Hockey-Saisonstart

Trainerlose Herren des 1. Hanauer THC sind fit wie nie

Zuversichtlich: Teammanager Malte Heissel (links) weiß, dass die Älteren mehr Verantwortung übernehmen müssen, solange kein Trainer da ist.
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Zuversichtlich: Teammanager Malte Heissel (links) weiß, dass die Älteren mehr Verantwortung übernehmen müssen, solange kein Trainer da ist.

Kuriose Situation bei der Regionalliga-Herrenmannschaft des 1. Hanauer THC: Sie starten ohne Trainer in die neue Saison. Dennoch verrät der Teammanager, dass die Spieler sehr fit sind. Und die Vorbereitungsergebnisse lassen aufhorchen.

Hanau – Gute Testspielergebnisse, ein hohes Fitnesslevel und eine junge, hungrige Mannschaft. Wenige Tage vor dem Saisonauftakt in München scheint einer erfolgreichen Saison der Herrenmannschaft des 1. Hanauer THC nichts im Wege zu stehen. Doch etwas fehlt: ein Trainer. Vor der Saison wurde der Vertrag mit Ex-Trainer Moritz Grell in beiderseitigem Einvernehmen nach vier Jahren Zusammenarbeit aufgelöst. Bis jetzt hat man noch keinen Nachfolger. Als Interimslösung trainieren sich die Spieler selbst und werden dabei von Harald Koch, Co-Trainer unter Grell, unterstützt. Vor dem Saisonbeginn in der Regionalliga Süd haben wir mit dem vorübergehenden Teammanager Malte Heissel über die aktuelle Situation der Grün-Schwarzen und die Ziele für die kommende Saison gesprochen.

Trotz des fehlenden Cheftrainers laufe die Saisonvorbereitung „sehr ordentlich“. „Ohne Trainer müssen die einzelnen Spieler, insbesondere die Älteren, mehr Verantwortung übernehmen. Ich habe das Gefühl, dass das unseren Mannschaftszusammenhalt gestärkt hat. Es kommen mehr Impulse aus der Mannschaft heraus. Im Hinblick auf die Einstellung passt es bei uns aktuell sehr gut“, gibt der 25-jährige Hanauer Einblicke in die Stimmung der Mannschaft. Dass es auch ohne Trainer laufen kann, zeigen die jüngsten Ergebnisse aus den Vorbereitungsspielen. So konnte die junge Hanauer Mannschaft bei einer Testspiel-Serie im Juni und Juli, an der mit Ausnahme des Bundesligisten SC Frankfurt 1880 die sechs besten hessischen Mannschaften teilnahmen, den dritten Platz belegen.

Noch besser liefen die Vorbereitungsspiele der vergangenen Wochen, wo es sogar gelang, mit Wiesbaden einen der beiden Meisterschaftsfavoriten mit 4:3 zu schlagen: „In den Testspielen haben wir gut abgeschnitten. Vor allem gegen Wiesbaden haben wir gut gespielt. Und die gehören für die nächste Saison sicherlich zu den Favoriten. Sie schaffen es immer wieder, Ex-Bundesligaspieler zu verpflichten. Der zweite Favorit ist Feudenheim, der Ableger des Bundesligisten Mannheimer HC.“ Dass sich die Grimmstädter auch vor diesen Mannschaften nicht zu verstecken brauchen, haben sie bereits in den Testspielen bewiesen.

An der Trainerbank der Herren des 1. Hanauer THC wird zu Saisonbeginn niemand stehen. Nach der Trennung von Moritz Grell wurde noch kein neuer Übungsleiter gefunden.

Einen Grund für die guten Ergebnisse sieht Heissel in dem guten Fitnesszustand seines Teams: „Wir sind deutlich fitter als in der Vergangenheit. Athletisch sind wir den anderen Mannschaften aktuell überlegen. Das ist unser Vorteil.“

Diesen Vorteil haben sich die Grün-Schwarzen in der langen Corona-Pause hart erarbeitet. Noah Buntrock, Spieler und Athletik-Trainer zugleich, hat während des Lockdowns die Athletik-Einheiten über die Videoplattform Zoom geleitet. Auf seine Anweisungen müssen seine Mannschaftskameraden in der kommenden Saison allerdings größtenteils verzichten. Studienbedingt wird er nur sporadisch dabei sein.

Diesem „Abgang“ stehen zwei Neuzugänge gegenüber. Mit Henri Draxler (eigene Jugend) und Jano Dreger (extern) schließen sich zwei Spieler des Jahrgangs 2004 dem Erstmannschaftskader an. Ansonsten hat das Team um die beiden Kapitäne Niels Heissel und Moritz Lohstöter keine größeren Umwälzungen zu bewältigen.

Und auch wenn das alles den Anschein macht, als bräuchten die Hanauer nicht unbedingt einen neuen Trainer, ist Malte Heissel sich sicher, dass es für die Entwicklung der Mannschaft dennoch hilfreich sein wird: „Wir wollen gerne einen neuen Trainer, der uns dann einfach auch taktisch und spielerisch voranbringen und uns dadurch mittelfristig einfach noch mal verbessern kann.“ Das Minimalziel des 1. Hanauer THC für den Auftakt in die kommende Saison lautet: zehn Punkte aus den ersten fünf Spielen - ob mit oder ohne Trainer.

Von Nils Moock

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