Ein Traum wird wahr

Rodgauer fährt vor 50.000 Fans Moto-Cross-Rennen

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Extreme Sprünge sind in der US-Supercross-Serie die Regel. Um das zu trainieren, baute sich der Rodgauer Philipp Klakow auf dem Motorsportgelände in Schaafheim eine eigene Trainingsstrecke.

Rodgau - Ein 26 Jahre alter Rodgauer schickt sich an, in der Welt der Moto-Cross-Profis mitzumischen. Erster Höhepunkt für Philipp Klakow war die Halbfinalteinahme vor 50.000 Zuschauern in Los Angeles.

Die Begeisterung für Moto-Cross scheint bei Philipp Klakow genetisch veranlagt zu sein. Schon Großvater Kurt Klakow war erfolgreicher Moto-Cross-Sportler in den 50er und 60er Jahren. Vater Bernd setzte die Tradition fort und infizierte auch den Sohn mit dem Moto-Cross-Virus. Schon mit acht Jahren saß Philipp Klakow erstmals auf einer 85-ccm-Crossmaschine. Im Team der Offenbacher Moto-Cross-Vereinigung fand er schnell Gleichgesinnte und intensivierte das Training. Schon bald stellten sich die ersten Erfolge ein. Nach Hessenmeistertiteln in den Klassen bis 125 und 250 Kubikzentimeter folgte der Aufstieg in nationale und internationale Rennserien.

Zum richtigen Durchbruch jedoch fehlten stets neben den finanziellen Mitteln auch die optimalen Trainingsmöglichkeiten. Anders als in den USA, wo Moto-Cross extrem populär und „big business“ ist, fristet die Disziplin in Deutschland ein Schattendasein. Nur eine Handvoll Fahrer können von diesem Sport leben. In den USA sind Spitzenfahrer wie Ryan Dungey, James Stewart oder der deutsche Ken Roczen Multi-Millionäre und als Sportidole von der Werbung begehrt.

„Es war schon immer mein Traum, in die US-Szene hineinzuschnuppern und dort Rennen zu fahren“, erklärte Klakow daher. Vor drei Jahren nahm der Traum konkrete Züge an. Mit der Unterstützung von privaten Kontakten sammelte er erste Erfahrungen in der West Coast Supercross Serie. Da die Vorbereitungen und das Training aufgrund der extremen Sprünge sehr speziell sind, baute sich der 26-Jährige auf dem Motorsportgelände in Schaafheim eine eigene Supercross-Strecke und trainierte dort im Herbst 2015. Auch die Federelemente am Motorrad müssen auf die größeren Belastungen eingestellt werden. hier half Jens Weber, ein erfahrener Fahrwerks-Tuner aus Michelstadt.

Klasse statt Masse: Premieren auf der Intermot

Bestmöglich vorbereitet, stand Philipp zum Serienauftakt mit 60 weiteren Fahrern und als zweiter Deutscher neben Ken Roczen am Start im Angels Stadium. An diesem Abend klappte es leider nicht mit der Qualifiaktion zu den Hauptläufen, auch im nächsten Rennen eine Woche später in San Diego musste der Rodgauer aufgrund eines Sturzes vorzeitig einpacken. Beim dritten Anlauf, wieder in Los Angeles, klappte es mit dem ersehnten Triumph. Nach Platz 38 in der Qualifikation zog er in die Halbfinals ein und startete bei der „Evening Show“ auf seiner Kawasaki (450 ccm) vor 50.000 Zuschauern. Bestens motiviert wird Klakow nun auch noch die verbleibenden Rennen in Oakland und Phoenix bestreiten. (td)

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