Langen-Seligenstadt.

Die Sparkassen zahlen den Schulen in Stadt und Kreis für jede Schülerin und jeden Schüler, die oder der das Sportabzeichen ablegt, einen Euro. Die erste Auszahlung für das vergangene Jahr dürfen die Schulen am 13. Mai, 18 Uhr, beim Sportabzeichenehrenabend im Kreishaus Dietzenbach entgegennehmen. „Es ist wichtig, vor allem die Schulen zu bewerben, weil sie auch Multiplikatoren für Eltern, Geschwister und sogar Großeltern sein können“, sagte Dinkel und ergänzte in seiner ureigenen Art: „Die Schulen haben alles – nur kein Geld. Vielleicht gelingt es uns auf diesem Weg, das Sportabzeichen wieder voranzutreiben. Das wäre einfach eine gute Sache.“

Natürlich, ergänzte der fast 80 Jahre alte Hainburger, müsse man Schulleiter, Sportlehrer und -koordinatoren erreichen, die die Schüler mitreißen und für das Sportabzeichen begeistern können. Noch immer, versicherte Dinkel dann ganz in seinem Element mit kräftiger Stimme, sei Sport das Fach, das an den Schulen am meisten ausfalle. Es war ihm deutlich anzumerken, wie sehr ihn diese Einschätzung selbst nervt.

Vielfältiger Leistungskatalog: Die neun Jahre alte Emma versucht sich beim Weitsprung. Foto: imago

Dinkel lobte dann die Initiativen der Offenbacher Buchhügelschule, die eine tägliche Sportstunde mit Trainern der TGS Bieber und des SV Gemaa Tempelsee anbietet, sowie der Jügesheimer Wilhelm-Busch-Schule für die Zusammenarbeit mit dem JSK Rodgau. In Offenbach hebe sich die SG Wiking mit vielen Schul-AGs ab. Dinkel sagte: „Wir müssen in diesem digitalen Zeitalter einfach dafür sorgen, dass sich die Kinder trotz langer Schultage wieder mehr bewegen. Wir brauchen noch mehr dieser Angebote – und mit diesem gesponsorten Sportabzeichen für die Schulen setzen wir jetzt eine Marke oben drauf.“

Jürgen Weil nannte Zahlen. 2018 haben Dinkel und er in Stadt und Kreis 3966 Sportabzeichen verliehen, darunter elf an Menschen mit Behinderung (2017: 3911). Die Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor. Damit steht der Sportkreis Offenbach für 2018 in Hessen auf Platz vier, hinter Darmstadt-Dieburg, Fulda-Hünfeld und Gießen. Von den knapp 4000 vergebenen Sportabzeichen 2018 gingen laut Weil 2500 an Schülerinnen und Schüler. Er erwartet angesichts des finanziellen Anschubs demnächst höhere Zahlen, nannte aber keine konkreten Vorgaben.

Gastgeber Hubert Graf, Direktor Filialbereich bei der Sparkasse in Offenbach, versicherte, sein Arbeitgeber unterstütze „gern Kultur und Sport. Diese Förderung zählt zu unseren Genen dazu“. Walter Metzger und er erklärten abschließend, dass ihnen das Sportabzeichen wichtig sei, weil „Bewegung für Kinder bedeutend ist. Und das Sportabzeichen ist einfach eine gute Möglichkeit, Kinder an die klassischen Disziplinen der Bewegung heranzuführen.“

VON HOLGER APPEL

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