TTC Seligenstadt vermeldet vier Zugänge

Überraschend doch Regionalliga

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Schlägt auch in der Regionalliga weiter für den TTC Seligenstadt auf: Alexander Krenz.

Seligenstadt -  Nach dem Abstieg aus der 3. Liga war wochenlang spekuliert worden, wie es mit dem des TTC Seligenstadt, dem ranghöchsten Tischtennis-Herrenteam der Region, weitergeht.

Da die Beteiligten etwas ausgebrannt waren und für die Zukunft verstärkt auf die Jugend setzen wollten, war zunächst ein Rückzug in die Hessenliga im Gespräch. Später hieß es, die Oberliga könnte die beste Spielklasse sein. Doch nun ist es dem Verein auf den letzten Drücker doch noch gelungen, eine Truppe mit Regionalliga-Niveau zusammenzustellen - und in dieser Klasse wird auch aufgeschlagen.

Zwar musste man drei Abgänge hinnehmen (Jannik Xu zog es zu Zweitliga-Aufsteiger Celle, Sven Müller-Wirth zum Oberligisten Frankenthal und Rick Burkard nach Wiesbaden-Nordenstadt in die Hessenliga), doch damit war zu rechnen. Nur der 17-jährige Xu, von dem jeder wusste, dass er höherklassig anheuern würde, ist als herber Verlust zu sehen. Müller-Wirth hat kaum gespielt, Burkard in der gesamten Saison ein Match gewonnen. Der einzige in der 3. Liga wirklich überzeugende Akteur, der Iraner Pourya Omrani, ist geblieben, wird aber wohl nur selten zum Einsatz kommen.

Der TTC baut auf ein Sextett mit vier Zugängen und einem Talent, das aus der Reserve nach oben kommt. Unverändert dabei ist der 39-jährige Alexander Krenz als Leitwolf, der nun auf Position zwei hochrückt. TTC-Vorsitzender Andreas Hain, der wieder einmal seine internationalen Kontakte spielen ließ, holte kurz vor Toreschluss den 19-jährigen Slowaken Adam Brat als neuen Spitzenspieler. „Adam ist ein richtig guter Mann für die Regionalliga“, meint Hain: „Er war Jugendnationalspieler, gehört inzwischen zum erweiterten Nationalkader der Slowakei und spielt auf der World Tour. Seine Rückhand ist bärenstark.“

An Position 3 ist der ehemalige Frauen-Bundestrainer Tobias Beck zu finden. Er kam von der DJK Blau-Weiß Münster. „Von Tobias kann man im mittleren Paarkreuz eine positive Bilanz erwarten“, so Hain. „Zudem macht er eine tolle Jugendarbeit und kann auch unsere Toptalente an die Spitze heranführen.“ Zusammen mit Beck hat aus Münster auch noch Defensiv-Stratege Matthias Kemmler unterschrieben. Der 25-Jährige war bei der DJK als Nummer eins gemeldet, hatte aber kein Spiel absolviert und sich stattdessen auf Studium und Beruf konzentriert. Nun will er auch im Tischtennis wieder Gas geben. „Matthias ist für das hintere Paarkreuz eine Granate“, meint Hain.

Direkt vor ihm an Position vier ist mit dem 19-jährigen Inder Mudit Dani ein exotischer Zugang aufgestellt, der auf diverse internationale Einsätze im Juniorenbereich zurückblickt und in der aktuellen Weltrangliste auf Platz 797 geführt ist. „Er hat im Studium ein Freisemester eingelegt und ist heiß auf Tischtennis“, erläutert Hain. „Wir erwarten, dass er im mittleren Paarkreuz zumindest annähernd ausgeglichen spielt.“

Die Nummer sechs ist mit dem 15-jährigen David Rose ein Talent aus den eigenen Reihen, das aus der bisherigen Verbandsliga-Mannschaft - Seligenstadts „Zweite“ wird kommende Saison vermutlich in der Bezirksoberliga spielen - aufrückt. „David hat eine sensationelle Entwicklung genommen“, ist Hain begeistert: „Wir werden aber abwarten müssen, wie er sich in der Regionalliga akklimatisiert.“

Generell ist geplant, in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder die 3. Liga anzuvisieren. „Allesandro Felzer hätte auch dazu gehört“, sagt Hain, „er ist jetzt aber für ein Jahr aus familiären Gründen nach Griechenland gegangen.“

Kurzfristig gelte es, die schwer auszurechnende Regionalliga mit dieser interessanten, aber kunterbunten Truppe zu halten. „Ziel ist der Klassenerhalt“, so Hain. Augenzwinkernd fügt der TTC-Macher hinzu: „Und vor der TG Obertshausen wollen wir ins Ziel kommen - ich bin zuversichtlich, dass uns das auch gelingt.“ (rosch)

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