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Talent der HSG Rodgau gewinnt Gold: „Hau einfach alles raus“

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Von: Julius Fastnacht

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Im Finale gegen Dänemark erzielte der für die HSG Rodgau Nieder-Roden spielende Mühlheimer Ben Seidel (Mitte) kurz vor Schluss den Ausgleich für die DHB-Junioren.
Im Finale gegen Dänemark erzielte der für die HSG Rodgau Nieder-Roden spielende Mühlheimer Ben Seidel (Mitte) kurz vor Schluss den Ausgleich für die DHB-Junioren. © p

Beim European Youth Olympic Festival gewinnt Ben Seidel Gold mit den deutschen U17-Handballern. Für die A-Jugend der HSG Rodgau Nieder-Roden war der Rückraum-Spieler schon in der Bundesliga aktiv. Er sieht bei den „Baggerseepiraten“ das perfekte Umfeld, um weiter zu wachsen.

Banská Bystrica – Beim Finale gegen Dänemark muss Ben Seidel lange von der Bank aus zuschauen. Sein Team-Konkurrent von den Rhein-Neckar-Löwen spielt an diesem Tag in der Slowakei stark auf, wirft acht Tore. Die Dänen führen lange. „Irgendwann ist denen aber die Luft ausgegangen“, erzählt Seidel. Kurz vor Abpfiff liegt die deutsche U17-Nationalmannschaft mit 25:26 hinten – und dann schlägt sein Moment.

„Fünf Minuten vor Schluss hat mich mein Trainer Jochen Beppler zur Seite genommen“, sagt der Rückraum-Spieler. Der Auftrag: „Spiel deine Stärken im Eins-gegen-eins aus, hau einfach alles raus, hat er gesagt.“ Und das gelingt, Seidel kommt rein, erzielt mit seinem zweiten Tor den 26:26-Ausgleich. Deutschland entscheidet die Partie letztlich mit 29:28 für sich und gewinnt Gold beim European Youth Olympic Festival.

Seit Januar ist Ben Seidel von der HSG Rodgau Nieder-Roden fester Bestandteil des Junioren-Bundeskaders. Der Wettkampf in der Slowakei war das erste internationale Turnier für den 17-Jährigen. In der Vorbereitung ging es für einen einwöchigen Lehrgang ins DHB-Leistungszentrum nach Kienbaum. „Wir sind in der Zeit als Mannschaft zusammengewachsen, auf und neben dem Feld“, resümiert Seidel.

Klar, die Konkurrenzsituation in der Nationalmannschaft ist enorm: „Jede Position war bei uns doppelt besetzt.“ Spielzeit erarbeitete sich Seidel dennoch. Gleich zum Auftakt beim Kantersieg gegen Gastgeber Slowakei erzielte er elf Treffer, fünf davon in fünf Minuten. Als persönliches Highlight nennt er aber das Halbfinale gegen Kroatien. „Wir haben in der Vorbereitung viel Video geschaut - und die Kroaten dann mit 37:19 aus der Halle geschossen.“ Seidel trug fünf Tore zum Erfolg bei.

Für die HSG spielte der Mühlheimer schon letzte Saison A-Jugend-Bundesliga, obwohl er altersmäßig noch bei den B-Junioren antreten durfte. Mit den „Baggerseepiraten“ qualifizierte er sich in seinem Premierenjahr fürs Sechzehntelfinale, führte sie unter die besten 32 Nachwuchsteams Deutschlands. Ein echter Coup gelang dem Team außerdem im DHB-Pokal, gegen den VfL Horneburg holten sie den Titel.

Seidel, der Gisli Kristjansson vom SC Magdeburg als Vorbild nennt („Er ist schlau, schnell, geht viel ins Eins-gegen-Eins“) richtet den Blick nach vorne. Kommende Saison soll der vorwiegend über links kommende Rückraum-Spieler nicht nur Stütze des A-Jugend-Teams sein. Regelmäßige Einsätze bei den Herren in der 3. Liga sind fest eingeplant.

Aber wird das beschauliche HSG-Umfeld nicht zu klein für ihn? Immerhin sollen bereits einige Bundesliga-Nachwuchszentren angeklopft haben. Nein, findet Seidel. „Der Verein bietet eine Umgebung, in der ich mich sehr gut entwickeln kann. Ich darf A-Jugend-Bundesliga spielen, habe den direkten Anschluss an die 3. Liga. Auch die Herren-Mannschaft hat mich zuletzt super aufgenommen.“ Zumindest bis zum Abi in zwei Jahren hat Seidel also das perfekte Umfeld, um spielerisch weiter zu reifen. (Von Julius Fastnacht)

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