PRO B

Überragender Athlet für die White Wings: US-Guard JD Tisdale soll junges Team anführen

Schnell unterwegs: JD Tisdale (rechts) wechselt aus der NBA-Entwicklungsliga nach Hanau. „Ich bin schon sehr aufgeregt“, betonte der 27-Jährige.
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Schnell unterwegs: JD Tisdale (rechts) wechselt aus der NBA-Entwicklungsliga nach Hanau. „Ich bin schon sehr aufgeregt“, betonte der 27-Jährige.

Lange ist es ruhig geblieben in der virtuellen Welt der Hanau White Wings. Auf den Social-Media-Kanälen, wo der Basketball-Drittligist mit immer engerer Taktung seine Zu- und Abgänge für die neue Saison präsentiert. Seit Mittwoch ist das anders. Es häufen sich Kommentare, die vor allem eines ausdrücken: Enttäuschung über den Abschied von Till-Joscha Jönke.

Hanau – Unverständnis darüber, wie der Klub – Josef Eichler hinzugenommen – „solche Führungsspieler und Sympathieträger ziehen lassen kann“.

Sebastian Lübeck, Geschäftsführer der White Wings, kann „die Fansicht“ verstehen. „Das ist auch in Ordnung. Es sind zwei ganz wichtige Personalien.“ Dennoch stehe man in beiden Fällen zu den Entscheidungen, „die sicher nicht leicht waren“. Neben sportlichen Gesichtspunkten dürften wie so oft finanzielle Aspekte eine größere Rolle gespielt haben.

Etwas verwunderlich mutet es in dem Zusammenhang an, dass Eichler ein Angebot der White Wings ablehnte und beim TSV Nördlingen (2. Regionalliga) unterschrieb, bei dem er bereits zu Erstliga-Zeiten unter Vertrag stand. „Mit Till haben wir lange zusammengesessen und beschlossen, dass es die sinnvollste Lösung für alle ist“, erzählt Lübeck. Klar ist: Jönke hinterlässt eine große Lücke, „die wir nicht eins zu eins ersetzen können“. Als Kapitän, Antreiber und Gesicht der White Wings. „Er hat viel für den Verein getan“, betont der Geschäftsführer.

Jönkes Abgang eröffnet finanzielle Möglochkeiten

Daher wollte der Klub dem wechselwilligen Führungsspieler keine Steine in den Weg legen, stimmte einer Vertragsauflösung zu. Jönke wird bei einem Team aus der Pro A unterschreiben. Dort nimmt der 29-Jährige auch eine kleinere Rolle in Kauf.

So schmerzlich der sportliche Verlust des Topverdieners ist, er gibt den Hanauern mehr finanziellen Spielraum bei der Kaderplanung. Sorgen, dass die White Wings nach dem größeren Umbruch kein schlagkräftiges Team zusammenbekommen, wischt Lübeck beiseite. Und präsentierte gestern in JD Tisdale einen Spieler, der in die Anführerrolle schlüpfen soll. Der US-Guard kommt aus der G-League und lief dort für die Lakeland Magic auf, das Farmteam des NBA-Klubs Orlando Magic. „JD ist ein überragender Athlet und schnell auf den Beinen. Er kann mit seiner Länge von knapp zwei Metern auf den Guard- und Flügelpositionen flexibel eingesetzt werden“, so Lübeck.

Dass der 27-jährige Tisdale keinerlei Europa-Erfahrung mitbringt, sieht er nicht als Hindernis. „Wer in der G-League 17 Minuten im Schnitt auf dem Feld steht und fünf Punkte erzielt, kann schon was. Er hat das Potenzial, in der Pro B vornewegzugehen.“

Neuzugang Tisdale landet am 5. August in Hanau

Der 1,96 Meter große Tisdale spielte während seiner College-Zeit erfolgreich für die Bowling Green Falcons und die Rogers State Hillcats. Er wird am 5. August in Hanau erwartet und könnte mit Blick auf Position und Spielweise den abgewanderten Felix Hecker ersetzen. Beim Trainingsauftakt vier Tage später wird der Amerikaner auf eine Reihe neuer Gesichter in Hanau treffen. „Wir sind uns mit einigen Spielern schon einig oder in den letzten Verhandlungen“, betont der Geschäftsführer.

Fest steht: Die zweite Kontingentstelle wird ein Center aus dem europäischen Ausland besetzen. Damit schließen die White Wings eine wichtige Planstelle, da gerade auf den großen Positionen der Markt überschaubar ist. Zudem soll noch ein deutsches Trio mit Erfahrung für Ausgewogenheit im Kader sorgen. „Wir werden das Team etwas anders aufbauen“, kündigt Lübeck an. Mit anderen Typen, die mehr Variationsmöglichkeiten bieten. „Ich sehe uns vielleicht nicht unter den Top 3, aber wir werden wieder zu den Play-off-Kandidaten zählen.“ (Von Jörn Polzin)

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