FECHTEN David Dergay triumphiert bei Hessenmeisterschaft

Vier Titel binnen einer Woche

David Dergay, vierfacher Hessenmeister.
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David Dergay, vierfacher Hessenmeister.

Klar, er war ambitioniert zu den hessischen Meisterschaften der Fechter angereist, dass er aber mit vier Titeln heimkehren würde, war nicht abzusehen. Da sei ein Quäntchen Glück dabei gewesen, versichert der 17 Jahre alte David Dergay vom Offenbacher Fechtclub nach seinen Triumphen in der U20 in Rüsselsheim und bei den Aktiven in Maintal-Dörnigheim sowie in beiden Teamwettbewerben.

Offenbach - Er verweist vor allem auf das Aktiventurnier in Dörnigheim. Dergay zog im Einzel ins Halbfinale ein, bezwang Philip Timoschenko vom FTV Frankfurt. Nikolaus Bodoczi, Offenbachs erfahrener Teamkapitän, stand ebenfalls im Halbfinale, verlor aber gegen Kirill Timoschenko mit 14:15 und belegte Platz drei. Dergay setzte sich gegen den Frankfurter dann mit 15:10 durch und triumphierte. „Wenn ich im Finale auf Nikolaus getroffen wäre, hätte ich wohl keine Chance gehabt. Er kennt mich aus dem Training einfach zu gut. Ich hatte gegen ihn bereits in der Vorrunde verloren, habe mich dann über den Hoffnungslauf ins Halbfinale gekämpft. Im Finale war ich sehr konzentriert, Nikolaus und Max Meszaros haben mich total angefeuert, mir viel Kraft gegeben. Letztlich hat sich meine intensive Trainingsarbeit gelohnt“, berichtet Dergay stolz. „Bei den Aktiven“, erzählt er, „sind die Gegner fast alle älter als ich, technisch gut ausgebildet, machen sich um die Schnelligkeit aber nicht mehr so viele Gedanken.“ Er wusste das zu nutzen.

Im Mannschaftswettbewerb dominierte er mit Bodoczi, Meszaros und Christian Knopp. Das Finale gewannen die Offenbacher mit 45:32 gegen die FTG Frankfurt. Zuvor hatten sie Eintracht Frankfurt II, die SG Wetzlar sowie Eintracht Frankfurt I bezwungen und sich für die deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Aktiven qualifiziert.

In Rüsselsheim, bei der U20, sei es nicht unbedingt einfacher gewesen, sagt Dergay. „Ich kann mich zwar schnell bewegen, aber darauf kommt es unter lauter flinken jungen Sportlern nicht immer an. Man benötigt den richtigen Moment, um seinen Treffer zu setzen, und wer den Gegner besser täuscht, hat den Treffer“, berichtet er.

Auch in Rüsselsheim ist ihm das besser gelungen als allen anderen. Die Vorrunde überstand er ohne Niederlage, zog ins Finale ein und gewann dort gegen den Dillenburger Mika Ehringhaus mit 15:9. Im Mannschaftswettbewerb setzte er sich mit seinen Teamkollegen Henri Kunisch und Marko Schmidt gegen den FTV Frankfurt sowie Eintracht Frankfurt I und II durch.

Macht also vier Titel binnen einer Woche. „Das ist eine Sensation. Junge Leute wie David haben den älteren Athleten gezeigt, dass sie schon sehr weit sind und es können. Wir können stolz auf ihn sein“, sagt Gudrun Bayer, die Vorsitzende des Offenbacher Fechtclubs. Sie bezeichnet David Dergay als „stillen und zurückhaltenden jungen Mann, der sehr, sehr ehrgeizig ist“.

Dergay wechselte einst vom UFC Frankfurt nach Offenbach, wohnt mit seiner Familie nach wie vor in Frankfurt, geht auf das Gymnasium am Riedberg, mag vor allem Mathe und Naturwissenschaften. Während des ersten Lockdowns mit Homeschooling habe er mehr Zeit für Läufe gehabt und seine Athletik verbessert. „Ich hatte eine große Motivation, gestärkt aus dieser schwierigen Phase herauszukommen“, berichtet Dergay.

Später durfte er als Kaderfechter wieder in die Halle zurück, übte intensiv und ist voll des Lobes für FCO-Trainer Gabriel Petrovici: „Er hat immer einen Witz parat und macht auch hartes Training erträglich – das hilft mir ungemein. Gabriel“, berichtet David Dergay weiter, „kann super motivieren. Er sagt mir immer, wenn ich so weiter mache, werde ich noch stärker. Und je stärker man wird, umso mehr kann man erreichen. Und genau das habe ich vor.“ Intensive Unterstützung erhält er zudem von seinem Vater Rostislav, Vizepräsident des FCO und einst Fechter in der damaligen UDSSR.

Und wie geht es nun weiter nach diesen Erfolgen? Dergay will diese Trainingstage nutzen, um sich intensiv auf den nächsten Wettkampf vorzubereiten: das Stefan-Haukler-Gedächtnisturnier in Offenbach am 9. und 10. Oktober (Halle der Theodor-Heuss-Schule). Auf den hessischen Viererpack noch einen Heimsieg folgen zu lassen, wäre ganz in seinem Sinne.

Von Holger Appel

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