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SV Oberdorfelden trennt sich von Rück: Absteiger setzt nach elf Jahren auf neuen Trainer

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Überrascht: Daniel Rück hadert mit dem Zeitpunkt seiner Entlassung als Trainer des Kreisoberliga-Absteigers SV Oberdorfelden.
Überrascht: Daniel Rück hadert mit dem Zeitpunkt seiner Entlassung als Trainer des Kreisoberliga-Absteigers SV Oberdorfelden. © Scheiber

Der bereits abgestiegene Fußball-Kreisoberligist SV Oberdorfelden trennt sich zum Saisonende nach mehr als zehn Jahren von Trainer Daniel Rück. SVO-Abteilungsleiter Ludwig Beckerle sprach von einer „schwierigen Entscheidung, die rein auf der sportlichen Ebene getroffen wurde“.

Schöneck – Rück, der seit 2011 die Mannschaft des Schönecker Ortsteilklubs trainiert hat, zeigte sich überrascht von seiner Entlassung: „Ich habe überhaupt gar nicht damit gerechnet, dass sie das in Erwägung ziehen.“ Mit ihm an der Seitenlinie gelang Oberdorfelden der zweifache Aufstieg aus der B- in die Kreisoberliga. Der immer wieder angenommene Kampf um den Klassenerhalt geht nun in diesem Jahr verloren - mit nur zehn Punkten aus 30 Spielen.

„Man muss neue Reizpunkte setzen. Den schweren Schritt mussten wir jetzt angehen und einen neuen Trainer installieren. Wir machen das ansonsten überhaupt nicht, daher ist es für uns doppelt schwer“, erläuterte Beckerle die Motive des Vereins. Spielausschussvorsitzender Dietmar Böhmert sprach von einer „Notwendigkeit, jetzt was zu ändern“ und ergänzte: „Angesichts der langen Zeit hat es uns besonders leidgetan, diesen Schritt gehen zu müssen, aber wir sind gewissermaßen gezwungen worden, was Neues reinzubringen.“ Der Abstieg sei hierfür gerade der richtige Zeitpunkt gewesen.

Rück selbst sieht das anders: „Der Verein hätte auch schon früher die Reißleine ziehen können, als noch die Chance auf den Klassenerhalt bestand, das hätte ich besser verstanden.“ Dass er von seiner Entlassung überrascht wurde, lässt er nicht unter den Tisch fallen: „Ich war eigentlich Feuer und Flamme für die A-Liga gewesen und hatte die Sommervorbereitung schon geplant.“

Die Mannschaft, die größtenteils seit Jugendzeiten von dem 38-Jährigen trainiert wurde, wurde bereits ins Bild gesetzt. Auch hier unterscheiden sich die Einschätzungen, während Rück davon sprach, dass „einige Spieler von der Entscheidung geschockt gewesen seien, empfand Böhmert die Reaktion des Teams als „gelassen“.

Dennoch gestand Böhmert: „Ein Großteil hat nach wie vor zu Daniel gehalten, wollte gemeinsam das Ruder rumreißen. Der Verein musste aber was tun.“

Über die Gründe des Misserfolgs gerade in der aktuellen Saison ist man sich in Oberdorfelden hingegen einig. Ein kleiner Kader, Verletzungsmiseren und Corona hätten zum Abstieg beigetragen. Nun möchte der SVO einen Neuanfang eine Liga tiefer angehen - der passende Nachfolger für Rück ist schon gefunden: Serdar Yalta soll den künftige A-Ligisten in der neuen Saison betreuen. Offiziell trainiert er seit dieser Rückrunde die zweite Mannschaft, insgesamt ist er aber schon seit 2017 im Verein engagiert. „Der Vorteil von Serdar: Er ist seit fünf Jahren bei uns, kennt die Leute, den Verein, da müssen wir uns nicht eingewöhnen“, begründete Böhmert die Wahl des Vereins. Das sieht der selbsterklärte „Fan von attraktivem Offensiv-Fußball“ gleich: „Ich kenne die Jungs, wir trainieren zusammen. Ich bin zwar ein neuer Trainer, komme aber aus dem Verein.“ Der 41-Jährige, der seine Fußballerfahrung insbesondere aus seiner aktiven Zeit in der Verbandsliga in Nordrhein-Westfalen zieht, macht derzeit den Trainerschein für die C-Lizenz, hat über das Coaching der SVO-Reserve hinaus aber noch keine expliziten Trainerstationen hinter sich.

Sein Vorgänger hat nur lobende Worte für ihn: „Serdar ist ein sehr guter Typ, ich bin überein mit ihm, was Fußball angeht“, so Rück, der vorerst Abstand vom Trainer-Dasein nehmen und nicht aktiv nach einer neuen Stelle schauen möchte. Nach mehr als einer Dekade Zusammenarbeit zwischen dem SV Oberdorfelden und Daniel Rück steht aber nicht nur der Trennungsschmerz, sondern auch das gegenseitige Verständnis im Vordergrund: „Ich weiß, dass es ein schwerer Gang für den Verein war“, meinte der entlassene Trainer. Auf der anderen Seite betonte der Verein, hier in Person von Dietmar Böhmert, seine Wertschätzung für Rück: „Wir sind Daniel sehr dankbar für die lange Zeit, die er bei uns Trainer war. Er hat uns von der B-Liga in die Kreisoberliga gebracht - innerhalb von drei Jahren!“

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