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„Super Saison“ trotz Abschlussniederlagen

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Schwierige Position. Markus Seifert (oben) attackiert in der Klasse bis 90 Kilogramm den Rüsselsheimer Daniel Stamm. Seifert holte im ersten Abschnitt des Derbys den einzigen Punkt der Offenbacher.
Schwierige Position. Markus Seifert (oben) attackiert in der Klasse bis 90 Kilogramm den Rüsselsheimer Daniel Stamm. Seifert holte im ersten Abschnitt des Derbys den einzigen Punkt der Offenbacher. © Klemenz

Gegen Ende des ersten Mannschaftskampfs am Samstag in der Offenbacher Sportfabrik huschte Francesco Liotta, Trainer und Vorsitzender des JC Samurai Offenbach, bereits ein zufriedenes Lächeln übers Gesicht. Zu klar war die Dominanz des TSV Abensberg gegen den abstiegsbedrohten JC Rüsselsheim. Nach dem 11:3 des deutschen Rekordmeisters stand bereits am frühen Nachmittag fest, dass dem JC Samurai der Klassenerhalt nicht mehr zu nehmen ist.

Offenbach - Die Offenbacher unterlagen später dann den Rüsselsheimern mit 5:9 und den Abensbergern mit 3:11, belegten in der Zehner-Gruppe mit acht Punkten (vier Siege, fünf Niederlagen) am Ende Platz fünf - die beste Bilanz seit dem Aufstieg im Jahr 2017. Das feierten die Samurai-Kämpfer bis spät in die Nacht noch rund um den Wilhelmsplatz – gemeinsam mit den Abensberger Athleten, die sich als Zweiter für die Endrunde um den Titel qualifiziert hatten. Neben der TSG Backnang steigt das Judo-Team Heidelberg/Mannheim ab, Rüsselsheim hatte sich in Offenbach den Klassenerhalt gesichert.

„Abensberg ist eine Klasse für sich, da können wir bei Qualität und Quantität nicht mithalten. Da sind drei Einzelsiege durchaus in Ordnung. Gegen Rüsselsheim hatten wir uns mehr erhofft, sind nicht ganz so zufrieden. Da war aber auch die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung nicht in unserem Sinne“, sagte Liotta am Abend.

Fabian Kühn, der gegen Rüsselsheim und Abensberg je einen Punkt beigesteuert hatte, haderte ebenfalls mit diesem Kampftag, nicht aber mit dem Gesamtergebnis. „Das waren hier unglückliche Entscheidungen gegen uns. Bei mir waren es zwei Würfe, die eigentlich hätten zählen müssen. Die Schiedsrichter waren leider anderer Meinung. Nach dem 1:6 zur Pause ist das 5:9 gegen Rüsselsheim noch okay, aber da war natürlich mehr drin. Gegen Abensberg ist es einfach toll zu kämpfen, das sind Athleten aus der nationalen Spitze, der eine oder andere sogar aus der Weltklasse. Da sind drei gewonnene Einzelkämpfe recht gut.“

Kühn hatte die Offenbacher am Samstag zuvor in Backnang mit dem Sieg im letzten Einzelkampf zum 8:6 und letztlich zum Klassenerhalt geführt. „Dieses Erfolgserlebnis hatte mir nochmals einen Kick gegeben, das will ich auch künftig immer wieder erleben. Mich hat diese Saison, die erfolgreichste in unserer Bundesligazeit, jedenfalls motiviert, mir hat sie großen Spaß gemacht“, berichtete er.

Auch Liotta war mächtig stolz auf seine Mannschaft: „Wir haben es nach dem Auftakt mit zwei deutlichen Niederlagen in Leipzig letztlich mit vielen eigenen Athleten aus eigener Kraft geschafft, die Liga zu halten. Die Mannschaft hat einen tollen Teamgeist entwickelt, hat trotz unserer Personalsorgen klasse Moral gezeigt. Die Saison war letztlich super, auch wenn sie schlecht begonnen hatte.“

Im Polen Kamil Grabowski (fehlte diesmal) sowie den Griechen David Tsokouris (punktete doppelt) und Athanasios Mylonelis (der verloren gegangene Kampf in der Klasse bis 81 Kilogramm gegen Abensbergs Niklas Blöchl dauerte unglaubliche zehn Minuten) haben die Offenbacher natürlich auch drei starke ausländische Athleten in ihren Reihen, laut Liotta weit weniger als die Konkurrenz. In Tarik Mahou, Toni Skoberne und Uros Djurdjevic (ganz stark gegen Abensbergs Daniel Scheller) gaben gleich drei Nachwuchskämpfer am Samstag ihr Bundesliga-Heimdebüt, in David Jurcevic steht das nächste hoffnungsvolle Talent der Offenbacher in den Startlöchern. „Uns muss für die Zukunft wirklich nicht bange sein“, versicherte Liotta.

In der kommenden Saison soll die Judo-Bundesliga wieder im normalen Rhythmus laufen, wie Samurais Teammanager Markus Horn am Samstagabend erzählte. Also von April bis Oktober mit nur einem Gegner pro Kampftag und nicht geballt binnen vier Wochen, wie das jetzt der Fall war. Die ersten Ziele dafür stehen schon fest: „Endlich ein Heimsieg! Dass wir das in all den Jahren noch immer nicht geschafft und nur auswärts gewonnen haben“, das nervt“, sagte Horn. „Und endlich den ersten Bundesliga-Derbysieg gegen Rüsselsheim“, wie Kühn ergänzte.

JC Samurai: Fabian Kühn (2), Tim Mentel, Markus Seifert (2), Daniel Gleim, David Tsokouris (2), Tarik Mahou, Athanasios Mylonelis (1), Nicolas Gerber (1), Daniel Sudermann, Toni Skoberne, Uros Djurdjevic, Philipp Schönfeld

KSV Esslingen - JC Leipzig 8:6

JT H/Mannheim - JC Leipzig 2:12

VfL Sindelfingen - KSV Esslingen 2:12

VfL Sindelfingen - JC Leipzig 3:11

JT H/Mannheim - KSV Esslingen 1:13

JC Rüsselsheim - TSV Abensberg 3:11

Samurai Offenbach - Abensberg 3:11

Samurai Offenbach - Rüsselsheim 5:9

TSG Backnang - TV Erlangen 6:8

JSV Speyer - TV Erlangen 12:2

JSV Speyer - TSG Backnang 10:4

1. KSV Esslingen 9 8 1 0 17

2. TSV Abensberg 9 7 2 0 16

3. JC Leipzig 9 6 2 1 14

4. JSV Speyer 9 6 0 3 12

5. Samurai Offenbach 9 4 0 5 8

6. TV Erlangen 9 3 1 5 7

7. JC Rüsselsheim 9 3 0 6 6

8. VfL Sindelfingen 9 2 1 6 5

9. JT H/Mannheim 9 2 0 7 4

10. TSG Backnang 9 0 1 8 1

Von Holger Appel

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