Rugby: Diskussion über großes Leistungsgefälle

RKH verteidigt die Ligareform

Offenbach - Die erste Saison nach der Ligareform im deutschen Rugby ist noch nicht beendet, da regt sich bereits Widerstand.

Der Bundesligist DSV Hannover 78 fordert in einem Schreiben an den Verband und die Ligakonkurrenten, die Reform rückgängig zu machen beziehungsweise so schnell wie möglich eine neue Lösung zu erarbeiten. Vor allem die teilweise deutlichen Ergebnisse seien schädlich für die Entwicklung und das Image der Sportart.

Jens Steinweg, Trainer des RK Heusenstamm, sieht das anders - obwohl sein Team bereits mehrfach hoch verloren hat. Zuletzt gingen die ersatzgeschwächten „Füchse“ beim Vizemeister TV Pforzheim mit 5:123 unter. „Und nun kommt der Meister“, sagt Steinweg mit Blick auf die Partie am Samstag (15 Uhr) gegen den Heidelberger RK. Da droht Heusenstamm die nächste deutliche Pleite.

Steinweg steht aber weiter hinter der Reform. „Das System war schon vorher krank, deshalb wurde etwas geändert. Man kann jetzt nicht nach nur einem Jahr wieder alles umschmeißen“, sagt der RKH-Trainer und weist darauf hin, dass die Reform alles andere als ein Schnellschuss gewesen sei. „Im Vorfeld gab es diverse Infoveranstaltungen. Ich kenne keinen Antrag, der besser vorbereitet war.“ Für sein Team habe die Ligareform trotz der teilweise klaren Niederlagen sogar Vorteile gebracht: „In der 2. Liga, in die wir ohne die Reform abgestiegen wären, hätten wir nur gewonnen. Das hätte uns also nicht geholfen.“

Laut Manuel Wilhelm (RG Heidelberg), auf dessen Idee die Reform beruht, sind zwei Drittel der Vereine zufrieden. Er will der Liga-Reform-Kommission am 5. Mai vorschlagen, am System festzuhalten, aber Anpassungen vorzunehmen. Wilhelm schwebt zudem vor, dass die besten Akteure künftig in regionalen Siebener-Auswahlen spielen. Das könnte das Leistungsgefälle ausgleichen.

cd

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