Paralympics

Undine-Ruderer Klemp löst Ticket für Tokio

Marcus Klemp in Italien mit Medaille. Dahinter von links: Bundes- und Undine-Trainer Jochen Weber, Undine-Betreuerin Elke Klingenberg, Undine-Trainer Martin Bretschneider, Physiotherapeut Philipp Säckel und Sebastian Fuchs, Trainer des RV Münster.
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Marcus Klemp in Italien mit Medaille. Dahinter von links: Bundes- und Undine-Trainer Jochen Weber, Undine-Betreuerin Elke Klingenberg, Undine-Trainer Martin Bretschneider, Physiotherapeut Philipp Säckel und Sebastian Fuchs, Trainer des RV Münster.

Die für dieses Jahr geplanten Paralympics in Tokio werden mit einem Ruder der RG Undine Offenbach stattfinden: Marcus Klemp triumphierte bei Qualifikation in Italien

Offenbach – Marcus Klemp von der RG Undine Offenbach war außer sich vor Freude. „Ich fühle mich großartig, es ist der letzte Platz für Tokio. Es ist alles, was ich wollte – ein Traum wird wahr“, sagte der Ruderer, der kurz vor seinem 39. Geburtstag im italienischen Gavirate das Ticket für die Paralympischen Spiele vom 24. August bis 5. September gelöst hat.

Nach der Rückkehr in die Heimat meinte er gestern: „Die bloße Teilnahme an den Paralympics ist noch nicht der größte Erfolg meiner Karriere. Aber es ist natürlich eine tolle Geschichte.“ Klemp, im Februar 2021 zur Undine gewechselt, war schon bei den Paralympics 2008 in Peking dabei, damals im Vierer mit Steuermann (Platz 4). Den WM-Titel im Vierer feierte er 2007.

Den Vorlauf über 2000 m in der paralympischen Klasse PR1 hatte der gebürtige Rostocker in Gavirate in 9:45,43 Minuten gewonnen, den Hauptlauf in 9:47,15 Minuten. Klemp ließ der Konkurrenz aus Ungarn, Polen, Argentinien und Italien keine Chance. Die starken Chinesen fehlten wegen der Pandemie, was ihm laut Undine-Trainer Jochen Weber zugute kam, seine starke Leistung aber nicht schmälern soll.

„Marcus war der beste Starter unter den zwölf Bewerbern. Er war nach der intensiven Vorbereitung hier in Offenbach gut in Form, hatte es locker im Griff, war nicht einmal zu 100 Prozent gefordert. Ich hatte es erwartet, dass er es schafft“, sagte Weber, gleichzeitig Coach der paralympischen Ruderer im deutschen Verband. „In Tokio“, ergänzte er, „ist für Marcus das A-Finale möglich. Wobei der fünfte Platz aus heutiger Sicht das Maximum sein dürfte.“ Klemp stimmte zu: „Ein Platz im A-Finale, also in den Top Sechs, wäre eine herausragende Leistung.“

Klemp ist nach Johannes Schmidt der zweite Undine-Ruderer, der an Paralympics teilnimmt. Schmidt, der seine Karriere 2019 beendet hat, war 2012 in London und 2016 in Rio am Start. Klemp hatte in den Wochen der Vorbereitung auf die Tokio-Qualifikation mit Weber intensiv auf dem Main trainiert und im Haus von Schmidts Eltern Quartier bezogen. Seinen Hauptwohnsitz hat der Auszubildende bei der Bundeswehr noch in Ribnitz-Damgarten nahe der Ostsee.

Von Holger Appel

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