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Trompeter erwartet eine Medaille: Hanauerin will nach dem Gesamtweltcupsieg auch bei der WM glänzen

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Actionreicher Sport: Caroline Trompeter beim Training mit Olympiasiegerin Ricarda Funk (links) vor dem WM-Beginn in Bratislava, wo die Hanauerin sich heute für die Finalläufe am Sonntag qualifizieren will. 2017 hatte die 27-Jährige bei der ersten WM im Extreme-Kanuslalom die Goldmedaille gewonnen.
Actionreicher Sport: Caroline Trompeter beim Training mit Olympiasiegerin Ricarda Funk (links) vor dem WM-Beginn in Bratislava, wo die Hanauerin sich heute für die Finalläufe am Sonntag qualifizieren will. 2017 hatte die 27-Jährige bei der ersten WM im Extreme-Kanuslalom die Goldmedaille gewonnen. © Privat

In einem reißenden Wildwasserkanal heißt es Paddeln was das Zeug hält, bloß nicht umkippen und bestenfalls niemanden an sich vorbeilassen. Ein wenig verrückt muss man schon sein, wenn man Boater-Cross fährt. „Es geht um Adrenalin. Mein Puls ist am Start immer ziemlich hoch“ sagt Kanutin Caroline Trompeter von der Ski- und Kanugesellschaft Hanau.

Hanau/Bratislava – Aktuell befindet sich die 27-Jährige im slowakischen Bratislava und geht bei den Kanuslalom-Weltmeisterschaften im Extreme-Kanuslalom an den Start. Bei der sehr jungen Sportart, die 2024 in Paris zum Olympia-Programm gehören wird, stürzen sich vier Kanuten oder Kanutinnen gleichzeitig von einer etwa drei Meter hohen Rampe in den Wildwasserkanal, mit dem Ziel, als Erster und möglichst fehlerfrei die bis zu zehn Hindernisse zu umfahren. „Jedes Mal wenn ich oben auf der Rampe stehe, bereit jeden Moment runterzuspringen, dann habe ich schon etwas Respekt. Danach schaffe ich es aber, mich zu fokussieren, und los geht’s.“

Training in Bratislava: Caroline Trompeter an der WM-Strecke, während im Hintergrund der Start eines Extreme-Kanuslaloms zu sehen ist.
Training in Bratislava: Caroline Trompeter an der WM-Strecke, während im Hintergrund der Start eines Extreme-Kanuslaloms zu sehen ist. © Privat

Caroline Trompeter war 2017 bei der Weltmeisterschaft im französischen Pau die allererste Goldmedaillengewinnerin der neuen Disziplin. Damals war es ein Überraschungssieg. Dieses Jahr geht sie bei der Kanuslalom-WM mit ganz anderen Erwartungen an den Start. „2017 habe ich einfach mal mitgemacht und war dann total überrascht, als ich eine Goldmedaille mit nach Hause nehmen durfte. Das ist diesmal nicht so. Diesmal will ich eine Medaille. Ich habe also eine klare Erwartung.“

Die Hanauerin ist bereits vergangene Woche mit ihren Teamkollegen nach Bratislava gereist. Die Stimmung vor Ort ist in diesem Jahr aber sehr speziell. „Wegen Corona müssen wir uns oft testen lassen und befinden uns in so einer Art Bubble. Wir dürfen uns nur im Hotel oder an der Strecke aufhalten. Ein gutes Buch hilft da immer. Langweilig wird es nicht.“

Die 27-Jährige hatte im Vorfeld schon einiges über die Strecke gehört. Sie hätte es in sich, hieß es. Das kann Caroline Trompeter nach den Trainingseinheiten bestätigen. „Super anspruchsvoll. Sehr wuchtiges Wasser. Aber es macht Spaß zu fahren.“

Caroline Trompeter kam einst in der Grundschule durch einen Klassenkameraden zum Kanuslalom. „Ich bin damals hängen geblieben und jetzt schon seit 19 Jahren Kanutin. Ganz schön lange, wenn ich so recht überlege“, lacht sie: „Ich mag an der Sportart, dass sie so vielseitig ist. Man braucht Kraft, Technik und mentale Stärke.“

Vor 19 Jahren musste sie sich erst mal rantasten. „Gerade wenn man das erste Mal in einem Kanu sitzt, ist es echt schwer, die Balance zu halten, um nicht umzukippen. Aber mit der Zeit wird es immer besser.“

Vom klassischen Kanuslalom ist Caroline Trompeter vor vier Jahren zum etwas wilderen Boater-Cross gekommen. „Ich mag das Extreme viel lieber als das Klassische. Ich fühle mich sehr wohl damit und werde weitermachen.“ Das große Ziel: Bei Olympia an den Start gehen. Die Hanauer Kanutin denkt jedoch zunächst in kleinen Schritten. Nach dem Gewinn des Gesamtweltcups im Extreme-Kanuslalom, den sie kurz vor der WM perfekt machte, soll in Bratislava eine Medaille folgen.

Von Franca Richter

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