Hanau

Tolga Ünal: Der Taktgeber im Hintergrund beim FC Hanau 93

Treibt nicht nur das Geld für die Mannschaftskasse ein: Tolga Ünal ist im Kader des FC Hanau 93 zu einer festen Größe geworden. Der Ex-Bruchköbeler, der auch mal in der Vorbereitung die Spielführerbinde bekommt, ist für viele der „interne" Kapitän. Archivfot": TAP

Fußball. Tolga Ünal zählt zu den Lieblingsspielern von Giovanni Fallacara. „Tolga ist ein treuer Weggefährte des FC Hanau 93. Ich mag seine Art, wie er sich auch außerhalb des grünen Rasens für den Verein einbringt“, lobt der Abteilungsleiter den 24-Jährigen.

Von Gert Bechert

Die Rolle, die Ünal dabei spielt, bezeichnet Fallacara als die eines „internen“ Kapitäns. Ünal führt die Mannschaftskasse und trägt trotz seines jungen Alters viel für den Zusammenhalt bei.

„Das zeichnet ihn aus. Ohne ihn wäre der Mallorca-Trip vor einigen Wochen kaum zustande gekommen“, glaubt Fallacara. Tolga Ünal denkt indes schon weiter. Dass die Spiele in der Hessenliga überwiegend samstags stattfinden, findet er gut. „Dann können wir anschließend als Mannschaft noch etwas gemeinsam unternehmen.“

Mit dem Aufstieg in die Hessenliga erfüllte sich für den Wirtschaftsingenieur, der momentan an seiner Master-Arbeit bastelt, ein lang gehegter Wunsch. „Das ist ein Abenteuer für uns. Ich bin sehr froh, dass wir es noch nachträglich geschafft haben“, spielt er auf den freiwilligen Rückzug des FSC Lohfelden an, ohne den die 93er ein weiteres Jahr in der Verbandsliga Süd hätten spielen müssen. Er sieht der neuen Herausforderung gelassen entgegen. „Wir haben etliche erfahrene Spieler in unseren Reihen und einen Spielertrainer, der bereits in der Champions League spielte. Unser Ziel kann als Neuling nur der Klassenerhalt sein.“

Tolga Ünal

Alter: 24Wohnort: MittelbuchenBeruf:WirtschaftsingenieurFamilienstand: ledigLieblingsspieler: Lionel MessiLieblingsverein:Galatasaray IstanbulFrühere Vereine: SG Buchen, Eintracht Frankfurt, FSV Frankfurt, TS Ober-Roden (alle Jugend), SG Bruchköbel

Erstmals seit Jahren geht Hanau 93 nicht als Favorit in eine Saison, Tolga Ünal sieht darin einen Vorteil. „Gegen Mannschaften wie Hessen Kassel, SG Barockstadt Fulda-Lehnerz oder die Regionalliga-Absteiger SC Hessen Dreieich und Eintracht Stadtallendorf sind wir klare Außenseiter, da werden von uns keine Wunderdinge erwartet.“Die vergangene Runde war für den Rechtsfuß sehr lehrreich. Der Absturz nach der Winterpause war für ihn eine reine Kopfsache. „Wir fühlten uns nach einer super gelaufenen Hinrunde viel zu sicher. Was sollte bei einem Acht-Punkte-Vorsprung noch passieren. Die Quittung folgte auf dem Fuß.“

Besonders leid tat ihm Fallacara. „Ihn traf der zunächst verpasste Aufstieg sehr hart. Wir müssen ihm zeigen, dass wir alles für den Verein tun werden“, sieht sich Tolga Ünal in der Pflicht. Bereits mit vier Jahren begann er bei der SG Buchen mit dem Kicken. Mit acht Jahren wechselte er 2003 zu Eintracht Frankfurt. Als nächste Station folgte der FSV Frankfurt, am Bornheimer Hang war er fünf Jahre aktiv. Die A-Jugend-Jahre verbrachte Tolga Ünal bei der TS Ober-Roden in der Hessenliga.

Seine erste Seniorenstation war die SG Bruchköbel. „Das war für mich nur ein Katzensprung und die SGB war damals der ranghöchste Verein im Fußballkreis Hanau“, begründet er seinen Wechsel. Nur ein Jahr später folgte er dem Lockruf Fallacaras. „Die 93er waren gerade in die Gruppenliga aufgestiegen und verstärkten sich mit namhaften Spielern. Das Konzept Fallacaras überzeugte mich“, sagt Tolga Ünal. Nach jeweils zwei Jahren in der Gruppen- und der Verbandsliga folgte jetzt der Sprung in die Hessenliga, womit sich für Tolga Ünal ein Kreis schließt.

Die Vertragsverlängerung verlief wie am Schnürchen. „Nach einer Minute waren wir uns handelseinig“, freut sich Fallacara über die Zusage. Jetzt hoffen beide, dass Ünal vom Verletzungspech verschont bleibt. In der Vergangenheit hatte der defensive Mittelfeldspieler, der am liebsten vor der Abwehrkette spielt, wiederholt mit den Bändern Probleme. „Das ist meine Schwachstelle. Bänderrisse haben schon öfter zu mehrwöchigen Zwangspausen geführt“, berichtet das Leichtgewicht.

Dann legt er auch schnell ein paar Kilo zu. „Ich habe mit ihm darüber schon ein ernsthaftes Gespräch geführt. Er hat eingesehen, dass es so nicht geht“, sieht Fallacara Tolga Ünal auch in diesem Punkt als Musterknabe. Derzeit bringt Tolga Ünal 73 Kilo auf die Waage, genau das richtige Kampfgewicht, um in der Hessenliga bestehen zu können.

Wechsel und Ziel

Zugänge: Salvatore Bari, Armend Brao, Ioannis Takidis (alle FC Bayern Alzenau), Kevin Effiong (Türk Gücü Friedberg), Ljubisa Gavric (Hessen Dreieich), Julian Purcell (Vikt. Urberach), Oktay Bulut (SG Bornheim/GW), Angelo De Carvalho (Eintr. Oberrodenbach), Michael Fink (FC Gießen), Tim Franz (Germ. Großkrotzenburg), Noah Gibaja-Lofink (SG Marköbel), Engin Arslan (Vikt. Griesheim)

Abgänge: Jens Westenberger (Germ. Großkrotzenburg), Khaibar Amani (SG Bad Soden), Daniyel Cimen (Spvgg. Groß-Umstadt), Michel Gschwender (RW Hadamar), Christoph Prümm (Karriereende), Ilker Bicakci (SC 1960 Hanau), Velibor Velimir (SG Hoechst), Lennox Crews (Studium USA), Alexander Hagikian (2. Mannschaft), Tunca Eris (SG Bruchköbel), Ervin Skela, Jörn Kohl, Alexander Neubauer, Christian Fischer (alle unbekannt)

Trainer:Michael Fink (neu)

Saisonziel: Klassenerhalt

Favoriten: KSV Hessen Kassel, Eintracht Stadtallendorf, SC Hessen Dreieich

Quelle: Hanauer Anzeiger

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