Einstige Regionalliga-Größen der TG steigen in Verbandsliga auf

SG Nieder-Roden: Kleine Renaissance unter neuem Dach

+
Bereit für die Verbandsliga: Julian Markovic (von links), Denis Markovic, Vincenzo Risplendente, Markus Hock, Tuncer Özer, Andreas Aukal und Daniel Kurka.

Die Verbandsliga war jahrelang eine Liga, die für Nieder-Rodener Tischtennisspieler zu den Niederungen dieses Sports zählte. Zur Erinnerung: 2013 klopfte die TG Nieder-Roden noch ans Tor zur 2. Bundesliga, hatte ernsthafte Titelchancen in der Regionalliga.

Nieder-Roden –  Doch genau in der Saison erhielt das Verhältnis zwischen Hauptverein und Tischtennisabteilung erste Risse. Der Vorstand des Hauptvereins lehnte einen Aufstieg ab. Der Abstieg der einstigen Tischtennis-Hochburg schritt voran. Am Ende waren die Rodgauer Tischtennis-Begeisterten, die danach die TG verließen, unter dem Namen TTC Nieder-Roden und mittlerweile unter dem Dach der SG an die Platte gehen, bis in die Bezirksoberliga abgerutscht. Doch dort gelang in der vergangenen Saison eine kleine Renaissance. Mit 35:1 Punkten holten sich die Rodgauer den Titel und kehrten in die Verbandsliga zurück.

Ganz verwunderlich war das nicht, schließlich gehören dem Team einige Akteure an, die früher zu Glanzzeiten der TG schon dabei waren. Markus Hock etwa, der Spitzenspieler, war vergangene Saison mit 30:2 Siegen der herausragende Akteur. „Wir haben fast alle schon höherklassige Erfahrung“, sagt Teamsprecher Vincenzo Risplendente. Gleiches gilt für Daniel Kurka, Tuncer Özer und Andreas Aukal. Einzig Nesthäkchen Julian Markovic, der mit seinem vom TTC Langen hinzugestoßenen Bruder Denis aufschlagen wird, hat derlei Erfahrungsschatz noch nicht.

Das könnte noch werden, denn Risplendente, der weiter zum Team gehört, aber zunächst im zweiten Team als Topspieler aufschlagen wird, ist überzeugt davon, dass die SG Nieder-Roden in der Verbandsliga eine gute Rolle spielen kann. „Die Trainingsbeteiligung spricht dafür.“ Durchgehend alle Akteure seien regelmäßig im Training. Und würden laut Risplendente eine Vorbildrolle im Verein einnehmen.

Das kommt gut an, auch im Hauptverein sind die Tischtennisspieler mittlerweile gut integriert. Das war anfangs nicht so. „Natürlich gab es eine gewisse Skepsis“, räumte Risplendente ein. Die Querelen mit der TG hatte jeder im Rodgauer Stadtteil mitbekommen. „Mittlerweile haben wir längst alle Ressentiments aus der Welt geschafft“, so der 44-Jährige.

Auch auf den langjährigen Förderer und Macher können die Nieder-Rodener Tischtennis-Spieler weiter zählen. Gerd Bukow ist mit zur SG gewechselt. In den Hochzeiten der Zwistigkeiten zwischen TG-Hauptvorstand und Tischtennisabteilung war Bukow zur Reizfigur geworden. Für Risplendente noch heute unverständlich. „Gerd war immer für uns da, es war damals für uns alle klar, dass wir Flagge zeigen mussten.“

Und so gingen die Hocks, Özers und Risplendentes eben erst mit zum TTC. „Aber da wurde schnell klar, dass ein eigener Verein einen sehr großen Aufwand mit sich bringt“, räumt Risplendente ein. Und weil der Aufwand zu groß wurde, folgte die Angliederung an die SG. „Wir fühlen uns dort mittlerweile sehr wohl“, betont der Teamsprecher. Das gilt auch für die gesamte Mannschaft. „Wir kennen uns schon ewig, sind eine richtige Mannschaft“, meint Risplendente.

Auch der Altersunterschied zu den beiden Markovics spiele überhaupt keine Rolle. „Wir wollen Spaß haben“, blickt der Routinier voraus. Bis in die Regionalliga zurück dürfte der Weg aber sicherlich nicht führen. „Der Aufwand damals war schon groß - und das Interesse letztlich zu gering“, räumt Risplendente ein.

VON JÖRG MOLL

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare