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Über Tennessee nach Paris zu Olympia 2024: Nidderauer Schwimmerin Julia Mrozinski studiert in den USA

Strahlend die Weichen für die Zukunft gestellt: Schwimmerin Julia Mrozinski, die in Ostheim aufgewachsen ist, studiert per Stipendium in Tennessee (USA). Dort will sie sich fit machen für Olympia 2024 in Paris.
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Strahlend die Weichen für die Zukunft gestellt: Schwimmerin Julia Mrozinski, die in Ostheim aufgewachsen ist, studiert per Stipendium in Tennessee (USA). Dort will sie sich fit machen für Olympia 2024 in Paris.

Julia Mrozinski hat zwar das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio verpasst, ihren Traum hat die in Nidderau aufgewachsene Schwimmerin aber noch lange nicht aufgegeben. Die Devise der 21-Jährigen lautet: Olympia 2024 in Paris – und dafür verlässt die Freistilspezialistin nun sogar den europäischen Kontinent.

Hamburg/Nidderau – Am 10. August hebt ihr Flieger in die USA ab, denn die Wahl-Hamburgerin wird dann per Stipendium an der University of Tennessee studieren. Bis zum Abflug ist noch einiges zu erledigen, das Visum muss beantragt werden und die Universität benötigt auch noch zahlreiche Unterlagen der talentierten Schwimmerin. Auch ein Besuch bei Freunden in der Ostheimer Heimat ist geplant, schließlich will sich Julia Mrozinski von ihren Freunden aus Kindheitstagen verabschieden, ehe sie ihre Zelte in den USA aufschlägt.

Die Idee, in den USA Leistungsschwimmen und Studium miteinander zu kombinieren, ist im ersten Lockdown der Corona-Pandemie gereift. „Ich habe mich darüber informiert, denn in den USA herrscht eine gute Balance zwischen Uni und Schwimmen“, sagt die 21-Jährige, die in diesem Jahr ihr Abitur gemacht hat. Ihre Eltern, die selbst Leistungsschwimmer waren, haben das Vorhaben von Anfang an unterstützt, schließlich habe ihre Mutter die Idee früher schon einmal auf das Trapez gebracht. „Meine Mutter war schon früher von einem Studium in den USA überzeugt. Meine Eltern unterstützen mich sowieso bei jeder Entscheidung, die ich im sportlichen Bereich treffe, zu 100 Prozent. Natürlich ist es für meine kleine Schwester nicht so einfach, wenn ich bald weit weg sein werde“, kann sich die Schwimmerin immer auf familiären Rückhalt verlassen – auch, wenn künftig ein Weltmeer zwischen der Familie liegt.

Schwieriger und langwieriger Entscheidungsprozess

Die Suche nach einer passenden Universität hat Julia Mrozinski, die seit 2015 in der Hansestadt lebt und für die SGS Hamburg schwimmt, nicht dem Zufall überlassen: „Ich habe die Top-Zehn Unis im Schwimmen angeschrieben und am Ende ist es Tennessee geworden.“ Ganz so einfach war der Entscheidungsprozess allerdings nicht. Bis die Würfel gefallen waren, sind einige Monate ins Land gegangen. Es standen mit mehreren Universitäten Mailwechsel und auch zahlreiche Telefonate mit den Trainern und Studenten vor Ort sowie zukünftigen Studenten auf dem Programm. Begonnen hat die Kontaktaufnahme im April 2020, die finale Entscheidung hat die junge Schwimmerin erst im vergangenen November gefällt – allerdings, ohne vor Ort gewesen zu sein.

Gerne hätte sich die Freistilspezialistin ihre zukünftige Uni im Zuge von sogenannten „recruiting trips“ angeschaut – schließlich ist es keine einfache Entscheidung, sich für eine Uni auf einem anderen Kontinent zu entscheiden –, doch daraus wurde aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Reisebeschränkungen nichts. „Ich habe aber viele Videos und Bilder angeschaut und letztlich habe ich auf mein Bauchgefühl gehört.“ Und das hat Tennessee gesagt, wo Julia Mrozinski Teil des Schwimmteams „Tennessee Vols“ sein wird. Sie reist mit ihren persönlichen Bestzeiten von 55,19 Sekunden über 100 Meter Freistil (Weltrekord von Sarah Sjöström liegt bei 51,71 Sekunden) und 1:58,28 Minuten über 200 Meter Freistil (Weltrekord von Federica Pellegrini liegt bei 1:52,98) in die Staaten. Studieren wird Julia Mrozinski Grundschullehramt. Zusätzlich stehen für die Ostheimerin etwa drei Trainingseinheiten pro Tag an, alles aufeinander abgestimmt – dafür sind US-amerikanische Universitäten bekannt.

Was genau auf Julia Mrozinski zukommt, lässt sich noch nicht genau sagen, weil ihr Studienplan noch nicht vorliegt. Was die Freistilspezialistin aber schon ganz genau weiß, ist ihr sportliches Ziel: „Ich will mich für Olympia 2024 in Paris qualifizieren.“ (Von Julia Meiss)

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