Fußball

Verbandsliga: Erlensee dreht 0:2 in 3:2-Sieg gegen Hanau um

Nur eine Halbzeit lang Gegenwehr gezeigt: Der FC Hanau 93 (Feta Suljic, am Ball) ist in der zweiten Hälfte gegen Moritz Kreinbihl und den FCE komplett eingebrochen. Foto: Tap

Fußball. Welch ein Fußballspektakel am Samstagnachmittag im Sportzentrum in Erlensee. Die 270 Derbybesucher trauten ihren Augen nicht, als die junge Mannschaft des FCE einen 0:2-Pausenrückstand noch in einen 3:2-Sieg gegen den Favoriten FC Hanau 93 ummünzte.

Von Gert BechertDabei hatte es bei teilweise widrigen äußerlichen Bedingungen für die Gäste auf dem rutschigen, aber gut bespielbaren Rasenplatz gut begonnen. Auch ohne Ervin Skela, der trotz anderslautenden Ankündigungen nicht im Kader stand, rissen die 93er die Initiative sofort an sich und hatten in der ersten Viertelstunde zwei gute Chancen. Einen 20-Meterschuss von Feta Suljic (7.) lenkte Tim Kuhl zur Ecke und auch als Patrick Gischewski (12.) aus kurzer Distanz abzog, war der FCE-Keeper auf dem Posten.

Vorerst spielerische Überlegenheit der Gäste

Erlensee operierte mit langen Bällen, die selten für Gefahr sorgten. In der 35. Minute drückte sich die spielerische Überlegenheit der Gäste auch in Toren aus, wobei allerdings FCE-Linksverteidiger Nico Hixt kräftig mithalf. Er verpasste ein Zuspiel auf Sascha Ries, dieser zog rechts auf und davon, seine flache Hereingabe verwandelte Khaibar Amani (35.) zur Führung. Es sollte noch besser kommen. Nur drei Zeigerumdrehungen später schloss Suljic (38.) eine schöne Ballstafette zum 2:0 ab.

Die beste Möglichkeit der Gastgeber vor dem Seitenwechsel vergab wenig später Alexander Schunck (41.). Freistehend vor Jens Westenberger, zielte er genau auf den HFC-Zerberus. Giovanni Fallacara war mit dem Auftritt seiner Mann-schaft in der Halbzeitpause rundum zufrieden. „Unser Plan ist aufgegangen, die Mannschaft hat alles richtig gemacht“, lobte der 93er Sportchef sein Team.

Das sollte sich nach Wieder-beginn schlagartig ändern. Obwohl, wie Fallacara nach dem Abpfiff betonte, die Spieler beim Pausentee eindringlich darauf hingewiesen wurden, voll konzentriert in die zweiten 45 Minuten zu gehen, schienen sie gedanklich noch in der Kabine zu sein.

Gravierende Abwehrfehler

Ganz anders das Heilmann-Team, das die 93er mit überfallartigen Angriffen düpierte. Wobei sich bei den Gästen noch gravierende Abwehrfehler hinzugesellten. Beim 1:2-Anschlusstreffer patzte Westenberger. Nachdem er zunächst noch einen Schuss Sebastian Wagners abgewehrt hatte, machte er beim nachfolgenden Kopfball Tim Niegischs (46.) eine unglückliche Figur.

In die Fehlerkette reihte sich wenig später auch Spielertrainer Christoph Prümm ein. Völlig unbedrängt vertändelte er an der Außenlinie das Leder gegen Wagner, dessen flache Hereingabe Niegisch (50.) nur über die Linie zu drücken brauchte. „Diese fünf Scheißminuten haben uns total aus dem Konzept gebracht“, ärgerte sich Fallacara.

Und es sollte noch schlimmer kommen. Nachdem Amani (52.) und Schunck (55.) jeweils das 3:2 versiebt hatten, machte es Niegisch (66.) mit seinem dritten Streich besser. Nach einer Rechtsflanke des starken Jan Lüdkes konnte er freistehend das Leder zum 3:2 einschieben, es war sein zweiter Hattrick in dieser Saison. Nicht nur in dieser Szene war von seinem Bewacher Ries nichts zu sehen, der seine Abwehraufgaben sträflich vernachlässigte.

Hitzige Diskussion um Elfmeter

Hitzig wurde es in der 73. Minute als die Gäste nach einer Attacke Kuhls an Amani einen Foulelfmeter forderten. „Kuhl hat ihm klar das Bein weggezogen, was wohl nur der Schiedsrichter nicht gesehen hat“, meinte Fallacara. „Wir hätten wohl auch einen Strafstoß gefordert“, zeigte FCE-Co-Trainer Daniel Januschka Verständnis für die Reaktion Fallacaras. Kurz vor Schluss der regulären Spielzeit handelte sich Fließ (88.) nach einem rüden Einsteigen noch die Rote Karte ein.

Obwohl die 93er in der achtminütigen Nachspielzeit alles nach vorne warfen, kamen sie zu keinen nennenswerten Chancen mehr. „Das war diesmal eine überragende zweite Halbzeit meiner Mannschaft, nachdem wir zuvor meist nach dem Wechsel einbrachen“, freute sich Tobias Heilmann über den Coup, der die Gäste vor dem Derby gegen den SC 1960 Hanau in noch größere Turbulenzen stürzte.

Erlensee: Kuhl – Franek, Walke, Hamann, Hixt (85. Münk) – Lüdke, Mohn, Schunck, Wagner – Kreinbihl (76. Braun), Niegisch (90.+1 Becker)Hanau 93: Westenberger – Ries, Prümm, Fließ, Gschwender (35. Gogol) – Bicakci, Velemir, Suljic (71. Raafat), Damar – Gischewski (75. Sekeric), Amani – Tore: 0:1 Amani (35.), 0:2 Suljic (38.), 1:2, 2:2, 3:2 Niegisch (46./50./66.) – Schiedsrichter: Roos (Echzell) – Zuschauer: 270 – Besonderes Vorkommnis:Rote Karte für Fließ (Hanau/88.) wegen grobem Foulspiel – Beste Spieler:Niegisch, Lüdke, Hamann/Amani

Quelle: Hanauer Anzeiger

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